Nach einem kleinen Rückgang im vergangenen Jahr, rückte die Feuerwehr St. Blasien seit der vorigen Hauptversammlung zu 78 Einsätzen aus. Weniger Übungen, seit Jahren steigende Einsatzzahlen, zusätzliche Aufgaben und dazu weniger Gelegenheiten, auch die Gemeinschaft zu pflegen – für die Feuerwehr sei die Zeit seit Beginn der Coronavirus-Krise schwierig gewesen, sagt Feuerwehrkommandant Tobias Schneider

Von den vielen Einsätzen seit der Hauptversammlung im vergangenen Jahr entfallen 71 auf 2021. Das laufende Jahr „wird schon ein ambitioniertes Jahr“, sagt Schneider. Das Corona-Jahr 2020 habe den allgemeinen Trend lediglich kurzzeitig gestoppt, „vermutlich auch, weil die Menschen weniger unterwegs waren“. Aber auch der Rettungsdienst habe die Feuerwehr nur dann um Unterstützung gebeten, wenn es auf gar keinen Fall anders gegangen wäre.

Abgesehen von den direkten Auswirkungen der Corona-Einschränkungen, gab es aber auch mehr Brandeinsätze als im Vorjahr – geholfen haben die Einsatzkräfte aus St. Blasien bei Zimmerbränden und auch bei Großbränden in Nachbarkommunen, technische Hilfeleistung nach Unfällen sind ebenso in der Einsatzstatistik enthalten, wie der Hilfseinsatz nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal. So wie die Zahl der Einsätze insgesamt steige, nehmen auch die Umwelteinsätze, wie es Tobias Schneider ausdrückt, zu. In Zukunft werde sich die Feuerwehr auch mit ihrer Ausstattung darauf einstellen.

Thema seien auch Brände von Fahrzeugen mit Elektroantrieben. Derzeit sei ein Container, den man mit Wasser füllt, um ein gelöschtes E-Auto einzutauchen, jedoch noch kein Thema. Unklar sei bislang auch, ob der Gemeindeverwaltungsverband oder vielleicht der Landkreis einen solchen Container anschaffen würde.

Während die Einsatzzahlen stiegen, konnten die Einsatzkräfte seit Beginn der Corona-Krise aber lange Zeit gar nicht oder nur eingeschränkt üben, sagt Schneider. Teilgenommen haben Mitglieder aber an digitalen Fortbildungen (zum Beispiel zum Löschen von Elektrofahrzeugen), die die Feuerwehr St. Blasien selbst oder die Landesfeuerwehrschule organisierten. Diese Art der theoretischen Ausbildung sei „eine positive Errungenschaft, die vielleicht auch bleibt“, sagt der Kommandant – allerdings nur als Ergänzung, denn das Handwerk stehe bei der Feuerwehrarbeit im Vordergrund.

Es sei sehr schwierig gewesen, die vielen Einsätze zu meistern und die gebotene Distanz zu den anderen Einsatzkräften einzuhalten. Das Miteinander und der Austausch, zum Beispiel nach belastenden Einsätzen, hätten sehr gefehlt. An einem Tag sei die Feuerwehr St. Blasien beispielsweise zu gleich zwei Unfällen in der Region gerufen worden, bei denen Menschen gestorben sind. Die Nachbesprechung konnte nur kurz und im Freien stattfinden.

Normalität kehrt zurück

Zum Glück sei mittlerweile wieder mehr Begegnung möglich, bei Übungen, Einsatznachbesprechungen und auch bei Gemeinschaftsanlässen. Viele der coronabedingt ausgefallenen Übungen hat die Feuerwehr mittlerweile nachgeholt. Dafür sei auch die Sommerpause in diesem Jahr ausgefallen.

Neben der eigentlichen Feuerwehrarbeit erledigten die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrkräfte aus St. Blasien noch andere Aufgaben: Die Feuerwehrwehrkooperation im Gemeindeverwaltungsverband wurde geplant, auch mit dem Kauf eines neuen Feuerwehrfahrzeugs und der Planung des neu zu bauenden Feuerwehrgerätehauses befassen sich die Feuerwehrleute. Unter anderem soll der Bereitschaftsraum in Eigenregie geplant und ausgebaut werden.