St. Blasien – Nach nur 15 Monaten Bauzeit ist der viergruppige Kindergarten im Ortskern von St. Blasien fertiggestellt und dient ab Anfang 2022 als Erweiterung des bereits bestehenden Kindergartens „Arche Noah“ der katholischen Kirchengemeinde.

Ursprünglich war geplant, den neuen Kindergarten noch in diesem Jahr feierlich einzuweihen. Wegen der bestehenden Regeln angesichts der Corona-Pandemie hat man sich jedoch entschlossen, die Einweihungsfeier mit einem Tag der offenen Tür auf das kommende Frühjahr zu verschieben. Dann wird auch der Umzug des Kindergartens in das neue Gebäude stattfinden.

Mit dem Neubau des Kindergartens „Arche Noah“, der mit einem Investitionsvolumen von mehr als 3,3 Millionen Euro zu den größten kommunalen Projekten zählt, setzt die Stadt St.¦Blasien ein wichtiges Zeichen für den Ausbau der Kinderbetreuung. Die Stadt erhält hierfür eine Million Euro aus dem Ausgleichstock sowie Fördermittel aus dem Zusatzprogramm der Stadtsanierung „Soziale Integration im Quartier“ in Höhe von 708.000 Euro. Bürgermeister Adrian Probst: „Mit dem Großprojekt Kindergartenneubau setzen wir gleich zwei Schwerpunkte, die uns besonders wichtig sind. Zum einen bauen wir die Kinderversorgung massiv aus und stärken unseren Standort damit für junge Familien. Zum anderen entwickeln wir mit dem modernen Holzbau eine Bauform, die durch und durch auf Nachhaltigkeit und Regionalität setzen soll.“ Das Objekt ist in Vollholzbauweise gebaut worden, wobei regionale Materialien, ein energiesparender Wärmeschutz sowie eine intelligente und ressourceneffiziente Anlagentechnik eine bedeutende Rolle spielen.

Der Neubau bietet Platz für die Betreuung von vier Kindergartengruppen, also circa 80 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Er wird dabei auch mit einer neuen Küche und großzügigen Bewegungsflächen ausgestattet.

Konstruktiv folgt der Neubau des Kindergartens dem Bauprinzip der traditionellen Bauweise im Schwarzwald: Das erdberührte Untergeschoss besteht aus einer massiven Betonkonstruktion. Das eigentliche Gebäude darüber besteht fast ausschließlich aus Holz.

Holz sorgt für gutes Raumklima

Die Garderobe bietet ausreichend Platz, um sich bequem umziehen zu können. Bilder: Claus Bingold
Die Garderobe bietet ausreichend Platz, um sich bequem umziehen zu können. Bilder: Claus Bingold

St. Blasien – Während das Untergeschoss aus einer massiven Betonkonstruktion gefertigt ist, besteht der eigentliche Kindergarten fast ausschließlich aus Holz: Massivholzdecken- und Wände mit Holzweichfaserdämmung und hinterlüfteter Holzfassade, und ein Dach aus Brettsperrholzelementen mit Holzweichfaserdämmung. Durch diese Bauweise wurde der Einsatz von sogenannte Grauer Energie gegenüber einer konventionellen Massivbauweise auf ein Minimum reduziert. Insgesamt wurden circa 800 Kubikmeter Holzbaustoffe verbaut. Gegenüber einer konventionellen Massivbauweise vermindert sich hierdurch der C02- Einsatz um 46,4 Prozent. Hinzu kommt die langfristige Einbindung von Kohlenstoff im Gebäude.

Hervorzuheben ist auch der Unterschied zu der derzeit noch üblichen Holzständer- oder Rahmenbauweise. Im Gegensatz zu dieser wird bei den mit Buchenholzschrauben zusammengefügten Brettsperrholzelementen auf verleimte oder Kunststoff gebundene Holzprodukte weitgehend und auf mineralische Dämmungen vollständig verzichtet. Die zusätzliche Wärmedämmung besteht aus Holz-Weichfaserplatten, die ebenfalls regional erzeugt werden. Das ganze System ist dampfdiffusionsoffen. Dies macht sich nicht nur in der Raumqualität bemerkbar, sondern erleichtert auch den Rückbau am Ende des Lebenszyklus.

Der Einsatz von Holz als Vollholz lässt die positiven Eigenschaften des Materials optimal zu Tage treten: Wärmedämmung und -speicherung, hervorragende statische Eigenschaften bei geringem Gewicht, angenehmes Raumklima, warme, trockene Atmosphäre, sichtbare Holzoberflächen innen und außen als Gestaltungselement.