Wenn es brennt oder sonstige Hilfe benötigt wird, muss die richtige Ausrüstung vorhanden und einsatzbereit sein. Deshalb muss die Stadt für die Feuerwehr St. Blasien ein altes Fahrzeug ersetzen. Den Kauf eines Hilfeleistungslöschfahrzeugs hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Es war der Abschluss eines mehre Jahre dauernden Prozesses.

Die angebotenen Feuerwehrfahrzeuge konnten die Mitglieder eines Arbeitskreises an einem Tag begutachten und direkt vergleichen.
Die angebotenen Feuerwehrfahrzeuge konnten die Mitglieder eines Arbeitskreises an einem Tag begutachten und direkt vergleichen. | Bild: Daniel Wagner (Feuerwehr St. Blasien)

Knapp 445.000 Euro wird das Fahrzeug kosten. Ausgeschrieben worden waren das Fahrgestell, der Aufbau und die Beladung jeweils in eigenen Losen. „Der Prozess ging gut drei Jahre“, sagte Feuerwehrkommandant Tobias Schneider. Schließlich gehe es um eine teure Investition in die Sicherheit der Einwohner. Grundlage für die Entscheidung sei der Brandschutzbedarfsplan gewesen, in dem ein Gutachter und auch die Fachleute des Landratsamts zusammen mit den Verantwortlichen vor Ort feststellen, welche Ausrüstung die Feuerwehr St. Blasien benötigt, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Es gehe nicht darum, irgendwelche Wünsche zu erfüllen.

Normen

Die Richtung geben auch die verschiedenen geltenden Normen vor, erläutert Schneider im Gespräch mit dieser Tageszeitung. Wenn dann feststeht, welche Fahrzeuge, Geräte und sonstigen Hilfsmittel nötig sind, nehme man mit den Behörden Kontakt auf, die über Zuschüsse zu entscheiden haben. Sind die rechtliche Grundlage und der tatsächliche Bedarf geklärt, könne man sich bei den verschiedenen Anbietern umschauen.

Sonderausstattung

Zwar werden Fahrzeuge mit Norm-Beladung angeboten, sagte der Feuerwehrchef, aber diese müsse durch die örtliche Zusatzbeladung ergänzt werden. Für das zukünftige Hilfeleistungslöschfahrzeug für die Feuerwehr St. Blasien habe der Planungskreis beispielsweise eine Waldbranderstausstattung vorgesehen. Auch hydraulisches Rettungsgerät, das abseits der Straßen gut einsetzbar ist, werde gebraucht. Dabei gehe es nicht um Luxus, sondern um Notwendigkeit, betonte der Feuerwehrkommandant. Angesichts der klimatischen Veränderungen werden die Einsatzkräfte in Zukunft häufiger mit Wald- oder Flächenbränden konfrontiert werden. „Wir beschäftigen uns ausgiebig mit dem Thema Vegetationsbrand“, sagte Schneider.

Wasser

Deshalb sei auch die Größe des Wassertanks ein wichtiges Thema. Die genormten Fahrzeuge verfügten üblicherweise über einen 1000 Liter fassenden Wassertank, was in dieser Region häufig zu knapp bemessen sei. Den benötigten 1600-Liter-Tank musste sich die Stadt im Vorfeld vom Regierungspräsidium Freiburg, dass über den Zuschuss entscheidet, genehmigen lassen.

Topografie

Und in der ländlichen Region, die topografisch manchmal schwierig sei, komme ein Fahrzeug beispielsweise manchmal von der Straße ab und rutsche einen Abhang hinunter. Um schnell helfen zu können, bräuchten die Einsatzkräfte ein verhältnismäßig leicht transportierbares Rettungsgerät mit Akkubetrieb.

Test

Schließlich wurde das benötigte Fahrzeug ausgeschrieben, drei Angebote gingen ein. Die drei Hersteller wurden zu einem gemeinsamen Präsentationstermin eingeladen. Die Mitglieder des Arbeitskreises, zu dem das Kommando der Feuerwehr und die Gerätewarte sowie Vertreter der Stadtverwaltung und des Gemeinderats gehören, ließen sich die Fahrzeuge genau präsentieren und prüften sie ausgiebig.

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Wichtige Kriterien seien beispielsweise die Pumpensteuerung und auch die Zustiegssituation, um zu jeder Zeit im Notfall schnell und unfallfrei helfen zu können. Und natürlich achte man auf die Verarbeitungsqualität, schließlich müsse das teure Fahrzeug ein Vierteljahrhundert zuverlässig sein. „Alle Anbieter bauen gute Löschfahrzeuge“, sagte Feuerwehrkommandant Tobias Schneider. Dennoch könne man anhand eines Kriterienbogens Unterschiede feststellen.

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Die Feuerwehr St. Blasien verfüge beispielsweise schon über mehrere Fahrzeuge eines Herstellers. Kaufe man jetzt wieder von diesem Hersteller, mit dem man bereits gute Erfahrungen gemacht habe, reduziere man den Ausbildungsaufwand. Wartungen könnten auch kombiniert und dadurch günstiger werden. Im Falle dieses Fahrzeuges habe auch die „sicherheitstechnische Ausführung beim Zu- und Ausstieg in und aus dem Mannschaftsraum“ besonders für einen Anbieter gesprochen, der um rund 5000 Euro teurer als der günstigste Anbieter ist.

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Einstimmig folgte der Gemeinderat der Empfehlung von Feuerwehr und Stadtverwaltung: Das Fahrgestell wird MAN liefern (rund 108.475 Euro), den feuerwehrtechnischen Aufbau liefert Rosenbauer (rund 240.022 Euro), die feuertechnische Beladung kommt von dem Unternehmen Wilhelm Barth (rund 96.288 Euro). Tobias Schneider geht davon aus, dass das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug im Herbst 2022 geliefert wird.