Neu im Amt: Gaby Benz (stellvertretende Vorsitzende) und Georg Gaugler (Schriftführer).
Neu im Amt: Gaby Benz (stellvertretende Vorsitzende) und Georg Gaugler (Schriftführer). | Bild: Christiane Sahli

Nach der Feststellung baulicher Mängel hatte der Gemeinderat im September des vergangenen Jahres beschlossen, einen Förderantrag für die Sanierung zu stellen und Kosten in den Haushalt einzuplanen, erinnerte Vereinsvorsitzender Christoph von Ascheraden. In 2020 wurde dann aber beschlossen, nun doch keine Mittel vorzusehen, sondern die Finanzierungsvorschläge der Institutionen abzuwarten, um dann den Eigenanteil der Stadt als Eigentümerin des Sanagartens festzulegen, so der Vorsitzende, der auch Mitglied des Gemeinderates ist.

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Eine Förderzusage über rund 300.000 Euro wurde aufgrund der Rücknahme der Kofinanzierung durch die Stadt St. Blasien schließlich vom Land zurückgezogen. Bundesfördermittel wurden ebenfalls nicht gewährt, weil, so heißt es in einem Schreiben des Bundesbeauftragten für Kunst und Medien, dem Sanagarten eine nationale Bedeutung nicht zukomme. „Für uns etwas undurchsichtig“, sagte von Ascheraden, da das Landesdenkmalamt das Projekt uneingeschränkt befürworte, aber nicht befragt worden sei.

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Bürgermeister Adrian Probst legte, wie er sagte, den Finger in die Wunde. Als Problem nannte er das Fördersystem im Denkmalschutz. Denn die Förderstellen machten die Förderungen voneinander abhängig, so der Rathauschef. Ein weiteres Problem: Mit viel Glück sei der erste der drei geplanten Sanierungsschritte förderfähig, die Gefahr bestehe aber, dass man dann immer noch vor einem Bauzaun stehe. Was die Finanzierung betrifft, nannte Probst nach derzeitigem Stand Fördermittel in Höhe von rund 700.000 Euro als realistisch. Unter Berücksichtigung des vom Förderverein aufzubringenden Betrages von 180.000 Euro verblieben rund 1,1 Millionen Euro bei der Stadt. Das sei eine Summe, die für die Stadt untragbar ist, machte der Rathauschef unmissverständlich klar.

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Auch wenn die Situation sich derzeit als äußerst schwierig darstelle, wollen die Vereinsmitglieder den Blick nach vorne richten. „Es ist unsere Aufgabe, alle Kräfte auf Amts- und Sponsorenebene mit politischer Flankierung zu bündeln und zu einer Gesamtbewegung zu zentrieren“, sagte von Ascheraden. Als Schritte nannte Bürgermeister Probst Gespräche mit Vertreter der Landes- und Bundespolitik, unter anderem mit der Bundestagsabgeordneten und Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter, die auch Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Denkmal- und Umweltschutz ist. Geplant ist ferner ein runder Tisch mit Fördergebern, Stadt und Förderverein.

Auch die zuständige Landesministerin Nicole Razavi will man einladen. Denn um Fördermittel zu bekommen, müsse die Gesamtfinanzierung dargestellt werden, sagte Probst. Bei diesem runden Tisch müsse aber auch die Stadt konkrete Zusagen machen, wurde aus den Reihen der Mitglieder gefordert. Die Aufgabe des Fördervereins wird sein, sich um Sponsorengelder zu bemühen.

Die bereits eingeleitete Kampagne musste angesichts der Umstände wieder eingestellt werden. Aber vor einer weiteren Spendenakquise müsse das Große und Ganze stehen, betonte von Ascheraden. Dabei könnte auch, wie von einem Mitglied vorgeschlagen, ein Imagefilm eine Rolle spielen.

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Der scheidende stellvertretende Vereinsvorsitzende Peter Führle wies darauf hin, dass zu dem vom Verein zu erbringenden Betrag auch Eigenleistungen wie gärtnerische Arbeiten gehören, mit denen auch die Kosten gesenkt werden könnten.

Auf Vorschlag des Landesdenkmalamtes wird zudem ein erneuter Antrag auf Bundesmittel in Erwägung gezogen, die zuständige Sachbearbeiterin will den Antrag mit einer Expertise unterstützen, so von Ascheraden. Förderungs- und bautechnisch wird im kommenden Jahr nichts gehen, befürchtet Bürgermeister Probst, erst in 2023 sei mit Bewegung zu rechnen.