„Kupfer-Felsenbirne – gespendet vom Liederkranz St. Blasien“, kann seit einigen Tagen an einem Laubbaum nachgelesen werden, der im Kurpark steht. Schlicht aber edel weist ein hochwertiges Schild darauf hin, dessen Anbringung die Sänger des mittlerweile aufgelösten Liederkranzes um die Vorsitzende Beate Endres und Bürgermeister Adrian Probst mit einer kleinen Feierstunde verknüpften.

Vermögen geht an andere Vereine

Den 155 Jahre alten geschichtsträchtigen Gesangverein gibt es nicht mehr. Das Konto wurde im Januar nun endgültig aufgelöst, die Noten werden sortiert, in Kisten verpackt und beschriftet. Noch vor der Corona-Pandemie habe man mit dem verbliebenen Vereinsgeld von 1500 Euro Gutes getan und es an Vereine gespendet.

Eine junge Kupfer-Felsenbirne erinnert im Kurpark in St. Blasien an den traditionsreichen, mittlerweile aber aufgelösten Liederkranz.
Eine junge Kupfer-Felsenbirne erinnert im Kurpark in St. Blasien an den traditionsreichen, mittlerweile aber aufgelösten Liederkranz. | Bild: Cornelia Liebwein

Doch eine Kleinigkeit sei noch zu regeln, sagte Beate Endres bei der Feierstunde: Das Namensschild musste noch am Baum angebracht werden. „Wegen Corona war es im vergangenen Jahr schlecht möglich, aber nun möchten wir dies ein wenig feiern“, sagte sie. In Zukunft wolle man sich darauf konzentrieren, miteinander Ausflüge oder Museumsbesuche zu machen und vor allem die Kontakte zu pflegen.

Pflege für den Baum

„Manches ändert sich der Form nach“, sagte Bürgermeister Adrian Probst, unabhängig davon, freue er sich über die erste Veranstaltung seit langer Zeit. Man habe dem Baum frische Erde gegeben, ihn gedüngt, informierte Endres, und manchmal müsse man mit Pflanzen auch reden.

Die Früchte

Durch den Hagel vor wenigen Wochen habe die Kupfer-Felsenbirne zwar gelitten, aber ein, zwei Früchte trage sie. Man habe sie damals wegen ihrer weißen Blüten, der kupferroten Tönung der Blätter und der prächtigen Herbstfärbung bewusst ausgesucht. Die Früchte seien wohlschmeckend und so groß wie die Heidelbeere. Spontan versprach man das erste Glas Marmelade, das daraus entsteht, Bürgermeister Probst, für den feststand: Er habe den Eindruck, dass der Liederkranz das Tal der Wehmut und der Tränen hinter sich gelassen habe.

Die Auflösung

Im Hinblick auf den Ablauf der Auflösung des Vereins stellte fest Beate Endres: „Wir haben soweit alles richtig gemacht, nun können wir uns entspannt zurücklehnen und in Erinnerungen schwelgen, beispielsweise sich gemeinsam den Film von Gerd Umber anschauen über den feierlichen Abschlussabend 2019 im Kursaal.“

Erinnerungsstücke

Nun hoffe man auf eine Erinnerungsecke im Museum im Haus des Gastes für die schönen Pokale, die Vereinsfahne und weitere Erinnerungsstücke und einen Platz für den geschnitzten Schrank der Familie Kraft – diesbezügliche Gespräche müssten aber erst noch geführt werden. Ob man nun das Museum besucht oder nicht – wer im Kurpark von St. Blasien spazieren geht oder dort einen Kaffee trinkt, wird jetzt immer an den traditionsreichen Verein erinnert – und diese Erinnerung wird sogar von Jahr zu Jahr größer werden.