Mehrere gut sichtbare Kreuze stehen derzeit auf Anhöhen des St. Blasier Stadtgebietes: das Toska-Kreuz auf dem Weissenstein, das Kreuz auf dem ehemaligen Kletterfelsen und das schlichte Holzkreuz auf dem Ziegelfeld. Die Laufenburgerin Manuela Götz möchte nun in privater Initiative ein weiteres Gipfelkreuz auf dem Lehenkopfgipfel errichten. Die Hürden im Lauf des Genehmigungsverfahrens sind beträchtlich.

Was steckt hinter dem Vorhaben?

Manuela Götz ist überzeugte Christin katholischer Konfession. Die Altenpflegerin und Mutter dreier erwachsener Kinder fühlt sich zu sakralen Kunstwerken hingezogen und restauriert in ihrer Freizeit auch selbst sakrale Skulpturen. Absolut begeistert ist sie von einem Gipfelkreuz des Südtiroler Holzschnitzers Josef Bernardi. Das Kreuz mit Corpus steht weithin sichtbar auf dem Gipfel des Ausserraschötz in Südtirol auf Gemarkung der Gemeinde St. Ulrich mit Blick auf die Bergwelt der Dolomiten. Erfahren hatte Manuela Götz von diesem Gipfelkreuz durch einen Beitrag eines österreichischen Fernsehsenders.

Manuela Götz.
Manuela Götz. | Bild: Susanne Filz

„Für mich war es das schönste Gipfelkreuz, das ich je gesehen habe“, sagt sie. Vier Wochen später machte sie sich gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten auf den Weg nach Südtirol, um dieses Kreuz mit eigenen Augen zu sehen. „Damals, im Jahr 2018, habe ich mir gewünscht, so etwas Einzigartiges und Großartiges in nächster Nähe zu haben“, berichtet sie. Das originale Bernardi-Kreuz auf dem Ausserraschötz misst mehr als sieben Meter, der Corpus ist 3,30 Meter hoch. Manuela Götz‘ Wunschkreuz aus der Schnitzerei Josef Bernardi in St. Ulrich im Grödnertal soll mit mindestens fünf Metern Höhe nicht viel kleiner ausfallen.

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Wo soll das Gipfelkreuz stehen?

Ihren Wunschstandort für das Kreuz hatte sie auf einer Wanderung im Raum St. Blasien auf dem Lehenkopfgipfel gefunden: auf einem Felsvorsprung auf der freien Fläche in der Nähe der dort aufgestellten Himmelsliege. Ihr persönlicher Bezug zur Domstadt: Manuela Götz hatte vier Jahre lang in Menzenschwand gelebt und während dieser Zeit in Pflegeheimen der Region gearbeitet. Noch immer fährt sie gerne zum Wandern hierher.

Wie soll das Vorhaben finanziert werden?

Das Geld für ihr Vorhaben – mindestens 15.000 Euro allein für das Kreuz mit Corpus – möchte sie durch eine private Spendenaktion zusammenbekommen. Ein entsprechender Flyer hängt seit einiger Zeit an verschiedenen Stellen der Stadt aus, etwa in den Räumen der Sparkasse und im Rathaus. Ihre Familie, Freunde und Kollegen unterstützen das Projekt. Kontakt aufgenommen hat sie bereits zum Bauamt der Stadt, mit der Seelsorgeeinheit St. Blasien und mit dem Kloster Mariabronnen in Weilheim.

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Wer darf ein Gipfelkreuz bauen?

Ob ein Tourismusverband, politische Gemeinde, Kirchengemeinde, ein Verein oder eine Privatperson – grundsätzlich dürfe jeder ein Gipfelkreuz errichten, vorausgesetzt der Eigentümer stimme dem Vorhaben zu, erklärt Tobias Herrmann vom Amt für Kultur und Öffentlichkeitswesen am Landratsamt Waldshut.

Wie sind die Verfahrensschritte?

Zunächst einmal: Der Eigentümer des Standortes muss das Vorhaben genehmigen. Da der Lehenkopf Staatswald ist, sich also im Besitz von ForstBW befindet, wäre auch die Zustimmung der Anstalt öffentlichen Rechts erforderlich, sagt Herrmann. Falls der Grundstückeigentümer dem Vorhaben zustimmt, müsse der Bauherr einen Antrag mit der Beschreibung seines Vorhabens an die Untere Naturschutzbehörde, die Untere Forstbehörde und gegebenenfalls an weitere Behörden stellen, so Tobias Hermann.

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So viel lasse sich aber schon jetzt sagen: Da der Lehenkopf innerhalb des Landschaftsschutzgebiets St. Blasien liegt, brauche das Vorhaben von Manuela Götz an diesem Standort grundsätzlich eine naturschutzrechtliche Erlaubnis. Im Rahmen des Verfahrens müsse die Untere Naturschutzbehörde prüfen, ob das Vorhaben mit den Schutzzwecken des Landschaftsschutzgebietes St. Blasien vereinbar ist.

Im Fall der Zustimmung aller beteiligten Stellen sei dann ein Vertrag mit dem Grundstückseigentümer erforderlich, worin Fragen etwa zur Haftung und Entschädigung geregelt sind. Einen Finanzierungsplan müsse der Bauherr nicht vorlegen. „Die Finanzierung des Vorhabens ist zwischen Antragssteller und Finanzinstitut zu klären“, so Herrmann. Ein baurechtliches Verfahren sei im Fall von Gipfelkreuzen ebenfalls nicht nötig, es müssten aber die öffentlich-rechtlichen Vorschriften bei verfahrensfreien Bauvorhaben eingehalten werden.

Gibt es Regeln zur ästhetischen Gestaltung?

Regeln zur ästhetischen Gestaltung eines Gipfelkreuzes gebe es nicht. Da die Errichtung eines Gipfelkreuzes nicht von baurechtlichem Belang sei, besitze die Gemeinde, auf deren Gemarkung das Kreuz stehen soll, in diesem Fall die Stadt St. Blasien, kein Mitspracherecht. Für die Betreuung und Pflege der Anlage sei der Bauherr zuständig, erklärt Mediensprecher Tobias Herrmann weiter.