Von einigen Ereignissen sind die Gemeinden der Region gleichermaßen betroffen, etwa von den Problemen mit dem Borkenkäfer im Forst. Waren früher die Lagen oberhalb von 800 Metern noch von dem gefräßigen Insekt verschont geblieben, machen die Tiere sich nun aufgrund des Klimawandels auch dort über die Bäume her.

Daher war der der Leiter des Kreisforstamtes, Helge von Gilsa, in den vergangenen Monaten immer wieder in den Sitzungen von Gemeinderäten und Forstbetriebsgemeinschaften zu Gast. Mit der Einstellung von Elena Kummer als erste Borkenkäfermanagerin sollte der Kampf gegen die Käfer besser koordiniert werden.

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Auch der Ausbau des Glasfasernetzes für schnelles Internet beschäftigte alle Gemeinden im Kreis Waldshut. Dachsberg, Ibach, St. Blasien, Bernau, Höchenschwand, Todtmoos, Görwihl und Schluchsee koordinieren seit 2016 als IKZ Dachsberg gemeinsam die Arbeiten. 2019 liefen parallel in allen Gemeinden die Arbeiten am Ortsnetz an, es wurden Kabel verlegt und Häuschen für die zentralen Übergabepunkte im jeweiligen Ort gebaut.

Die Ausweisung von Natur-Schutzzonen erwies sich im scheidenden Jahr als Problem, da diese die Entwicklungsmöglichkeiten von Gemeinden wie Bernau oder Dachsberg erheblich einschränken. Ebenfalls in allen Gemeinden brachten die Kommunalwahlen Änderungen in der Zusammensetzung der Gemeinderäte.

Zusätzlich zu diesen allgemeinen Ereignissen kann auch jede Kommune in der Region auf eigene Ereignisse zurückblicken. Wir haben eine Auswahl zusammengestellt.

St. Blasien

Bei den Narren läuft alles immer etwas anders. So war es nur ein bisschen erstaunlich, dass im Januar bei den Geißentälern in Menzenschwand ein Jubiläum unter dem Motto „55 plus 1“ gefeiert wurde. Grund dafür war die Tatsache, dass im Jahr zuvor noch einige andere Narrenzünfte ihre Jubiläen begehen wollten. So kamen die Menzenschwander dann eben erst 2019 in den Genuss eines bunten Jubiläumsprogrammes mit Narrentreffen, Zunftmeisterempfang, Narrenmesse, Nachtumzug und Guggenmusiktreffen.

Mehrere Sanierungsprojekte machten im zu Ende gehenden Jahr in St. Blasien von sich reden. Am auffälligsten war sicher die Sanierung des Ochsenstegs und die damit verbundenen Behelfsbrücke zwischen Hauptstraße und Domplatz. Hatte das Technische Hilfswerk diese einige Jahre zuvor als Präsentation seines Könnens aufgebaut, so diente dieser neuerliche Besuch der Helfer mit ihrem mobilen Übergang der Verbindung über die Alb. Eine weitere große Sanierungsaufgabe war die ehemalige Wirtschaftsschule, die nun zu einem modernen Nebengebäude der Fürstabt-Gerbert-Schule (FGS) geworden ist. Benannt wurde sie nach dem Ende der Arbeiten im Sommer nach dem früheren Rektor Willi Ziegelmeier.

„Mittelerde auf dem Domplatz“ hieß es im August, die Filmmusik von „Der Herr der Ringe & Der Hobbit – Das Konzert“ brachte die Philharmonie des Auenlandes, die vom Symphonieorchester Weißrusslands unterstützt wurde, mit Chor und dem Tolkien-Ensemble live auf die Bühne. Schauspieler Billy Boyd, der als Hobbit Pippin berühmt wurde, war als Sänger und Erzähler dabei. Bereits einen Tag zuvor gab es mit „The Music of Hans Zimmer & More“ Filmmusik des Oscar-prämierten Komponisten zu hören, etwa „Rain Man“, „Gladiator“ oder „Fluch der Karibik“.

239 Künstlerinnen und Künstler, so viele wie nie zuvor, hatten sich für das 24. Internationale Bildhauersymposium beworben. 15 Bildhauerinnen und Bildhauer aus acht Ländern wählte die Jury aus, neue Gesichter waren ebenso darunter wie alte Bekannte. Ende August verwandelten sie die Stadt wieder in ein großes Freiluftatelier.

