Die Corona-Pandemie hat das Leben in vielfacher Hinsicht auf den Kopf gestellt, dies gilt auch für die Vereine. Nachdem der erneute Lockdown auch die Sportvereine lahmgelegt hat, galt es, nach Alternativen zu suchen, um den Mitgliedern die Möglichkeit zu bieten, sich wenigstens ein wenig sportlich zu betätigen. Dem SV St. Blasien ist dies mit mehreren Videos mit Workouts für zu Hause gelungen. Trotz aller Probleme blickt man optimistisch in die Zukunft.

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„Auf zu neuen Taten“, sagte der Vorsitzende des Sportvereins St. Blasien Gerhard Kappenberger. Den Kopf in den Sand stecken will man auf gar keinen Fall, auch wenn der Lockdown die Vereinsaktivitäten im Herbst vollständig zum Erliegen gebracht hat. Aber auch zu Hause kann man sich problemlos sportlich betätigen. Anregungen bieten dazu Workout-Videos, die der Sportverein erstellt und auf seiner Internetseite veröffentlicht hat. Unter dem Motto „Zuhause gegen den Corona-Blues“ zeigt Übungsleiterin Karin Engesser Übungen für Kräftigung und Beweglichkeit. Zwei weitere Videos entstanden in Zusammenarbeit mit dem Fitnessstudio „Albgym“, in dessen Räumen die Aufzeichnungen erfolgten. „Albgym“-Chef Sascha Bernhard und ein Kollege stellen Übungen für den Muskelaufbau vor, bei denen Gegenstände, die in jedem Haushalt zu finden sind, wie Wasserflaschen oder Getränkekisten, die Fitnessgeräte ersetzen.

Kurze Rückkehr zum Training

Vor kurzem gab es einem kleinen Lichtstreif am Horizont, denn man konnte mit 20 Jugendlichen unter 14 Jahren wieder in das Fußballtraining einsteigen, die Jugendlichen seien heiß darauf gewesen, wieder auf den Platz gehen zu können, sagte Kappenberger. Aber dies währte nur kurz, nach zwei Wochen war schon wieder Schluss. Sobald es möglich ist, dies ist bei einer 7-Tages-Inzidenz unter 100 der Fall, will man wieder in die Sportarten, die im Freien betrieben werden können – Fußball und Beachvolleyball – einstiegen. Was die Hallensportarten betrifft, sind kontaktarme Sportarten wie Tischtennis erst bei einer Inzidenz von unter 50, Kontaktsportarten bei einer Inzidenz von unter 35 wieder möglich. Was Punktspiele betrifft, hofft man auf einen Start im Herbst.

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Die Situation stellt die Verantwortlichen vor viele Probleme, es gilt, die sich ständig ändernden Verordnungen im Blick zu haben und die Mitglieder entsprechend zu informieren – eine zweitaufwendige Arbeit. Aber Gerhard Kappenberger kann sich, wie er sagte, auf sein Team verlassen.

Sommercamp steht auf der Kippe

Angesichts der Unwägbarkeiten sei es zudem schwierig, zu planen. Auch in diesem Jahr will man Anfang August gemeinsam mit Tennisclub, Skiclub und Kolleg ein Sommercamp anbieten. Ob dies allerdings möglich sein wird, erforderlichenfalls mit einem Hygienekonzept, steht in den Sternen. Aber die Hoffnung will man nicht aufgeben.

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Und auch was das Nachholen der im vergangenen Jahr ausgefallenen Veranstaltungen anlässlich des Vereinsjubiläums betrifft, herrscht alles andere als Klarheit. Angedacht sei aber, so Kappenberger, gemeinsam mit dem Skiclub, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Jubiläum feiert, im Herbst etwas hinzukommen.

Frustrierend

Die Situation bezeichnete der Vorsitzende als sehr frustrierend. Es gebe auch noch die Sorge, dass die Mitglieder dem Verein davonlaufen, wenn es noch zu lange so weitergeht. Aber derzeit sei die Motivation der Mitglieder noch vorhanden, lediglich zehn haben dem 350 Mitglieder zählenden Verein in letzter Zeit den Rücken gekehrt, teilweise aber bedingt durch Wegzug, erklärt Kappenberger.

Treue

Und dank der Treue der Mitglieder stehe der Verein auch finanziell noch gut da, da die Mitgliederbeiträge die größte Einnahmequelle darstellen. Da fällt auch die coronabedingte Schließung der Sportgaststätte, die vom Verein betrieben wird, nicht allzu schwer ins Gewicht. Trotz aller aktuellen Probleme blickt Kappenberger optimistisch in die Zukunft: „Auf zu neuen Taten“.