In ihr Amt als Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde St. Blasien ist Lisa Rudzki am Sonntag eingeführt worden. Bei aller derzeit vorgegebenen Distanz war es dennoch eine herzliche, wenn auch kurze Feier. Die schönsten Wegweiser finde man im Schwarzwald, sagte Dekanin Christiane Vogel. Er sei aber nicht das Ziel, sondern er weise von sich weg und zum Ziel hin. Wer ihm folge, komme am richtigen Ort an. So sei es auch bei den Pfarrern: Sie seien Wegweiser, die den Weg zu Jesus Christus zeigten. „Wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Jesus Christus als den Herrn“, sagte die Dekanin. „Das ist sehr wichtig“, betonte Vogel, es sei nicht die Aufgabe der Pfarrer, zu sagen, was das Richtige ist, sie sollten von sich wegschauen und eben den Weg zum Ziel weisen.

Dekanin Christiane Vogel.
Dekanin Christiane Vogel. | Bild: Ursula Freudig

Dekanin Christiane Vogel berief schließlich Lisa Rudzki zum Dienst der Pfarrerin in der Christusgemeinde, die sie zusammen mit dem Kirchengemeinderat und dem Vakanzvertreter Markus Wagenbach aus Höchenschwand leiten wird. Die junge Theologin, die vor einer Woche zur Pfarrerin ordiniert wurde, darf die Verwaltung noch nicht alleine verantworten, den entsprechenden Kurs müsse sie noch absolvieren, erklärte die Dekanin. Deshalb stehe ihr Pfarrer Wagenbach zur Seite, der sie in diesen Aufgabenbereich auch einführen werde.

Als Pfarrerin im Probedienst (für zwei Jahre) betreut Lisa Rudzki (28 Jahre) die evangelische Christusgemeinde St. Blasien.
Als Pfarrerin im Probedienst (für zwei Jahre) betreut Lisa Rudzki (28 Jahre) die evangelische Christusgemeinde St. Blasien. | Bild: Karl-Wilhelm Frommeyer

Pfarrerin Lisa Rudzki stellte den Bibelspruch zu ihrer Ordination in den Mittelpunkt ihrer kurzen Predigt: „Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.“ (Josua 1,9) Einerseits sei Josua mit dem Volk Israel endlich am Ziel, also im gelobten Land, andererseits, wisse er nicht, was die Zukunft bringe. Gott richte mit diesem Zuspruch den Blick auf den Weg, der vor Josua liege, er könne hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. „Mir macht dieser Zuspruch Mut“, sagte Pfarrerin Rudzki.

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Seit ihrer Konfirmation habe sie darauf hingearbeitet, irgendwann Pfarrerin zu sein. Und nun stehe sie in ihrer Wunschgemeinde. Auch die Gemeinde habe einen langen Weg der Vakanz hinter sich. Gemeinsam könne man jetzt auf das schauen, „was vor uns liegt“. Es werde immer wieder Höhen und Tiefen geben, aber immer könne man auf den Zuspruch vertrauen.

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Dekanin Christiane Vogel und auch Werner Gassert für den Kirchengemeinderat nutzten die Gelegenheit, sich bei Pfarrerin Renate Hartwig, die rund ein Jahr lang als Vakanzvertreterin in der Gemeinde tätig war, und bei Pfarrer Wagenbach, der davor und nun auch wieder in der Funktion tätig sein wird, zu bedanken. Auch bei Pfarramtssekretärin Susanne Weise bedankte sich Gassert ausdrücklich, „die in fast vier Jahren Vakanz eine Fülle zusätzlicher Aufgaben erledigen musste“.

Vorfreude auf die Zusammenarbeit

Der Kirchengemeinderat freue sich auf die gemeinsame Zeit mit der neuen Pfarrerin Lisa Rudzki, sagte Gassert, und: „Wir sind überzeugt, dass wir ein gutes Team bilden werden.“ Das Gremium sei sich auch sicher, nach Ende der Probezeit in zwei Jahren weiter mit der neuen Pfarrerin zusammenarbeiten zu wollen. Herzlich wurde auch Ehemann Thomas Rudzki in der Gemeinde willkommen geheißen. Mit einem Augenzwinkern überreichte ihm Gassert ein Geschenk: eine Schneeschaufel. Die werde er aber vorerst wohl nicht mehr verwenden müssen. Mit einem Gruß aus der Entfernung gingen die Besucher gleich nach dem Gottesdienst auseinander.