Mit großer Besetzung war am Mittwoch das Filmteam von „Wann kommst du meine Wunden küssen“, dem neuen Film, der derzeit hauptsächlich auf dem Windberghof gedreht wird, in der Apotheke von Alexander Dehm zu Gast. Trotz des Aufgebots nahezu aller 35 Mitglieder, zu denen noch neun Statisten kamen, die alle unter den Corona-Hygienebedingungen arbeiten mussten, einschließlich der zu Drehbeginn geforderten Schnelltests, lief alles in einer lockeren und freundlichen Atmosphäre ab.

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Dehm spielte sich selbst, wobei er es als große Erleichterung empfand, alles ganz natürlich ohne Wort für Wort vorgeschriebenen Text ablaufen lassen zu können. Das Filmteam habe 2020 unter mehreren Apotheken schließlich seine zum Dreh ausgesucht, weil sie wohl am ehesten den Vorstellungen von einer Apotheke im ländlichen Umfeld entsprach. Als dann die Dreharbeiten aufgrund von Corona abgesagt wurden, habe er die Anfrage eigentlich als hinfällig betrachtet. „Echt baff“ sei er daher gewesen, als das Filmteam vor einigen Wochen erneut bei ihm vorsprach und ihn dann auch noch fragte, ob er den Apotheker gleich selbst spielen wolle.

Bedenken

Gut gefühlt habe er sich, als die Schauspielerinnen Bibiana Beglau und Gina Henkel, die er aus dem Fernsehen kannte, ihn ganz selbstverständlich in ihre Gemeinschaft aufnahmen. „Da macht man sich ja im Vorfeld schon so seine Gedanken, ob die nun ganz abgehoben und unnahbar sind“, bekennt Dehm. Er fand es „einfach toll“, mit ihnen zu spielen und er würde diese Erfahrung nicht missen wollen und auch gerne wieder mitmachen.

Individuelle Note

Auch, dass Regisseurin Hanna Doose jedem seine individuelle Note gelassen habe und nur den groben Ablauf vorgegeben, aber Details immer wieder situationsbedingt veränderbar waren, habe ihm viel von seiner anfänglichen Anspannung genommen. „Sie ist immer hautnah dabei, wirkt sehr professionell, hat genaue Vorstellungen, scheint aber auch Spaß am Improvisieren zu haben, das hat mich sehr angesprochen“, kommentiert Dehm die Arbeit von Hanna Doose. Das ganze Team sei super eingespielt, entspannt und dabei engagiert bei der Sache.

Anspruchsvolle Arbeit

„Das war eine tolle Erfahrung, ein Erlebnis fürs Leben sozusagen, und zum jetzigen Zeitpunkt genau richtig, in dieser doch ziemlich ereignislosen Zeit mal wieder was ganz Anderes“, bekennt Dehm. Obwohl er jederzeit wieder ja sagen würde, wäre das Schauspielern aber letztlich kein Job für ihn. Es sei anstrengender als erwartet. „Fünf Stunden zu drehen für am Ende zwei bis drei Minuten im Film, das ist schon auch anspruchsvoll, das sieht man dem Endergebnis ja nicht an“, meint er und würdigt eine enorme Leistung der Schauspieler. Auch die Statisten hat er nicht beneidet, die beinahe immer an der gleichen Stelle standen und im Gegensatz zu ihm, der hinter dem Tresen bleiben konnte und auch geschminkt war, nach jeder gedrehten Sequenz wieder ihre Masken aufsetzen mussten. „Aber auch da hat das Team vorgesorgt und zwischendurch Essen und Trinken angeboten“, lobt er.

Flexibles Team

Das Team sei extrem flexibel gewesen und habe auch kurzfristig Anpassungen vor Ort vorgenommen. Ihm sei zu Beginn die Situation in der zu drehenden Szene kurz erklärt worden, samt ein paar Fixpunkten für den Ablauf. In der Szene habe er dann aber den Freiraum gehabt, im Grunde seinen normalen Berufsalltag durchzuziehen und bei jeder Version, die die Kamera aufnahm, in den vorgegebenen Grenzen spontan auf sein Gegenüber zu reagieren. „Dass ich keinen auswendig gelernten Text aufsagen musste, hat mir viel Druck genommen“, strahlt er, alles habe sich ganz natürlich angefühlt.

Bis zum Mittwoch wird das Team in der Region drehen, danach folgen die beiden letzten Drehtage in Berlin. „Jetzt wird es wahrscheinlich noch über ein Jahr dauern, bis der Film herauskommt. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis“, sagt Alexander Dehm abschließend. Jedenfalls sei er froh, dass auch der Südwestrundfunk mit im Boot sei, denn wer wisse schon, wann die Kinos den Film tatsächlich zeigen können.