Die Corona-Pandemie stellt viele Unternehmen in Sachen Ausbildung vor Probleme, unter anderem, wenn es um Betriebsschließungen, Kurzarbeit und Homeoffice geht. Bei den beiden Unternehmen Aebi Schmidt (St. Blasien) und Holzbau Bruno Kaiser (Bernau) hat die Krise mit Ausnahme des Homeschoolings der Auszubildenden wenig Auswirkungen auf die Ausbildung. Ganz anders sieht es in den Hotels „Bergblick“ (Bernau) und „Alpenblick“ (Höchenschwand) aus, wo die Ausbildung im Betrieb auf Eis liegt.

Aebi Schmidt

34 Auszubildende werden derzeit im Unternehmen Aebi Schmidt in St. Blasien ausgebildet, darunter Studenten der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Villingen-Schwenningen. Auf die betriebliche Ausbildung hat die Corona-Pandemie wenig Auswirkungen, auf die üblichen Schutzmaßnahmen wie Mund-Nasen-Schutz und Abstand werde immer geachtet, sagt Personalleiter Reinhold Sonner. Für die Auszubildenden steht in Sachen Berufsschule und DHBW immer wieder Homeschooling an.

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Kein Problem habe man, die Lehrstellen zu besetzten, so Sonner, das Interesse junger Menschen an der Ausbildung im Betrieb sei nicht zurückgegangen. Bei der Werbung von Auszubildenden setze man auf entsprechende Portale. Auf Bewerbermessen, die derzeit nicht stattfinden können, sei man ohnehin nicht unterwegs, erklärt der Ausbildungsleiter. Es bestehe aber eine Kooperation mit der Fürstabt-Gerbert-Schule, bei deren Berufsinformationstag man immer vor Ort sei. Die Veranstaltung musste aber in diesem Jahr auch ausfallen.

Holzbau Bruno Kaiser

Auch bei Holzbau Bruno Kaiser hat sich in der betrieblichen Ausbildung der 20 Nachwuchskräfte nichts geändert. Für Auszubildende, die über eine schlechte Internetverbindung verfügten, habe man Homeschooling auf dem Betriebsgelände angeboten, sagte Anna Wirbser, die im Unternehmen für das Personalmanagement zuständig ist. Das Angebot musste aber nicht angenommen werden.

Vorstellung per Videokonferenz

Was die Akquirierung von Auszubildenden betrifft, setzt man, da Jobbörsen coronabedingt nicht stattfinden können, auf Videokonferenzen mit Schulklassen, bei denen Auszubildende über ihre Erfahrungen mit der Ausbildung berichten. Aber erfahrungsgemäß ersetzten Onlineveranstaltungen die Face-to-Face-Gespräche nicht, ist Anna Wirbser überzeugt. Über einen eigenen Berufsinformationstag im Betrieb denke das Unternehmen Holzbau Bruno Kaiser nach, ob ein solcher aber tatsächlich stattfinden könne, sei ungewiss.

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Die Zahl der Bewerbungen gehe zurück, erklärt die Personalmanagerin. Ob das auf die Corona-Krise zurückgeführt werden muss, sei jedoch nicht ersichtlich. Vielmehr schwinde allgemein das Interesse an einer Ausbildung im Handwerk – die Industrie sei wohl interessanter, so die Vermutung von Wirbser. Es konnten noch nicht alle Ausbildungsplätze besetzt werden.

Eine Katastrophe

Ganz anderes sieht die Situation in der Gastronomie aus. Als Katastrophe, nicht nur für die Betriebe, sondern auch für die Auszubildenden, bezeichnet Renate Thoma vom Hotel „Alpenblick“ in Höchenschwand die Situation. Die beiden angehenden Köchinnen habe man in Kurzarbeit schicken müssen, in der Berufsschule stehe Wechselunterricht an. Und wie die Kammern im Hinblick auf die Ausbildung letztlich mit der Situation umgehen werden, sei noch ungewiss, so die Hotelchefin weiter. Sie äußert Verständnis dafür, wenn Beschäftigte der Branche den Rücken kehrten.

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Der einzige Auszubildende im Hotel „Bergblick“ – ein junger Mann will Koch werden – hat inzwischen wegen der Betriebsschließung ein Praktikum in einer Bäckerei absolviert, ein weiteres Praktikum soll in einer Metzgerei folgen, sagt „Bergblick“-Chef Jürgen Schön. Wenigstens etwas Praxis stand aber über Ostern direkt im Hotel an, als im Hotel Gerichte zum Abholen angeboten wurden. Trotz aller Probleme zeigen sich Schön und Renate Thoma optimistisch: „Wir lassen uns nicht unterkriegen.“