Bauland ist in St. Blasien knapp. Durch die Erweiterung des Baugebiets „Dreherhauswiese“ will die Stadt fünf weitere Bauplätze schaffen – mit dem Spatenstich haben nun die Erschließungsarbeiten dafür begonnen. Den Bedarf wird die Erweiterung aber dennoch nicht decken können. Man wolle möglichst einheimischen Familien die Möglichkeit bieten, eigenen Wohnraum zu schaffen, so die Stadtverwaltung. Wie die Vergabekriterien aber genau aussehen, steht noch nicht fest, sie sollen in den kommenden Monaten erarbeitet werden.

Auf alle Fälle ist jetzt schon klar, dass nicht alle Interessenten zum Zuge kommen werden, denn die Nachfrage nach Bauplätzen und Wohnraum überhaupt übersteige das Angebot an verfügbaren Bauplätzen, hieß es auf Nachfrage dieser Zeitung bei der Verwaltung. Aber nicht nur St. Blasien habe das Problem, viele Städte und Gemeinden könnten den aktuell großen Bedarf an Wohnraum und Bauland nicht decken.

Beim Spatenstich (von links): Uwe Schade (STEG), Hauptamtsleiter Eduard Rombach, Bauamtsleiter Manuel Ebner, Bürgermeister Adrian Probst, Ulrich Göhr (Bauunternehmen Klefenz) und Planer Hans-Jörg Meier.
Beim Spatenstich (von links): Uwe Schade (STEG), Hauptamtsleiter Eduard Rombach, Bauamtsleiter Manuel Ebner, Bürgermeister Adrian Probst, Ulrich Göhr (Bauunternehmen Klefenz) und Planer Hans-Jörg Meier. | Bild: Susanne Gilg (Stadt St. Blasien)

Doch einfach weitere Baugrundstücke zu erschließen, sei nicht einfach. „Wenn die Bauplätze in der „Dreherhauswiese“ verkauft sind, stehen der Stadt St. Blasien keine öffentlichen Flächen mehr für die Entwicklung von Bauland zur Verfügung“, heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung, eine Baulandentwicklung seitens der Stadt sei daher vorerst nicht möglich.

Die Lage der Gesamtstadt erschwere die Baulandentwicklung sehr. Steile Hänge und auch viele hochwassergefährdete Gebiete bildeten hohe Hürden. Um die Situation dennoch möglichst zu entschärfen, habe die Stadtverwaltung mehrmals private Grundeigentümer aufgerufen, ihre Flächen für die Baulandentwicklung freizugeben – erfolgreich seien die Versuche bislang jedoch nicht gewesen. Theoretisch bebaubare Flächen gebe es schon, sagt die Stadtverwaltung. Als Beispiel wird das Ziegelfeld genannt, das sich aber nicht im Eigentum der Stadt befindet.

Die Gedanken von Bürgermeister Adrian Probst gehen deshalb noch weiter. Er sagt: „Für die Zukunft müssen wir auch über andere Wohnformen nachdenken: Ist es beispielsweise noch zeitgemäß, wenn im großen Schwarzwaldhof mit großem Grundstück nur zwei Personen leben, während eine vierköpfige Familie sich in einer 70 Quadratmeter großen Wohnung ohne Balkon gegenseitig auf die Füße tritt?“ Man werde auch darüber diskutieren müssen, „wie viele Zweitwohnungen wir in Zukunft noch zulassen möchten“. Denn Zweitwohnungen würden auch den Druck auf den Immobilienmarkt erhöhen und es einheimischen Interessenten schwerer machen, eine Wohnung oder gar einen bezahlbaren Bauplatz zu finden.

Für die Zukunft der Stadt St. Blasien sei es wichtig, dass Familien dort auch Wohnraum und Bauplätze finden. Jeder sollte das ihm Mögliche dazu beitragen, denn nur dann, so Probst, „werden beispielsweise unsere heimischen Firmen, Vereine, Kindergärten oder Feuerwehren überleben.“