Mit der Teilnahme an der Aktion „Briefe gegen Einsamkeit“ der Caritas bereiten Schülerinnen und Schüler der Fürstabt-Gerbert-Schule (FGS) Menschen mit Behinderungen und Senioren an Ostern eine Freude. Entstanden sind nicht nur Briefe, die Mädchen und Jungen haben geschrieben, gebastelt und gezeichnet.

Als Carina Franz am Montag in die Schule kam, um die besonderen Ostergrüße der Schülerinnen und Schüler abzuholen, war der Zweifel groß: Ob das alles in ihr Auto passt? Mit so vielen und vor allem vielfältigen Grüßen hatte sie nicht gerechnet, sagte sie freudig überrascht.

Ein Schüler arbeitet an seinem Osterhasen. Viele Ideen wurden an der Fürstabt-Gerbert-Schule in St. Blasien umgesetzt.
Ein Schüler arbeitet an seinem Osterhasen. Viele Ideen wurden an der Fürstabt-Gerbert-Schule in St. Blasien umgesetzt. | Bild: Sebastian Barthmes

Zu dem Projekt war es auch eher zufällig gekommen: Erst im Februar hatte Carina Franz ihre Stelle beim Caritasverband Hochrhein angetreten. Dort ist sie für das Programm „Youngcaritas“ zuständig. In dem Zusammenhang stellte sie sich auch bei der Rektorin der Fürstabt-Gerbert-Schule, Susanne Schwer, vor. Thema war die Berufsorientierung. Man wollte gemeinsam überlegen, wie man den jungen Menschen Möglichkeiten sozialen Engagements und soziale Berufe nahe bringen könnte.

„Wir machen mit“

Bei der Gelegenheit erzählte Franz auch vom Projekt „Briefe gegen Einsamkeit“, das bundesweit zwar schon seit der ersten Lockdown-Phase läuft, sie es aber jetzt auch in der Region anschieben wolle. Spontan sagte Schwer: „Wir machen mit“ – die FGS ist die erste Schule, die sich daran beteiligt. Sie stellte das Projekt dem Kollegium vor und die Bereitschaft war groß.

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Die Lehrer bauten die Aktion in die Klassenlehrerstunde oder in den Fachunterricht ein – und sie sprachen mit den Schülern über den Grund der Aktion. „Ich war auch schon lange nicht mehr bei meiner Großmutter“, sagte ein Mädchen, das gerade an einem Osterhasen arbeitete, der aus Papierrollen zusammengesetzt wird.

Auch die Klassenkollegen um sie herum zeigten, dass es ihnen bewusst ist, wie es Menschen seit Beginn der Coronavirus-Krise geht. Auch er und seine Freunde erleben irgendwie diese Einsamkeit, sagte ein Schüler, denn treffen könne man sich ja derzeit kaum – es sei nur gut, dass sie mittlerweile wieder in die Schule kommen können, die Freunde wenigstens am Vormittag zu sehen.

Kleine Nachricht und ein Osterei

Den selbstgebastelten Hasen legen Lehrerin Kathrin Mutter und ihre und Schüler noch eine kleine Nachricht und ein Osterei bei.

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Kreativ sind auch die Ostergrüße der anderen Klassen: Schüler stellten kleine Schutzengel her oder schrieben auf selbstgeschöpftes Papier einen kleinen Brief. Auch Gedichte, ein Nagelbild, ausgeblasene Eier, in die Kresse gepflanzt wurde, Osterhasen aus Tüchern, aus Papier gefaltete Schmetterlinge, Osternester, große Plakate und viele weitere Dinge hatten die Lehrer im Büro von Schulleiterin Susanne Schwer abgegeben. Sogar Klassen, die online unterrichtet werden, beteiligten sich an der Aktion, stellten die Rektorin und die Mitarbeiterin des Caritasverbandes Hochrhein, Carina Franz, fest.

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Die meisten dieser kreativen und oft auch sehr persönlich gestalteten Ostergrüße gehen an Sozialstationen der Caritas, beispielsweise in St. Blasien. Aber auch Menschen mit Behinderungen, die in Wohngruppen im Landkreis leben, warten schon auf diese „Briefe gegen Einsamkeit“, sagte Franz. Und sie ist sich sicher, dass die Absender aus der Fürstabt-Gerbert-Schule auch eine Antwort erhalten werden.

Der Verzicht auf Kontakte werde zunehmend zum Problem. Die Coronazeit mit den Lockdowns sei für viele ältere Menschen eine Herausforderung, für Kinder und Jugendliche aber auch, weiß Schwer. Manch eines der Kinder habe schon den zweiten Geburtstag nicht richtig feiern können. Und auf den Besuch von Opa und Oma müsse man eben auch oft verzichten.