Unter Sicherheitsmaßnahmen haben die Regensburger Domspatzen mit ihrem Programm „Erschaffen“ unter dem seit September 2019 amtierenden Domkapellmeister Christian Heiß, selbst ehemaliger Domspatz, im Dom von St. Blasien gastiert. Die Schöpfung, so das Programmblatt, erzähle von der Herrlichkeit ihres Schöpfers, so strahlte auch das Programm Gotteslob und Zuversicht in das Wirken Gottes aus.

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Die Domspatzen begannen auf der Empore mit polyphonen Werken und wechselten zu Kompositionen neueren Datums nach unten in den Altarraum. Die kleine Gruppe der Männerschola stimmte mit dem gregorianischen Introitus zum Pfingstfest „Spiritus Domini“ auf das Konzert ein. Mit vier- bis sechsstimmigen Werken von Scarlatti, Palestrina und Schütz sowie dem doppelchörigen „Der Herr ist König“ Pachelbels ging es weiter, wobei die Strahlkraft der Sopranstimmen ebenso beeindruckte wie die weiche Grundierung durch die tieferen Register.

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Vornehmlich bei dem Werk von Schütz „Die Himmel erzählen“ rieselte die Sopranmelodie fast bildlich auf die Erde nieder. Im doppelchörigen Werk von Pachelbel kostete Heiß mit seinen flexibel agierenden Sängern die Echowirkungen der ineinander verschlungenen, einander imitierenden Chorsätze aus. Zudem machten die wechselnden Tempi diese Interpretation zu einem lebhaften Jubelgesang. Hatte der vierstimmige Chor der tieferen Stimmen das „Cantate Domino“ Giovanni Croces auf der Empore als willkommenen Farbtupfer erscheinen lassen, wirkte Mendelssohns „Hebe deine Augen auf“, gesungen im Altarraum vom dreistimmigen Knabenchor, als Gegenpol.

Hohes Niveau

Zuvor war Bruckners samtweich ansetzendes „Locus iste“ erklungen, mit einem spannungsgeladenen, präzise im Kontrast zum Beginn staccato vorgetragenen „iireprehensibilis est“ – ein Beleg für das hohe Niveau dieses Chores, in dem jeder Sänger, vom jüngsten bis zum ältesten, mit gleichem Engagement und großer Sicherheit agiert.

Fremdsprachige Kompositionen

Prachtentfaltung und dynamische Flexibilität zeichneten die Interpretation des „Os justi“ Bruckners wie auch Rheinbergers „Benedicta es tu“ aus, und ihre Sicherheit in der Wiedergabe auch fremdsprachiger Kompositionen jenseits von Latein und Deutsch demonstrierten die Sänger eindrücklich im „Sommarpsalm“ des Schweden Waldemar Åhlén sowie in Tchaikovskys „Cherubinischem Gesang Nr. 3“, zwei typischen, andächtig fließenden Werken ihrer jeweiligen Gattung.

Sopransolisten

Mit zwei markanten Sopransolisten warteten die Domspatzen auf in Javier Bustos „Ave maris stella“, wobei der zweite Solist das Echo des ersten bildete. Und in Peter Planyavskys „269. Psalm“ sowie in Knut Nystedts „I Will Praise Thee, O Lord“ bewies der Chor seine lebendigen, modernen Rhythmusqualitäten. Vor allem das durchgehend mehrschichtig gestaltete Werk Planyavskys mit seinem rhythmischen Grundostinato aus kurzen Staccati, den teilweise wie ferner Glockenklang wirkenden Hintergrundstimmen und dem syllabisch darüberliegenden Textvortrag war eine höchst spannend gestaltete Interpretation.

Applaus und Zugabe

Für den anhaltenden Applaus des Publikums bedankten sich die Domspatzen mit einer für sie typischen hochsensiblen Umsetzung komplexer Vorlagen in Form von Mendelssohns „Denn er hat seinen Engeln befohlen“, zugleich interpretierbar als ausgesprochen passender Segenswunsch an alle Konzertbesucher zum Abschied gerichtet.

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