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Viele Besucher lockte das internationale Bildhauersymposium nach St. Blasien.
Viele Besucher lockte das internationale Bildhauersymposium nach St. Blasien. | Bild: Sebastian Barthmes

2019 ging auch eine Ära zu Ende: in seiner 155. Hauptversammlung blieb dem traditionsreichen Verein Liederkranz nicht übrig, als auf Grund von Sängermangel seine Auflösung zu beschließen, für die dann später im Jahr die entsprechenden Schritte eingeleitet wurden.

Ein anderer Chor, nämlich der Domchor St. Blasien, feierte 2019 sein 25-jähriges Bestehen in seiner heutigen Form. Der Vorgängerchor allerdings wurde schon 1830 gegründet.

Im November bekam St. Blasien einen neuen Ehrenbürger. Johann Meier, Bürgermeister a.D., wurden die Ehrenbürgerrechte verliehen, „in dankbarer Anerkennung seiner Verdienste um die Stadt St. Blasien und in besonderer Würdigung seines erfolgreichen Einsatzes für das kulturelle Leben“, wie es in der Einladung hieß.

St. Blasien hat seit November mit Altbürgermeister Johann Maier (rechts) einen neunen Ehrenbürger. Der amtierende Bürgermeister Adrian Probst überreicht ihm die Ehrenmedaille.
St. Blasien hat seit November mit Altbürgermeister Johann Maier (rechts) einen neunen Ehrenbürger. Der amtierende Bürgermeister Adrian Probst überreicht ihm die Ehrenmedaille. | Bild: Susanne Filz
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Höchenschwand

Im September wählten die Höchenschwander einen neuen Bürgermeister. Sebastian Stiegeler, bisheriger Tourismuschef der Gemeinde, gewann mit 67,3 Prozent der Stimmen deutlich vor Peter Grün (31,7 Prozent) die Wahl. Der dritte Kandidat, Samuel Speitelsbach, der in Höchenschwand nicht in Erscheinung trat, erhielt 0,5 Prozent der Stimmen.

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Das traditionelle Strohskulpturenfestival lockte auch in diesem Jahr wieder viele Gäste von nah und fern nach Höchenschwand. Zu sehen gab es von den elf teilnehmenden Vereine: „Die Tankstelle“ (Zapfwellenverein), „Max und Moritz“ (Landfrauen), „Das SC-Füchsle“ (Sportverein), „Feuerwehr-Drehleiter“ (Feuerwehr), „Apres-Skibar“ (Schorebord Krächzer), „Miss Bikini“ (Frauengemeinschaft), „Wolfsfamilie“ (Tennisclub), „Entenfamilie“ (Narrenzunft), „80er Party“ (Landjugend), „Schwarzwaldmotiv“ (Trachtenkapelle Amrigschwand-Tiefenhäusern) und „Heißluftballon“ (Trachtentanzgruppe Amrigschwand-Tiefenhäusern).

Ibach

Sie hatte in früheren Zeiten die Aufmerksamkeit der Medien auf Ibach gezogen: Erika Bertschinger-Eicke, als Uriella bekannte „Prophetin“ der in Ibach ansässigen Sekte „Fiat Lux“ wurde im Februar 90 Jahre alt und starb kurz nach ihrem Geburtstag.

Anlässlich der Kommunalwahl bildete sich in Ibach erstmals eine gemeinsame Liste aller Kandidaten, unabhängig von der Zugehörigkeit zu politischen Gruppierungen. Ebenso wie in Dachsberg waren die Kandidaten übereingekommen, dass so der Wählerwille besser abgebildet werden könne.

Der Ibacher Skiclub feierte 2019 sein 50-jähriges Bestehen, die Trachtenkapelle Ibach-Wittenschwand konnte bei ihrem Jubiläumskonzert sogar auf 125 Jahre zurückblicken.

Der Wahl-Ibacher Bernhard Schölkopf, der gemäß dem Forschungsmagazin „Science“ zu den zehn einflussreichsten Computerwissenschaftlern der Welt zählt, erhielt den mit einer Million Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft.

Geschichten des Jahres

Interessante Themen zu recherchieren und die unterschiedlichsten Gesprächspartner zu treffen, ist für uns Autoren Alltag. Doch immer wieder gibt es auch ganz besondere Themen, die uns lange in Erinnerung bleiben. Neun Autoren haben ihre Geschichte des Jahres aufgeschrieben. 

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