Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten hat es vor einigen Tagen bei der Versteigerung in einem Züricher Auktionshaus zur großen Erleichterung der Vorsitzenden des Vereins Winterhalter in Menzenschwand, Elisabeth Kaiser, geheißen. Denn mit diesem Zuschlag erwarb der Verein ein Ölgemälde des in Menzenschwand geborenen Malers Franz Xaver Winterhalter. Aber es kostete viel Nerven, bis es so weit war – und einen Betrag im niedrigen sechsstelligen Bereich.

Immer wieder ist man in Winterhalterverein auf der Suche nach neuen Exponaten, die Vorsitzende Elisabeth Kaiser ist daher bei rund zehn Auktionshäusern gelistet und erhält von dort Informationen über anstehende Versteigerungen. Dann heißt es, die Kataloge nach Winterhalter-Exponaten zu durchsuchen.

Das Bild im Katalog des Auktionhauses.
Das Bild im Katalog des Auktionhauses. | Bild: Christiane Sahli (Repro)

Bei einem Züricher Auktionshaus wurde sie kürzlich fündig, das Ölgemälde „Die schöne Amerikanerin“ von Franz Xaver Winterhalter stand zur Versteigerung an. Schnell war man sich im Vorstand einig, um dieses Bild mitbieten zu wollen und der Betrag, bis zu dem man mithalten wollte, wurde festgelegt. Dann war der Auktionstag gekommen, mittags machte sich Elisabeth Kaiser mit zwei Vereinsmitgliedern auf dem Weg nach Zürich.

Schon auf der Fahrt war die Anspannung deutlich zu spüren. Und die vielen Ampeln und der Stop-and-go-Verkehr, insbesondere in und im Zürich, verschärften die Anspannung eher noch. Gibt es viele Interessenten für das Bild? Und wie viel sind sie zu zahlen bereit? Reicht das Budget, um das Bild zu ersteigern? – Viele Fragen gingen den Vertretern des Menzenschwander Museumsvereins durch den Kopf.

Eine halbe Stunde vor Beginn der Versteigerung der Gemälde aus dem 19. Jahrhundert kamen Elisabeth Kaiser und ihre Begleiter am Auktionshaus an. Zunächst einmal galt es, sich registrieren zu lassen und die Nummer in Empfang zu nehmen, die zum Bieten in Saal berechtigte. Würde sich die Nummer 171 als Glückszahl erweisen?

Dann blieb immer noch Zeit bis zum Beginn der Auktion. Zeit, die die Menzenschwander nutzten, um sich in dem Auktionshaus umzusehen. Denn zu sehen gab es mehr als genug, von Gemälden über Porzellan bis hin zu Möbeln und Teppichen und einigem mehr. Dann ging es los: Außer den Mitgliedern des Winterhaltervereins waren nur noch vier weitere Bieter im Saal. Aber das besagte noch nichts, denn im Hintergrund warteten Mitarbeiter an acht Telefonen auf die telefonischen Gebote. Auch über das Internet bestand die Möglichkeit, an der Auktion teilzunehmen, schriftliche Gebote konnten ebenfalls abgegeben werden.

Punkt 16 Uhr begann die Auktion, das erste von rund 53 Bildern aus dem 19. Jahrhundert wurde aufgerufen. Es folgten weitere 18 Bilder. Bei einigen, wenn es nur einen einzigen Bieter gab, erfolgte der Zuschlag bereits nach wenigen Sekunden, bei anderen dauerte es etwas länger. Es waren zeitweise nicht nur die acht Telefone besetzt, zwei Mitarbeiterinnen des Auktionshauses gaben zusätzlich Gebote, die sie über das Handy erhalten hatten, an den Auktionator weiter.

Währenddessen stieg der Adrenalinspiegel der Menzenschwander immer weiter an. Nach einer knappen halben Stunde war es dann so weit, das Winterhaltergemälde wurde aufgerufen – Konzentration war jetzt gefragt. Zunächst beteiligten sich noch mehrere Bieter per Telefon, stiegen aber nach und nach aus, als der Preis immer weiter stieg. Ein weiterer Bieter blieb schließlich übrig und auch hartnäckig, die Gebote wurden im Sekundentakt abgegeben.

Dann aber herrschte nach einem Angebot von Elisabeth Kaiser Stille. Hatte sich der andere Bieter zurückgezogen? So lautete die bange Frage. Das hatte er. Und als es dann hieß: „zum Dritten“, waren Jubel und Erleichterung groß. Den genauen Kaufpreis, der mit der Hilfe eines Gönners aufgebracht wurde, möchte der Verein nicht veröffentlichen.