Wer von dem am 12. August 1912 in Schluchsee geborenen Bernhard Steinert spricht, muss von zwei Persönlichkeiten reden. Zur Ausbildung als Finanz- und Betriebsfachmann war er 1937 nach St. Blasien zur Bezirkssparkasse gekommen. Seine berufliche Laufbahn beendete er als Vorstand des Geldinstituts, das er mit Autorität, umsichtigen Entscheidungen und zeitgemäßen Modernisierungs- und Erweiterungsvorgaben führte.

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Das Fenster seiner ersten St. Blasier Unterkunft gab den Blick auf die Domkuppel frei, sein Geburtstag war an einem 12. August, dem Tauftag des ihn begeisternden Fürstabts Martin Gerbert. Das sind zwei Hinweise auf die Liebe zur 1000-jährigen Geschichte des Klosters und der Siedlung St. Blasien, die sich bei Bernhard Steinert entfaltete.

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Es ist nun unmöglich, auf begrenztem Raum sein historisches und literarisches Schaffen darzustellen, es müssen Erinnerungsstücke genügen: Bis Ende 1979 mehr als vier Jahrzehnte Organist und Leiter des Domchors (in dieser Eigenschaft Komposition einer festlichen Pastoralmesse und des Blasiuslieds), Verfasser des Festspiels zur 1000-Jahr-Feier des Klosters 1946, zahlreiche Gedicht- und Prosasammlungen (zum Beispiel das Gedichtbändchen „St. Blasien“, Wanderungsbeschreibungen mit dem Förster), die Textbücher zu den beiden Auftakt-Domfestspielen 1993 und 1997 und seine Forschersumme und Gesamtschau „Sankt Blasier Land“ zur nachklösterlichen Entwicklung der Gemeinde und späteren Stadt.

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Die Liebe zu seiner zweiten Heimat wurde zur Leidenschaft, Bernhard Steinert war nicht nur klarer Sachwalter einer vertretbaren Finanzpolitik, sondern parallel dazu auch Anwalt des historischen Erbes. Im verschworenen Kreis klagte er manchmal über die nicht ausreichende Wertschätzung der heimischen Geschichte und ihrer Vermittler.

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Die Ehrenbürgerschaft im August 1977 zu seinem 65. Geburtstag war dann Milderung seiner Befürchtungen, die sich bis auf seine Grabplatte erhalten haben: „Wir bringen Dir unsrer Qualen schwere Namen und singen jubelnd unser höchstes Amen.“ Bernhard Steinert starb am 15. August 1994 in St. Blasien.