Schon seit Jahrzehnten benötigt die Fürstabt-Gerbert-Schule eine neue Sporthalle, der bestehende Bau ist viel zu klein und längst in keinem guten Zustand mehr. Das Millionenprojekt Mehrzweckhalle schien kaum umsetzbar zu sein. Nun hat ein Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestages aber wieder Hoffnung geweckt: Über ein Förderprogramm bekommt die Stadt einen Zuschuss in Höhe von drei Millionen Euro.

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Es kommt nicht oft vor, dass eine eine Entscheidung in Berlin direkte Auswirkungen auf St. Blasien hat. Bei einer Abstimmung im Haushaltsausschuss des Bundestages war das aber am Mittwoch der Fall: Dort beschlossen die Abgeordneten eine Liste mit Projekten, die im Rahmen des „Bundesprogramms zur Förderung der Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Jugend, Sport und Kultur“ bezuschusst werden sollen. Darauf enthalten war auch der geplante Bau einer Mehrzweckhalle in St. Blasien.

Der genehmigte Förderbetrag sei der höchstmögliche Zuschuss, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner, im Gespräch mit der Schulleiterin der Fürstabt-Gerbert-Schule, Susanne Schwer und Bürgermeister Adrian Probst.

Bau passt ins Förderprogramm

20 Anträge hätten Kommunen aus seinem Wahlkreis gestellt, aber nur St. Blasien erhalte einen Zuschuss aus diesem Programm, sagte er. Das Programm sei um ein Vielfaches überzeichnet. Wichtig für die Entscheidung für die Domstadt sei deren schwierige Finanzsituation und auch die Rolle, die sie für die ganze Region spielt, gewesen. Der geplante Bau passe auf alle Fälle gut in das Förderprogramm, mit dem der Bund Projekte „mit besonderer regionaler und überregionaler Bedeutung und mit sehr hoher Qualität im Hinblick auf ihre Wirkungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt“ unterstützen will.

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Tatsächlich werde die große Mehrzweckhalle dringend gebraucht, um den geforderten Sportunterricht anbieten zu können, sagte Rektorin Susanne Schwer. Derzeit könne die Schule nur zwei statt der vorgesehenen drei Sportstunden pro Woche anbieten. Und das gelingt auch nur, weil die Schule das Kur- und Sporthaus in Häusern nutzen kann. Auch für die Vereine der Stadt sei die Halle sehr wichtig – die bestehende zu kleine Sporthalle werde in normalen Zeiten bis spät in den Abend hinein genutzt.

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Die alte Sporthalle sei nur bedingt nutzbar, sagte Bürgermeister Adrian Probst. Sie sei zu klein und die Ausstattung mangelhaft. Im Rahmen eines Architektenwettbewerbs habe man sich im Jahr 2017 „sehr intensiv Gedanken“ gemacht und sich auch für einen tollen Entwurf entschieden.

St. Blasien habe aber das Problem der schwierigen Topografie: Im engen Tal müsse man in den Berg hinein bauen, was das Projekt sehr viel teuerer als in der Ebene macht. Veranschlagt waren für die Umsetzung des Siegerentwurfs zwölf Millionen Euro. Klar sei also, dass die Stadt das Projekt nur mit ernsthafter Unterstützung durch das Land und den Bund stemmen könne.

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„Die drei Millionen Euro sind unfassbar wichtig. Aber ohne die Hilfe des Landes wäre das Projekt nicht möglich“, sagt Probst, der auch von der Bundestagsabgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) in der Sache unterstützt wurde. Der Bundeszuschuss werde nun bei Verhandlungen über weitere Zuschüsse aus unterschiedlichen Förderprogrammen als Grundlage dienen. Die Stadt werde sich aber auch Gedanken über das Volumen des Projektes machen müssen – zwölf Millionen Euro seien wohl auf alle Fälle zu viel, mit 9,5 Millionen Euro rechnet Probst aber auf alle Fälle. Der Entwurf von 2017 sieht eine Drei-Feld-Sporthalle, eine Mensa und auch die Erweiterung der Grundschule vor (die ohnehin in einem späteren Bauabschnitt verwirklicht werden soll). Man müsse prüfen, ob eine Zwei-Feld-Halle ausreicht, auch auf den Pavillon für die Mensa könne man wohl zunächst verzichten.

Projekt als Kraftakt

Damit die Halle wirklich gebaut werden kann, dürfe für die Stadt höchstens ein Eigenanteil von ungefähr zwei Millionen Euro übrigbleiben. Ein Kraftakt wird das Projekt auf alle Fälle, denn die Maßnahme muss bis zum 31. Dezember 2025 abgeschlossen und abgerechnet sein, sagte Felix Schreiner. Sollte das für die Gesamtmaßnahme nicht möglich sein, so seine Recherche, könne das Projekt „auch in abgrenzbare Bauabschnitte zerlegt werden“. Die Kosten für den bis 2025 zu vollendenden Abschnitt müssten zwischen einer Million und 6,7 Millionen Euro liegen.