Der Startschuss ist gefallen: Die Sektmanufaktur Heinz Wagner in St. Blasien hat in kleinem Kreis offiziell ihre Türen geöffnet. Noch in diesem Sommer will Maximilian Wagner die Produktion des edlen Getränkes in der Domstadt aufnehmen. Das Besondere an dem Projekt: Der gesamte Produktionsprozess vom Pressen der Trauben bis hin zum fertigen Sekt findet unter einem Dach statt – ein Konzept, das es in Deutschland nur selten gibt, sagt der Unternehmer.

Maximilian Wagner
Maximilian Wagner | Bild: Christiane Sahli

Noch ist nicht alles ganz fertig, aber in Kürze soll die Produktion des ersten St. Blasier Sektes in Angriff genommen werden, erläuterte Wagner, der das Getränk bislang bei einem Lohnbetrieb herstellen ließ. Das Gebäude eines ehemaligen Getränkehandelsunternehmens, das er erworben hatte, eigne sich bestens für seine Pläne, erklärte er. Neben einem Präsentationsraum stehen eine rund 1200 Quadratmeter große Halle mit sechs Metern Höhe und zwei Kellerräume zur Verfügung, von denen einer sich, abgeschottet und dunkel, bestens für die Lagerung von zwischen 70.000 und 80.000 Flaschen eigne. Dort lagern bereits jetzt mehr als 30.000 Flaschen. Der Tank in dem zweiten Kellerraum wird ein Fassungsvermögen von 75.000 Litern haben.

Die Schritte

In der Halle soll in Zukunft ein Großteil der Produktionsschritte stattfinden, vom Pressen der Trauben über die Abfüllung, den Rüttelprozess, in dem sich die abgestorbenen Hefen durch Drehen und die Neigung der Flaschen in den Flaschenhals bewegen, bis hin zum Degorgieren (Entfernen des Hefepfropfs unter Kälteeinwirkung).

Die Geräte

Die Flaschen werden mit einem Korken verschlossen und müssen etwa zweieinhalb Jahre bei konstanter Temperatur und Dunkelheit gelagert werden, bevor sie von Hand mit einem Etikett versehen werden. Da viele der Produktionsschritte, etwa das Pressen der Trauben, nur einmal das Degorgieren aber vier- bis sechsmal in Jahr erfolgen, werden die entsprechenden Anlagen mobil sein und können bei Bedarf auf- und abgebaut werden.

Die Trauben

Um seinen Sekt herzustellen, will Wagner ausschließlich Trauben der Sorten Chardonnay und Pinot Noir vom Tuniberg und aus dem Markgräflerland im Verhältnis 40 zu 60 verwenden. Wichtig sei für ihn, dass der Kunde wisse, dass der Sekt ihm zusage und sich nicht zwischen verschiedenen Sorten entscheiden müsse, sagte er. Dennoch werde jeder Jahrgang anders sein.

Die Pläne

Die Produktion in der seiner Aussage nach ersten und bislang einzigen Sektmanufaktur im Schwarzwald will Maximilian Wagner in Kürze aufnehmen. Vorerst sollen sechs Tonnen Trauben vor Ort verarbeitet werden, weitere rund 50 Tonnen Trauben bei dem Lohnbetrieb. Nach und nach soll dann die gesamte Produktion nach St. Blasien verlegt werden. Seine Sektmanufaktur werde eine von nur zehn Betrieben in Deutschland sein, bei der die gesamte Produktion unter einem Dach erfolge, sagte Wagner.