„Bitte einbringen“ hieß es bei einem Workshop, zu dem die Projektpartner des geplanten Zentrums Holzbau Schwarzwald (ZHS) mit der Stadt St. Blasien ins Kurhaus in Menzenschwand eingeladen hatten. Rund 50 Interessierte informierten sich über das Projekt und brachten Ideen vor. Kritik wurde an dem angestrebten Standort auf dem Mösleparkplatz im Menzenschwander Hinterdorf geäußert.

Was das Gebäude betrifft, gibt es noch keine detaillierte Planung. Als denkbar bezeichnete der Projektleiter ein, um keinen Parkraum zu vernichten, auf Stelzen stehendes Gebäude mit zwei oder drei Geschossen mit Tagungsräumen, Werkstatt, Gastronomie, Erlebnisräumen und Außenbereich.

Das könnte Sie auch interessieren

Bürgermeister Adrian Probst wies auf die Entscheidung des Gemeinderats hin, der das Projekt grundsätzlich befürwortet. Eine Schwierigkeit sieht der Rathauschef in der Unsicherheit. Daher sei es „sehr, sehr wichtig, den schwierigen, aber nachhaltigen Weg mit früher Beteiligung zu gehen“, sagte er. „Bitte einbringen“, hieß es auch bei den sich an die Informationen anschließenden drei Workshops zu den Themen „Technik und Forschung“, „Tourismus“ sowie „Umwelt und Soziales“.

Die Kritik

Bevor man in die Diskussion einsteigen könne, gelte es, die Frage nach dem Standort zu klären, sagte eine Teilnehmerin. Aus ihrer Sicht sei der Standort völlig ungeeignet, da er den Blick in das Tal verbaue. Die Meinung teilten auch andere Teilnehmer. Man wolle an diesem Abend keine Prioritäten setzen, alles solle gleichberechtigt auf den Prüfstand kommen, hielt Bürgermeister Probst dem entgegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Zwei Pole hätten sich bei der Diskussion herausgestellt, fasste er später die Ergebnisse zusammen: Einerseits Befürchtungen, Ängste und Kritik, andererseits konkrete Vorstellungen und der Wunsch, sich einzubringen. Konsens bestehe aber darin, dass eine langfristige Perspektive eröffnet werden und der Ort profitieren müsse. Es solle aber so wenig Fläche verbraucht werden wie möglich. Auch der Wunsch einer kritischen Prüfung des Standortes sei deutlich geworden. Wichtig sei aber, betonte der Rathauschef, keine Gräben in der Bevölkerung entstehen zu lassen. Auf den, wie er sagte, verständlichen Wunsch einer Teilnehmerin nach einer Bürgerbefragung verwies er auf die repräsentative Demokratie.

Workshop Technik und Forschung

Aufklärung zum Bauen mit Holz, Holzkunde, materialspezifische Forschung, Sanierungen, die Information privater Bauherren über Fördermöglichkeiten, aber auch die Belebung von Leerständen standen auf der Liste der anzugehenden Inhalte dieses Workshops, den Stefan Kudermann moderierte. Als Formate wurden Holzwandertouren, Materialgegenüberstellungen sowie die Entwicklung eines mobilen Sägewerks genannt.

Workshop Tourismus

Einfache und regionale Gastronomie im ZHS, eine Schirmbar aus Holz, der Ausbau eines Besucherleitsystems, ein Parkleitsystem, Angebote für die ganze Familie, Einbeziehung der örtlichen Gastronomie, Einbindung des Wintersports, Verkehr und das Achtgeben auf die Natur wurden in Sachen Tourismus auf der Agenda des von Manuel Kienzler (Stadtmarketing St. Blasien) moderierten Workshops gesehen. Aber auch die Erhaltung von Bestandsgebäuden in der Stadt ist aus der Sicht der Teilnehmer wichtig.

Workshop Umwelt und Soziales

Im Rahmen des von Bürgermeister Adrian Probst moderierten Workshops spielte die Frage des Standortes und eventuelle Alternativen eine besondere Rolle. Die „stückweise Verbauung des Tales“ wurde von einigen Teilnehmern vehement abgelehnt und die Erhaltung des Ortsbildes von Menzenschwand gefordert. Alternativ könnte das Zentrum Holzbau Schwarzwald auf mehrere kleinere Gebäude im Ort verteilt werden, hieß es.

Lokale Betriebe

Sie brachten die Nutzung des Kur- und Sporthauses sowie die Einbeziehung von Bestandsgebäuden ins Gespräch. Außerdem sahen die Diskutierenden auch Chancen durch die Integrierung lokaler Betriebe und Dienstleister, für die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs und die Nutzung des Projektes als Anreiz und Chance für junge Menschen.