Rund 18.000 Privatwaldbesitzer gibt es im Landkreis, rund 200 mit Flächen zwischen 0,5 und 30 Hektar im Revier von Roland Behringer, das sich vom Albtal über Häusern und St. Blasien bis hin zum Äulemer Kreuz erstreckt. Obwohl die Erlöse aus dem Holzverkauf die Aufarbeitungskosten teilweise nicht mehr decken, sind viele Privatwaldbesitzer bemüht, ihren Wald in Schuss zu halten und das Kalamitätsholz aufzuarbeiten.

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Trockenheit, Stürme und Borkenkäfer haben dem Wald in den vergangenen Jahren stark zugesetzt, was den Käferbefall betrifft, ist der Landkreis Waldshut eine der am stärksten betroffenen Regionen des Landes. Angesichts des Schadholzanfalls sind die Holzpreise stark gefallen.

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Vielfach habe der Erlös aus dem Holzverkauf nicht einmal mehr die Kosten der Aufarbeitung gedeckt, sagte Förster Roland Behringer. Inzwischen haben die Holzpreise aber dank einer verstärkten Nachfrage aus Bayern wieder angezogen, derzeit könne wieder mit einem geringen Gewinn gerechnet werden, so Roland Behringer weiter.

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Höchst unterschiedlich sei die Motivation der Privatwaldbesitzer betreffend die Aufarbeitung des Kalamitätsholzes, so die Erfahrung des Försters. Die einen seien sehr bemüht, ihren Wald in Schuss zu halten, andere hätten die Lust verloren, zumal keiner der Waldbesitzer mehr auf den Holzverkauf angewiesen sei.

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Als entscheidend für die Motivation der Waldbesitzer bezeichnete der Förster den Bezug zum Wald. Wenn der Wald seit Langem in Familienbesitz oder erworben worden sei, bestehe auch großes Interesse, diesen in Schuss zu halten. Eher gering sei das Interesse, wenn der Wald ohne entsprechenden Bezug geerbt worden sei. Wenn man die Waldbesitzer anspreche, gehe es in der Regel vorwärts, erklärte Behringer.

Wenig Freude am Wald

Freude am Wald, der für ihn ein Hobby ist, hat Ralf Kuhlmey derzeit nicht. Den Zustand seines Waldgrundstücks im Albtal mit einer Fläche von 3,5 Hektar, das sich seit Langem im Familienbesitz befindet, bezeichnete er als Katastrophe. Die Fläche sei zu 90 bis 95 Prozent mit Fichten bewachsen, der gesamte Bestand sei mittlerweile abgestorben.

So geht es weiter

Trotz aller Widrigkeiten ist Kuhlmey um die Aufarbeitung des Käferholzes bemüht und nimmt dabei die Hilfe eines Forstbetriebes in Anspruch, da er aus beruflichen Gründen und mangels entsprechende Maschinen nicht in der Lage ist, die Aufarbeitung selbst in die Hand zu nehmen. Er rechnet allerdings nicht damit, das gesamte Holz verkaufen zu können. Naturverjüngung sei auf der Fläche feststellbar, ob er ergänzend eine Pflanzaktion angehen werde, sei unter anderem von Zuschüssen abhängig, erklärte Kuhlmey.

Große Lücken

Der Käferbefall hat eine gewaltige Lücke in den Fichtenbestand seines knapp einen Hektar großen Waldgrundstücks gerissen, ein Ende sei nicht abzusehen, sagte ein anderer Waldbesitzer, der seinen Namen nicht genannt wissen will. Aber dennoch sieht er die Sache positiv, vielleicht komme man mit einem blauen Auge davon, so seine Hoffnung. Er hänge sehr an dem Familienbesitz, der Wald sei für ihn seit jeher eine Freizeittherapie.

Aufforsten mit Laubbäumen

Die Aufarbeitung des Holzes übernimmt die Familie in Eigenarbeit, die Arbeit sei gerade in der derzeitgen Situation „sehr vom Idealismus getragen“. Seine Familie und er seien nach wie vor motiviert, den Wald zu pflegen, es müsse weiter gehen. Ob er in Sachen Aufforstung tätig werde, sei noch offen, so der Waldbesitzer, zumal die Fachleute auch von einer sofortigen Wiederaufforstung abrieten. Und: „Forstmeister Sturm“ könne ebenfalls noch zuschlagen. Eines sei jedoch schon jetzt sicher: Wenn er wieder aufforstet, dann nicht mit Fichte, sondern mit Laubholz, gegebenenfalls auch mit Douglasie.