Mit steigender Corona-Inzidenz nehmen auch die Sorgen der Blasmusikvereine zu. Proben können nur noch unter erschwerten Bedingungen stattfinden, Jahreskonzerte werden abgesagt. Einige Vereine haben einen Mitgliederschwund zu verzeichnen. Aber schlechte Stimmung ist dennoch nicht zu spüren. Durch den Lockdown lagen zunächst alle Aktivitäten am Boden, sobald möglich, fanden wieder Proben und kleine Vereinskonzerte statt, fasste Stefan Pichler, Vorsitzender des Bezirks 5 des Blasmusikverbands Hochrhein die Situation zusammen, zu dem auch die Musikvereine in der Raumschaft St. Blasien gehören.

Auf Jahreskonzerte haben die Vereine verzichtet. Für die Proben galt das Hygienekonzept des Blasmusikverbands Hochrhein, das neben Proben in großen Hallen auch die 3G-Regel vorsah. Dies bedeutete für die Vereine aber, dass einige nicht geimpfte und nicht genesene Musiker den Proben fernblieben. Mit der Ausrufung der Alarmstufe wurden die Vorgaben noch einmal verschärft, nun gilt 2Gplus: Nur noch Geimpfte und Genesene, die zudem getestet sind, dürfen in die Proben kommen.

Viele Kinder nahmen die Gelegenheit wahr, unter Einhaltung der Hygienevorschriften Instrumente auszuprobieren.
Viele Kinder nahmen die Gelegenheit wahr, unter Einhaltung der Hygienevorschriften Instrumente auszuprobieren. | Bild: Christiane Sahli

Bis Jahresende haben die Vereine nun erneut die meisten der anstehenden Jahreskonzerte abgesagt, so die Konzerte der Musikvereine Albtal und Höchenschwand. Auch das Konzert der Trachtenkapelle Dachsberg am 5. Januar steht auf der Kippe, die Zeichen stehen aber eher auf Absage, hieß es. Der Musikverein Menzenschwand hält dagegen bislang an seinem Jahreskonzert am 28. Dezember fest, wenn dieses auch in kleinerem Rahmen als gewohnt und unter der Einhaltung der geltenden Coronavorschriften stattfinden soll, sagte dessen Vorsitzender Elmar Wild. Auch das Jahreskonzert des Musikvereins Bernau-Außertal zwischen Weihnachten und Silvester ist noch nicht ganz vom Tisch, es seien aber viele Fragen offen, eine Absage daher wahrscheinlich, sage der Vorsitzende Felix Fleig. Über Alternativen denke man nach, was möglich sei, werde man machen.

Die Kameradschaft leide, dies wird von allen Vereinen beklagt. Der eine oder andere Verein muss auch einen Ausritt von Musikern hinnehmen. Anders ist dagegen die Situation beim Musikverein Bernau-Außertal, alle Musiker halten ihrem Verein bislang die Treue, berichtet der Vorsitzende Felix Fleig. Aber: Die Motivation sei angesichts fehlender Auftritte bei Festen und Veranstaltungen ein Riesenproblem, räumte er ein.

Aber dennoch sei man gut aufgestellt und bemühe sich, die Kameradschaft mit Zusammenkünften nach der Probe etwas für den Zusammenhalt zu tun. In Häusern hat man die Kameradschaft bei einem Kameradschaftstag im Freien gepflegt. Sie habe aber trotz allem ein gutes Gefühl, zeigte sich die Vereinsvorsitzende Nadine Zumkeller optimistisch, die Musiker zögen nach wie vor mit. Und aus Sicht des Vorstandes: Es sei ein ständiges und zeitaufwendiges Hinterherlaufen, um die neuesten Informationen zu den Corona-Regeln zu bekommen.

Nachwuchswerbung

Große Hoffnung setzten die Musikvereine auf den Nachwuchs. In Häusern zeigten im Rahmen einer Informationsveranstaltung zehn Jungen und Mädchen Interesse an einer Ausbildung im Musikverein. Einige von ihnen hatten sich an dem Nachmittag auch bereits für eines der vorgestellten Instrument entschieden.

Im Rahmen der Bezirksversammlung, die kürzlich stattfand, habe man alle Vereine befragt, erklärte Pichler. Eine depressive Stimmung sei nicht zu spüren gewesen. Alle Vereine nutzten die sich bietenden Spielräume unter Beachtung des Hygienekonzeptes des Blasmusikverbandes, man mache, was möglich sei, so der Grundtenor.