Das geplante Zentrum Holzbau Schwarzwald (ZHS) soll auf dem Areal des Menzenschwander Kurhauses entstehen. Das haben die hinter dem Projekt stehenden Unternehmen zusammen mit der Stadt St. Blasien, dem Landkreis und dem Verein Bauwerk Schwarzwald entschieden. Was möglicherweise abgerissen und wo neu gebaut werden wird, steht noch nicht fest. Geplant ist jedoch schon, dass das ZHS im Herbst erste Seminare veranstalten soll.

„Wir sind gut auf dem Weg“, sagte Projektleiter Stefan Kudermann im Gespräch. War er bis Jahresende bei einem der beteiligten Unternehmen beschäftigt, wechselte er zum Jahresbeginn zum Verein Bauwerk Schwarzwald, um sich ganz um das Vorhaben kümmern zu können. Und zu tun gibt es noch viel.

Trägerin des Zentrums Holzbau Schwarzwald soll eine gemeinnützige GmbH (gGmbH) werden, die im März gegründet wird. Bereits Mitte Februar werde sich der Gemeinderat von St. Blasien mit einem Erbbaurechtsvertrag und der Frage beschäftigen, ob die Stadt Gesellschafterin des Unternehmens wird, sagte Bürgermeister Adrian Probst. Möglicherweise werde auch der Landkreis Waldshut Gesellschafter werden. Gleichzeitig wird Kudermann das Konzept und die Flächenplanung konkretisieren, denn im April muss der zweite Teil des Förderantrags eingereicht werden.

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Die Wirtschaftlichkeit habe für das Kurhausgelände gesprochen, sagte Probst. Für die Entscheidung sei auch von Bedeutung gewesen, dass an dem Standort wichtigen Zukunftsthemen, wie innerstädtische Entwicklung oder die Beseitigung von Leerständen verwirklicht werden können, erläuterte der Projektleiter.

Übernachtungsmöglichkeiten für Studenten

Der Gebäudekomplex besteht aus dem neueren Kurhaus und einem damit verbundenen älteren Wohngebäude, in dessen Obergeschoss sich zwei Wohnungen befinden. Dieses Gebäude solle bestehen bleiben und so umgebaut werden, dass dort Seminarteilnehmer übernachten können. Übernachtungsplätze seien wichtig, damit beispielsweise Studenten aus Stuttgart oder anderen Universitätsstädten an ZHS-Veranstaltungen teilnehmen können, gleichzeitig könne die gGmbH so wichtige Einnahmen erzielen. Würde man das ZHS auf dem Mösleparkplatz ansiedeln, könnte man dort keine Übernachtungsmöglichkeiten schaffen.

Anfangs habe man nicht daran gedacht, ein Bestandsgebäude für das Leuchtturmprojekt zu nutzen, nach Gesprächen mit dem zuständigen Landesministerium sei aber klar geworden, dass eine Förderung nicht nur bei einem Neubau möglich ist – gefördert werde das Projekt an sich.

Und so habe man nun „den sechser im Lotto gewonnen“, sagte Probst: Das sanierungsbedürftige Kurhaus kann nun als Teil des ZHS-Projektes ganz oder teilweise saniert, abgerissen oder ergänzt werden. Einen genauen Plan gibt es aber noch nicht. Dafür, wie der Gebäudekomplex am Ende aussehen wird, ist das Konzept entscheidend. In die Entwicklung sollen regionale Planungsbüros eingebunden werden.

Fachleute sollen im Zentrum ins Gespräch kommen

Klar ist, das ZHS soll Praktiker und Wissenschaftler zusammenbringen und Lobbyarbeit für den Holzbau betreiben. Die Fachleute in den Betrieben, Ingenieure, Architekten, Wissenschaftler und Studenten müssen miteinander ins Gespräch kommen, sagt Kudermann. Um möglichst viele Stellen ins Boot holen zu können, werde es auch einen Beirat geben, zu dem Universitäten, Institute und auch die Forstliche Versuchsanstalt gehören soll. Der Projektleiter freut sich, mit dem Berufsförderwerk der südbadischen Bauwirtschaft eines der drei großen Bildungswerke, die sich mit Holzbau befassen, als Gesellschafterin gewonnen zu haben.

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Bis zum Start sollen unterschiedliche Veranstaltungsformate entwickelt werden. Denkbar sei beispielsweise, dass im ZHS Forschungsprojekte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht oder Betriebe von Wissenschaftlern auf den Stand der Forschung gebracht werden.

Auch Unternehmen und Behörden, die einen Neubau planen oder genehmigen müssen, sollen so erfahren, was alles möglich ist. Denn oft hänge die Entscheidung für oder gegen einen Holzbau am Architekten oder anderen Beratern. Auch den Nachwuchs will das ZHS in den Blick nehmen, Kudermann denkt zum Beispiel an Ferienworkshops für Jugendliche, die so ein Gespür für das Handwerk bekommen könnten.

So soll das Zentrum aussehen

Das ZHS soll neben den Übernachtungsmöglichkeiten über einen Saal, einen Werkraum, einen digitalen Zukunftsraum, in dem virtuelle Räume betreten werden können, Seminarräume, Büros, einen Ausstellungsraum und eine kleine Gastronomie verfügen.

Die Stadt, so der Plan, übergibt die Gebäude an das ZHS, wofür der Erbbaurechtsvertrag geschlossen werden soll. Gleichzeitig soll die Stadt, so der Vorschlag der Verwaltung, als Mieterin den Saal, die Toiletten und andere Räume nutzen können.