Die Klinik St. Blasien ist Vergangenheit. Der Umzug nach Waldkirch ist zwar noch nicht abgeschlossen und Patienten werden dort auch noch nicht behandelt, aber das Unternehmen hat sich bereits umfirmiert und heißt jetzt Lungenklinik Breisgau. Einige Lichter werden aber noch mehrere Monate im Gebäude des früheren Sanatoriums in St. Blasien weiterleuchten.

Leipziger Unternehmen kauft Haus

Früher gehörte auch das Gebäude den Eigentümern der Klinik, seit 2020 ist das anders – ein Unternehmen aus Leipzig hat das historische Gebäude gekauft. Zunächst war die Klinik alleine Mieterin, jetzt gibt es einen zweiten Mieter – das von der Klinik ausgegliederte Schlaflabor. Die Einrichtung wurde vom Klinikum Hochrhein übernommen, sagt der Geschäftsführer der Lungenklinik Breisgau, Werner Kuska, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bis die benötigten Räume in Waldshut im zweiten Quartal des Jahres zur Verfügung stehen, werden die Patienten weiter in St. Blasien behandelt. Die langjährige Chefärztin der Klinik St. Blasien wechselte im vergangenen Jahr zum Klinikum Hochrhein.

Corona verzögert Umzug

Bis zum Jahresende 2020, so der ursprüngliche Plan, sollte der Umzug der Lungenfachklinik nach Waldkirch abgeschlossen sein. Doch der Umbau der Station im Gebäude der BDH-Klinik Waldkirch sei coronabedingt nicht so zügig vorangeschritten – jetzt warte man noch auf den Abschluss der Fußbodenlegearbeiten, sagte Kuska.

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„Wir sitzen auf gepackten Koffern“ und der Klinikbetrieb ruhe derzeit, erläuterte der Klinikgeschäftsführer. Die letzten Umzugskisten würden sicher in wenigen Tagen nach Waldkirch transportiert werden können. Wann dort aber die ersten Patienten aufgenommen und behandelt werden können, stehe noch nicht fest.

Verwaltung in der Sparkasse

Aber nicht nur nach Waldkirch werden derzeit Umzugskisten gebracht – ein Rest der „Klinik St. Blasien“ wird es doch noch in der Region geben: In Häusern hat das Unternehmen die zuletzt leerstehenden ehemaligen Räume der Sparkasse St. Blasien gemietet. Dort werden sich bis zu acht Verwaltungsmitarbeiter beispielsweise um Abrechnungen kümmern. Diese Möglichkeit habe man geschaffen, damit die Mitarbeiter, die zwar das Unternehmen nicht verlassen haben, jedoch weiterhin in der Region St. Blasien wohnen, nicht jeden Tag die weite Strecke nach Waldkirch zurücklegen müssen.

In den ehemaligen Räumen der Sparkasse St. Blasien in Häusern richtet die Lungenklinik Breisgau Büros für bis zu acht Verwaltungsmitarbeiter ein.
In den ehemaligen Räumen der Sparkasse St. Blasien in Häusern richtet die Lungenklinik Breisgau Büros für bis zu acht Verwaltungsmitarbeiter ein. | Bild: Sebastian Barthmes

Die Lungenklinik Breisgau suche derzeit auch noch etliche neue Mitarbeiter. So viele, wie es in St. Blasien einmal waren (etwa 115 Mitarbeiter) werden es dort allerdings sicher nicht werden, denn viele Stellen, zum Beispiel in der Küche, fallen aufgrund der Kooperation mit der BDH-Klinik Waldkirch weg, erläutert der Geschäftsführer. Diese Einsparungen seien schließlich auch ein Grund für den Umzug gewesen, erklärt Werner Kuska.

Das Schlaflabor (Archivbild aus dem Jahr 2014) gehört mittlerweile zum Klinikum Hochrhein und wird in einigen Monaten ebenfalls St. Blasien verlassen.
Das Schlaflabor (Archivbild aus dem Jahr 2014) gehört mittlerweile zum Klinikum Hochrhein und wird in einigen Monaten ebenfalls St. Blasien verlassen. | Bild: Karin Stöckl-Steinebrunner

Das Senioren- und Pflegeheim Luisenheim in St. Blasien, das viele Jahre ebenfalls ein Teil des Unternehmens war, sei im vergangenen Jahr verkauft worden, so Kuska. Seit dem 1. Juli gehöre es zur Argentum-Gruppe, einem nach Angaben auf der eigenen Internetseite im Jahr 2018 gegründeten Unternehmen mit Sitz in Hanau. Seither seien bereits rund 30 Einrichtungen mit ungefähr 4000 Betten in ganz Deutschland übernommen worden, heißt es dort. Der Umzug der Lungenklinik von St. Blasien nach Waldkirch sei trotz der Verzögerung „aus meiner Sicht gut gelaufen. Alle haben ganz toll mitgemacht. Ein Kompliment an die Mitarbeiter“, sagt der Geschäftsführer Werner Kuska.