Die Schulleiter im Raum St. Blasien hoffen, dass die weitgehende Normalität, mit der die Schulen ins Schuljahr gestartet sind, erhalten bleibt. Um eventuelle Lernlücken auszugleichen, haben einige Schulen Zusatzangebote geschaffen. Falls doch wieder Fern- oder Wechselunterricht nötig werden sollte, sind die Schulen vorbereitet. Man könne auf die Erfahrungen des vergangenen Jahres zurückgreifen, sagt zum Beispiel Häuserns Schulleiter Martin Schweikart.

Kolleg St. Blasien

Mit zehn neuen Lehrern und einem noch nicht fertiggestellten verlegten Sportplatz ist das Kolleg gestartet. Die Hauptherausforderung nach den Wechselfällen der zurückliegenden eineinhalb Jahr sei es, wieder Normalität im Schulbetrieb zu etablieren, erklärt Kollegsschulleiter Michael Becker. Von Pünktlichkeit bis zur Einhaltung des Handyverbots zu festgelegten Zeiten: „Da ist einiges aus der Mode gekommen“, sagt er. Normalität heiße auch, dass jetzt wieder Praktika und Arbeitsgemeinschaften stattfinden und Ausflüge unternommen werden können. „Wir freuen uns sehr darauf“, so Becker.

Die Schülerzahlen steigen. „Wir sind wieder gewachsen“, sagt Michael Becker. 866 (Vorjahr: 845) externe und interne Schüler zählt das Kolleg, 250 (Vorjahr 240) davon sind Internatsschüler. Räumlich und personell komme man inzwischen an die Grenzen, in einigen Klassen habe man niemanden mehr aufnehmen können.

Nachhilfe

Lernbrücken in den Ferien hatte es am Kolleg nicht gegeben, stattdessen bietet die Schule während des Schuljahrs Unterstützung in wichtigen Fächern an. Diese Stunden seien im Deputat eingeplant, sagt Becker, Nachhilfestunden seien sehr günstig, der Eigenanteil werde bei 5 Euro liegen. Gedacht sei die Nachhilfe für die Schüler, in deren Leistungen die Corona-Krise Lücken hinterlassen hat. Ebenfalls gestärkt werden sollen persönliche und soziale Kompetenzen der Schüler, auch hier gebe es Defizite. „Die Nachfrage nach persönlichen Gesprächen ist da“, so Becker.

Digitalisierung

Die Digitalisierung von Unterricht und Schulbetrieb schreitet weiter voran, so wird in diesem Schuljahr das digitale Klassenbuch eingeführt. Digitalisierungsschritte habe das Kolleg schon vor der Corona-Pandemie getan, durch die Lockdowns hätten sich diese Schritte allerdings beschleunigt.

Corona-Impfungen

Was Corona-Impfungen von Schülern betrifft, so entscheiden am Kolleg ausschließlich die Eltern, ob ein Kind oder Jugendlicher geimpft werde. Angebote des Landkreises würden weitergeleitet, erwachsene Schüler hätten die Möglichkeit, sich vom Betriebsarzt impfen zu lassen.

Bauarbeiten

Auf die Fertigstellung des Kollegssportplatzes, der wegen des Baus der Feuerwache um etwa 20 Meter verlegt wird, müsse die Kollegsgemeinschaft, anders als geplant, allerdings noch warten. Im Ostflügel, wo Internatszimmer umgebaut und saniert werden, beginnt in diesem Schuljahr der dritte und letzte Bauabschnitt.

Fürstabt-Gerbert-Schule

Für 635 Schüler – 121 Grundschüler, 196 Werkrealschüler und 318 Realschüler – der Fürstabt-Gerbert-Schule in St. Blasien heißt es wieder: Schulranzen packen. Unter ihnen sind 33 Erstklässer und 83 Schüler in den fünften Klassen der weiterführenden Schule. In den 31 Klassen (sieben Grundschul-, zehn Werkrealschul- und 14 Realschulklassen) unterrichten 52 Lehrer, darunter neun Grundschullehrer.

Gut aufgestellt

Man habe die Hoffnung, dass im neuen Schuljahr weder Fern- noch Wechselunterricht nötig sein werde, sagte Schulleiterin Susanne Schwer. Für unmöglich hält sie dies allerdings nicht. Aber wenn der Fall der Fälle eintreten sollte, sei man vorbereitet. Entsprechende Unterrichtspläne müssten dann zwar noch gemacht werden, aber ansonsten sei man gut aufgestellt und verfüge über Erfahrungen mit Plattformen wie Moodle, auf denen man dann wieder unterwegs sein würde, erklärt die Schulleiterin. „Wenn es soweit kommt, fangen wir nicht bei Null an wie im April des vergangenen Schuljahres“, fuhr sie fort.

