Der Vorwurf der Körperverletzung und des Fahrens ohne Fahrerlaubnis stand in einem Strafverfahren vor dem Amtsgericht St. Blasien im Raum. Der Angeklagte räumte ein, ohne Führerschein gefahren zu sein, stritt den Vorwurf der Körperverletzung dagegen ab. Richterin Susanne Lämmlin-Daun verurteilte den Mann schließlich wegen der eingeräumten Taten zu einer Geldstrafe, das Verfahren wegen Körperverletzung wurde abgetrennt und eingestellt.

Der Angeklagte war im Wege des Strafbefehls wegen Körperverletzung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis in zwei Fällen zu einer Gesamtgeldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 100 Euro verurteilt worden. Den Vorwurf des Fahrens ohne Fahrerlaubnis räumte er ein und gab als Grund für die Fahrten Notfälle an.

Vorwurf: Schlag in den Rücken

Dem Vorwurf der Körperverletzung, die der Angeklagte in Abrede stellte, liegt ein Zerwürfnis mit einem Mann zugrunde, der seine Arbeitsräume in dem Haus, in dem der Angeklagte wohnt, innehat. An einem Morgen im Januar soll der Angeklagte dem Geschädigten im Treppenhaus einen Schlag in den Rücken versetzt und ihm von hinten einen Tritt gegen das Knie versetzt haben, sodass dieser mit dem Rücken gegen die Treppe gestürzt sei. Ein Tritt gegen den Kopf des am Boden Liegenden habe das Ziel verfehlt.

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Ganz anders schilderte der Angeklagte den Vorfall. Im Treppenhaus sei es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen. Sein Kontrahent habe ihm dann einen Tritt gegen das Knie gegeben, habe daraufhin das Gleichgewicht verloren und sei auf die Treppe gestürzt.

Der Geschädigte gab an, bereits bei seiner Ankunft auf dem Parkplatz sei der Angeklagte vor Ort gewesen, sei ihm nach dem Aussteigen aus dem Auto immer näher gekommen und auf den Fuß gestanden. Er habe ihn daraufhin beiseitegeschoben und sei ins Haus gegangen. Der Angeklagte habe ihm dann in Treppenhaus einen Schlag in den Rücken versetzt und ihm, als er auf der Treppe gestanden habe, von hinten voll umgetreten. Dadurch habe er das Gleichgewicht verloren, sich um die eigene Achse gedreht und sei mit dem Rücken auf die Treppe gestürzt. Der Angeklagte sei ihm dann auf den Unterschenkel getreten und habe versucht, ihm gegen den Kopf zu treten, dies ohne Erfolg. Durch den Vorfall hat der Geschädigte nach eigenem Bekunden Verletzungen erlitten und war über einen längeren Zeitraum auf Schmerzmittel angewiesen.

Richterin stellt Verfahren ein

Verteidiger Christian Straub regte die Einstellung des Verfahrens zur angeklagten Körperverletzung an. Lämmlin-Daun befand dies im Hinblick darauf, dass das Verfahren damit zu Ende wäre und sich die Sache nicht in einer möglichen zweiten Instanz fortsetzen würde, als sinnvoll. So sah es auch Staatsanwalt Pascal Attrodt. Die Richterin trennte das Verfahren wegen Körperverletzung daraufhin ab, stellte es ein und erlegte dem Angeklagten die Zahlung von 3000 Euro an eine soziale Einrichtung auf.

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Richterin Susanne Lämmlin-Daun gab dem Angeklagten am Ende der Verhandlung folgenden Ratschlag mit auf den Weg: Künftig auch bei Notfällen nicht ins Auto zu steigen, sondern anders für Hilfe zu sorgen.

Die Urteilsbegründung

Was die beiden Fahrten ohne Fahrerlaubnis betraf, verurteilte Richterin Lämmlin-Daun den Angeklagten zu einer Gesamtgeldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 100 Euro. Zudem muss er weitere drei Monate auf seinen Führerschein verzichten. Bei der Strafzumessung berücksichtigte sie zugunsten des Mannes das Geständnis und die Tatsache, dass den Fahrten Notfälle zugrunde lagen. Zu seinen Lasten wertete sie allerdings, dass er bereits einmal wegen eines Verkehrsdeliktes verurteilt wurde.