Was lange währt, wird endlich gut: Drei Jahre lang hatte sich der Verein Kino und Kultur mit der Beschaffung einer neuen Leinwand beschäftigt, nun wurde die Neuanschaffung im Kursaal von einer Fachfirma montiert. Künftig werden die Filme in deutlich besserer Qualität mit guten Kontrasten zu sehen sein, sagen die Verantwortlichen erfreut. Schon mehr als 30 Jahre war die Leinwand alt, der Zahn der Zeit hatte sichtbar an ihr genagt. Als vergilbt, mit vielen Falten und gebrochener Oberfläche beschrieb die Vereinsvorsitzende Christina Haberstieg den Zustand. Die Folge: Die Leinwand reflektierte die Farben nicht mehr und verdunkelte den Film.

Schwer zu bedienen

Ein weiteres Problem: Die sehr schwere Leinwand war nicht leicht zu bedienen. Anfangs musste sie mit großem Kraftaufwand an Seilen hinauf und hinunter gelassen werden, für Frauen ist das kaum zu schaffen und zudem nicht ganz ungefährlich, hieß es. Schriftführer Hermann Popiolek konnte zumindest eine provisorische Abhilfe schaffen: Er baute eine Seilwinde mit einer Sicherheitsvorrichtung in die alte Konstruktion ein.

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Eine neue Leinwand musste her, das war den ehrenamtlichen Kinomachern klar. Was sich jedoch als schwierig erwies, war die Finanzierung. Die Stadt St. Blasien erklärte sich bereit, einen Betrag von 3000 Euro beizusteuern, die gleiche Summe kam noch einmal durch Spenden zusammen. Zudem wurden Fördermittel bewilligt, sodass mit zusammen Eigenmitteln des Vereins die Finanzierung – rund 12.000 Euro – gesichert war.

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Mit einem Fachmann für Kinoeinrichtungen wurde die Situation von Ort besprochen. War die alte Leinwand noch perforiert (die winzigen Löcher waren bei Filmvorführungen nicht zu sehen), um den Ton durchzulassen, entschied man sich nun für eine nicht perforierte Leinwand, der Ton kommt von einer vor der Leinwand platzierten Anlage. Die Qualität nicht perforierter Leinwände sei besser, insbesondere für Menschen mit Brille, erläuterte Christina Haberstieg.

Leinwandspezialist Dennis Stiers zog die Leinwand mithilfe zweier Flaschenzüge an ihren Platz.
Leinwandspezialist Dennis Stiers zog die Leinwand mithilfe zweier Flaschenzüge an ihren Platz. | Bild: Christina Haberstieg

Mit der Firma Stiers aus der Nähe von München fand der Kinoverein eine Fachfirma, die nun die Leinwand lieferte und installierte. Das war keine leichte Aufgabe. Mithilfe einer Hebebühne beförderte drei Mitarbeiter des städtischen Bauhofs die schwere Leinwand zunächst einmal auf den Balkon des Kursaals. Von dort aus ging es mit Muskelkraft ins Innere des Gebäudes.

Die Scheinwerfer

Zu klären war die Frage, ob die Leinwand vor oder hinter der Leiste mit den Scheinwerfern angebracht werden solle, technisch möglich war beides. Man entschied sich nach Rücksprache mit Bauamtsleiter Manuel Eber dafür, die Leinwand vor den Scheinwerfern zu platzieren, um diese vor dem Scheinwerferlicht zu schützen.

Die Montage

Und dann war Leinwandspezialist Dennis Stiers weitgehend auf sich allein gestellt. Mit zwei Flaschenzügen zog er die Leinwand in die Höhe, auf zwei Teleskopstangen fixiert und mit Ketten gesichert, bevor die Befestigungsarbeiten beginnen konnten – insgesamt war das eine zweitaufwendige Prozedur, die sich über eineinhalb Tage hinzog.

Europäische Qualität

Die neue Leinwand mit einer Projektionsfläche von sechseinhalb auf vier Meter verfügt über eine helle Reflexionsfläche, die sehr gute Kontraste ermögliche, beschrieb Stiers die Vorteile. Und: Die Leinwand wurde in Europa gefertigt und ist giftfrei, anders als es Produkte aus China seien, so der Fachmann weiter. Die Leinwand wird mittels Motorkraft auf und ab gelassen, Bremsen und eine Fangvorrichtung sorgen für die Sicherheit.

Warten auf die Zeit nach dem Teillockdown

Die Freude über die neue Leinwand ist groß bei den Mitgliedern des Kinovereins, sie hoffen, dass sie bald wieder Filme in ganz neuer Qualität zeigen können. Ein ausgeklügeltes Hygienekonzept haben sie parat. Schon vor dem aktuellen Teillockdown hatte der Verein ein entsprechendes Konzept eingeführt, das auch gut funktioniert habe, sagte die Vorsitzende. Aber wann wieder Filme gezeigt werden können, steht derzeit angesichts der aktuellen Situation in den Sternen.