Grundschule Häusern

Acht Erstklässer starten ihre schulische Laufbahn an der Grundschule Häusern. Die 41 Schüler werden von drei Lehrkräften unterrichtet. Wie im vergangenen Schuljahr, gibt es wieder zwei kombinierte Klassen, jeweils die Schüler der ersten und zweiten sowie der dritten und vierten Klasse werden gemeinsam unterrichtet. Er hoffe sehr auf ein normales Schuljahr mit Präsenzunterricht, sagte Rektor Martin Schweikart. Wenn es aber doch zu Fern- oder Wechselunterricht kommen solle, könne man auf die Erfahrungen des vergangenen Schuljahres zurückgreifen, in dem man die Situation dank der Unterstützung der Eltern gut habe meistern können. Aber die Unsicherheit, wie es weitergehe, belaste Schüler, Eltern und Lehrkräfte, so Schweikart weiter.

Grundschule Dachsberg

Sieben Erstklässler erwartet die Grundschule Dachsberg-Ibach am heutigen Donnerstag zur Einschulung. Die Abc-Schützen werden zusammen mit den Erstklässlern vom vergangenen Jahr in einer Kombiklasse mit insgesamt 18 Kindern unterrichtet. Im Ganzen gehen 41 Schüler in zwei Kombiklassen in die Schule in Wittenschwand. Dieses System habe sich im vergangenen Jahr gut etabliert, erläutert Schulleiter Daniel Dierenbach, einschließlich des selbstständigen Lernens im Lernatelier.

Digitalisierung

Digitale Medien sollen weiterhin eingesetzt werden, wo sie sinnvoll erscheinen, die Schule sei damit gut ausgerüstet. Trotzdem betont Dierenbach, dass der Präsenzunterricht, das „Erlebnis Lernen“ unersetzlich sei, und er hoffe sehr auf einen einigermaßen normalen Schulalltag.

Kein zusätzlicher Bedarf an Nachhilfe

Die Schüler der Grundschule Dachsberg-Ibach seien mit der Situation im vergangenen Schuljahr indes gut zurechtgekommen, die intensive Begleitung durch das bewährte und auch weiterhin bestehende Lehrerteam, die Möglichkeit zur Ausleihe von Geräten, falls nötig, sowie telefonische Ergänzung, wenn das Internet in einem Elternhaushalt zu schwach gewesen sei, hätten dafür gesorgt, dass kein Kind abgehängt wurde. Der rote Faden sei in den Hauptfächern auch durch die Wochenpläne gut sichtbar gewesen, die Eltern hätten sehr gut mitgearbeitet, für Lernbrücken habe er über das auch ohne Corona gegebene normale Maß hinaus keinen Bedarf gesehen.

Grundschule Bernau

Mit vier einzügigen Klassenstufen, insgesamt 70 Schülern und dem bewährten fünfköpfigen Kollegium des vergangenen Schuljahres geht die Hans-Thoma-Grundschule in Bernau ins Schuljahr 2021/22. Unter den Schülern sind 17 Erstklässler, die Lehrerin Christine Faller unterrichtet.

Lücken schließen

Wie Rektorin Anne Gerstner berichtet, stehen in diesem Schuljahr jeweils eine Stunde Mathematik und Deutsch mehr auf dem Stundenplan als bisher – das mit Blick auf möglich Lücken, die im Corona-Schuljahr 2020/21 entstanden sein könnten. Zusätzlich zu dem Mehrunterricht wird an einem Nachmittag pro Woche nun auch Hausaufgabenbetreuung angeboten. Fortgeführt wird ein Tag mit Nachmittagsbetreuung, den es bisher schon gab. Für noch umfangreichere Betreuungsangebote fehle in Bernau schlichtweg der Bedarf, berichtet Gerstner. „Lediglich drei von 70 Eltern würden sich mehr wünschen“, sagt sie. Für sinnvolle Beschäftigung der Kinder an den Nachmittagen sei auch durch Kooperationen mit den Bernauer Sportvereinen gesorgt.

Schulhündin

Eines ist an der Bernauer Grundschule neu: Erstmals gibt es einen ausgebildeten Schulhund. Venga gehört Janos Jaksch, der an der Hans-Thoma-Grundschule unterrichtet. So wird im neuen Schuljahr auch ein Schulhund-Projekt stattfinden, bei dem die Kinder lernen sollen, sich um ein anderes Wesen zu kümmern.