Die evangelische Kirchengemeinde St. Blasien hat wieder eine Gemeindepfarrerin: Lisa Rudzki hat am Montag ihre Stelle angetreten, am Sonntag wird sie von der Dekanin des Kirchenbezirks Hochrhein, Christiane Vogel, in ihr Amt eingeführt. Für die junge Theologin ist es nach einer langjährigen Ausbildung der Start ins Berufsleben, für die Gemeinde ist es in gewisser Weise auch ein Neustart.

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Rund um das neue Pfarrhaus an der Straße Am Kalvarienberg in St. Blasien wird noch gearbeitet, die neuen Räume des Gemeindebüros sind noch nicht eingerichtet. Nur im darüberliegenden modernen Holzbau werden schon die privaten Umzugskartons ausgepackt. Dort zieht die 28-jährige Gemeindepfarrerin mit ihrem Ehemann ein. Das moderne Holzhaus sei einer der Gründe gewesen, sich für St. Blasien zu entscheiden. Der Gedanke der Nachhaltigkeit gefalle ihr sehr.

Wann das Büro aus dem Provisorium in der Christuskirche einziehen wird, sei noch nicht ganz klar, sagt sie, einige Arbeiten müssten zuerst noch erledigt werden. Für die aus Lörrach stammende Theologin, die am Sonntag in Weinheim ordiniert wurde, ist es die erste Stelle. „Ich freue mich total auf das, was jetzt kommt“, sagt sie. Spannend wird es allemal, denn nach mehrjähriger Vakanz und einem Jahr Corona-Ausnahmezustand ist das Gemeindeleben stark beeinträchtigt. Das sieht Lisa Rudzki aber als Chance, „weil ich nicht in Fußstapfen eines Vorgängers treten muss, der erst gestern gegangen ist“. Nun habe sie die Möglichkeit, zusammen mit der ganzen Gemeinde Neues zu schaffen.

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Bis das Leben in der Kirchengemeinde wieder richtig aufblühen kann, werde sie die Zeit nutzen, sich einzufinden und zu erkunden, was die Gemeinde braucht. Auch die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde hat sie im Blick – ein erster Termin des ökumenischen Arbeitskreises, an dem sie teilnehmen werde, steht schon fest.

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Die Vielfalt des Gemeindelebens kennt Lisa Rudzki: Schon sehr früh sei sie mit der Heimatkirchengemeinde in Kontakt gekommen. Regelmäßig besuchte die Familie den Gottesdienst und nach ihrer Konfirmation stieg sie als ehrenamtliche Mitarbeiterin in das Kindergottesdienstteam ein. Auch ihr Berufsorientierungspraktikum absolvierte sie in der Gemeinde. Der Berufswunsch war dann auch schon vor dem Abitur klar: Sie wollte Gemeindepfarrerin werden.

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Der Besuch eines humanistischen Gymnasiums in Lörrach zahlte sich für sie aus: Latein und Griechisch hatte sie dort schon gelernt, weshalb sie zu Beginn ihres Studiums nur noch Hebräisch lernen musste – das ersparte ihr einige Semester der langen theologischen Ausbildung.

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„Meine Lieblingsarbeit ist der Gottesdienst“, sagt Lisa Rudzki. Deshalb sei ihr während des sehr wissenschaftlich geprägten Studiums in Heidelberg und Göttingen der Kontakt zur Praxis überaus wichtig gewesen. Also engagierte sich auch in dieser Zeit ehrenamtlich in Gemeinden. Sie beteiligte sich beispielsweise am Konfirmandenunterricht oder betreute Konfirmierte. Und sie durfte auch predigen. Ihren ersten Gottesdienst leitete sie dann während ihres Vikariats.

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Die Gottesdienstvorbereitung begleitet sie die ganze Woche über. Schon am Montag lese sie den Predigttext für den kommenden Sonntag und lasse ihn wirken. Die Predigt, sagt sie, sei dann auch nicht erst auf den letzten Drücker fertig. Lisa Rudzki hat sich auch schon mit vielen Gottesdienstformen beschäftigt. Dazu gehören beispielsweise ein Tauffest an einem Brunnen oder auch Telefonandachten, für die sie während ihres Lehrvikariats in Weinheim verantwortlich war. Ihre Examenspredigt zeichnete sie als Youtube-Video auf und am vergangenen Ersten Weihnachtstag feierte sie einen Livestream-Gottesdienst. Bei der Wahl der Gottesdienstformen müsse man aber genau überlegen, welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Sie probiere gerne aus, sagt Lisa Rudzki, Neues werde sie aber gemeinsam mit dem Kirchengemeinderat erarbeiten.

Blick in die Zukunft

Zu ihrer Arbeit als Gemeindepfarrerin gehört auch der Schuldienst. Sechs Stunden wird sie wöchentlich in der Fürstabt-Gerbert-Schule unterrichten. Auf alle anstehenden Aufgaben und neuen Projekte freut sich die junge Pfarrerin: „Ich arbeite mit allen Altersgruppen gerne zusammen“, sagt sie. Überhaupt habe man als Gemeindepfarrerin „super viel Abwechslung. Jeder Tag ist anders und man weiß nie 100-prozentig, was kommt“.