Für Literatur hat sich Hildegund Hirt sei jeher interessiert. Mehr als 20 Jahre lang arbeitete sie ehrenamtlich in der katholischen öffentlichen Bücherei in St. Blasien, auf ihre Initiative gingen Literaturkurse und das Literaturcafé zurück, für das sie zwei Jahrzehnte lang verantwortlich zeichnete. Nun aber gab sie die Leitung an Klaus-Peter Schönfeld ab. „Mein Herz schlägt für die deutsche Sprache und Literatur“, sagt Apothekerin Hildegund Hirt. So absolvierte sie 1994/95 eine Ausbildung als Büchereiassistentin in Bonn mit abschließender Prüfung.

In St. Blasien besuchte Hildegund Hirt einst Literaturkurse von Karl Iglhaut, damals Lehrer am Kolleg und Vorsitzender des Pfarrgemeinderats. „Der beste Unterricht, den ich je hatte“, erinnerte sich Hildegund Hirt. Nachdem Iglhaut die Literaturkurse aufgegeben hatte, gelang es ihr, Pater Peter Leutenstorfer als Nachfolger für Literaturkurse unter dem Dach der Bücherei zu gewinnen.

Kurse im Winter und Frühjahr

Auf dem Programm standen ab 1997 zwei Kurse im Winter und Frühjahr mit zehn Doppelstunden zu jeweils einem Thema. In Laufe der Zeit übernahm Rita Grawehr einen der beiden Kurse, um Pater Leutenstorfer zu entlasten. Von Juni bis September lief in Sachen Literatur in der Domstadt aber nichts. Für sie sei das ein unbefriedigender Zustand gewesen, erinnert sich Hildegund Hirt. Und so kam sie auf die Idee, während der Sommermonate ein monatliches Literaturcafé ins Leben zu rufen, Veranstalter war ebenfalls die katholische öffentliche Bücherei. Ab etwa 1998 hielten verschiedene Referenten nun Vorträge zu selbstgewählten Themen.

Das Ende de Kurse

2005 gab Pater Leutenstorfer die Literaturkurse auf und als Rita Grawehr aus der Region fortzog, war das Ende dieses Angebotes besiegelt. Dafür wurde das Programm des Literaturcafés ausgebaut. Die Vorträge finden seither einmal im Monat, jeweils am letzten Donnerstag, statt. Eine Ausnahme machte dabei die Veranstaltung im Dezember.

Die Weihnachtsveranstaltung

Viele Jahre lang las Peter Leutenstorfer in der Vorweihnachtszeit die Weihnachtsgeschichte „Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma in bayerischen Dialekt, musikalisch umrahmt von Schülern des Kollegs. Veranstaltungsort war nicht wie gewohnt das Domhotel, sondern das Kolleg. „Eine schöne Einstimmung auf Weihnachten“, findet Hildegund Hirt. 2020 fand die letzte Weihnachtslesung mit Pater Leutenstorfer statt, er hat St. Blasien inzwischen verlassen.

Die Referenten

Als Referenten hat Hildegund Hirt viele Literaturkenner aus der Region gewonnen, unter ihnen Willi Ziegelmeier (St. Blasien), Eva Berberich (Oberweschnegg), Rüdiger Müller (Dachsberg), Wolfgang Endres (St. Blasien), Thomas Mutter (St. Blasien), den ehemaligen Kollegsdirektor Klaus Mertes und Horst Lickert (Leiter des katholischen Bildungswerkes Waldshut). Mit Hansjörg Schneider war ein renommierter Autor und mehrfacher Literaturpreisträger aus der Schweiz zu Gast. Auch andere Referenten kamen von weit her, etwa aus Hamburg, Hannover, Stuttgart oder vom Bodensee. Und so mancher Referent hielt im Laufe der Jahre mehrere Vorträge.

Das Interesse

Das Literaturcafé stieß und stößt auf großes Interesse, zwischen 25 und 30 Interessierte kamen zu den Vorträgen. Vor Kurzem hat Hildegund Hirt nun die Leitung abgegeben. Sie blickt auf eine schöne Zeit zurück, in der es für sie immer im Vordergrund stand, den Menschen Freude zu bereiten.