Das Biosphärengebiet Schwarzwald soll in der Fläche wahrnehmbar sein. Das sei das Ziel, sagte Bürgermeister Adrian Probst in der jüngsten Gemeinderatssitzung in St. Blasien. Dazu soll auch eine „dezentrale Informationsstelle“ dienen, die beim Äulemer Kreuz entstehen soll. Zwei Architekten eines Stuttgarter Büros stellten mehrere Ideenskizzen vor, wie so eine Infostelle aussehen könnte. Im Gremium wurde aber auch darüber diskutiert, ob man nicht viel mehr Augenmerk auf den Inhalt als auf die Architektur legen solle.

Eine Variante soll vertieft werden

Mit sechs Ja- und drei Nein-Stimmen beschloss der Gemeinderat, eine der gezeigten Skizzen genauer planen zu lassen. Dass die Stadt eine solche Infostelle haben will, war in einer früheren Sitzung grundsätzlich entschieden worden. Auch der Ort – bei den Parkplätzen Äulemer Kreuz – war klar. Nur über die Ausgestaltung hatte man sich noch keine Gedanken gemacht.

Ein Entwurf orientiert sich an Baum-Form

Die beiden Architekten Thorsten Blatter und Heiner Probst (Architekturbüro „andOFFICE“) zeigten den Gemeinderäten vier Ideenskizzen: Baumstruktur nannten sie die Idee, die sie gleich in drei Varianten präsentierten. Einmal wäre es ein überdachter und relativ offener Bereich, der auch über eine Aussichtsplattform verfügt, erläuterten die Planer. Der Holzbau, der mit einer offenen Holzkonstruktion eingefasst werden könnte, würde unter der Plattform Platz für Informationsangebote bieten. Eine Spindeltreppe würde zum Ausblick führen. Eine Variante dieser Idee würde praktisch eine „Infoplattform in einer Krone“ und darüber die Aussichtsplattform bieten. Zudem hatten die beiden Architekten noch eine „Baumstruktur light“ gezeichnet, die vom Gremium nicht in Betracht gezogen wurde.

Auch Schwarzwaldhaus als Vorbild

Traditioneller war eine weitere Idee, die sozusagen eine moderne Erinnerung an einen traditionellen Schwarzwaldbau darstellte. Relativ offen gestaltet, sollte sie einerseits Platz für Informationen und andererseits auch Schutz bieten. Von den drei ins Auge gefassten Standorten schien für die Gemeinderatsmitglieder nur der Parkplatz in Betracht zu kommen, auf dem derzeit eine ehemalige kleine Hütte der Straßenmeisterei steht und der einen guten Ausblick ins Menzenschwander Tal und auch hinüber zum Kaiserberg bietet.

Baumaterial und Handwerkskunst des Schwarzwaldes

Die modernen „Baumstrukturen“ sollten an das traditionelle Baumaterial und die Handwerkskunst im Schwarzwald erinnern, erläuterten die Architekten. Man könnte dort möglicherweise auch an die Glasbläsergeschichte oder andere wichtige Besonderheiten des Biosphärengebiets erinnern. Für Bürgermeister Adrian Probst war klar, dass die Ideen einen „gewissen Wow-Effekt“ hätten, was schließlich auch gewollt sei.

Geteilte Meinungen

Während Klaus Dudarewitsch die Ideen vollständig ablehnte, betrachtete Uwe Kaiser das Projekt differenzierter: „Die Architektur hat schon einen Charme, aber wo ist der Nutzen?“ Im Vordergrund müsse die Frage stehen, was man eigentlich erreichen wolle, sagte er. Den Ausblick würde man durch die Bauten nicht verbessern. Eine Infostelle für das Biosphärengebiet stelle er sich belebt vor, Menschen sollten dadurch angezogen werden. Es sei seiner Meinung nach also zunächst ein inhaltliches Konzept nötig, um die Beziehung zum Biosphärengebiet deutlich zu machen.

Bessere Verbindung von Information und Schutz

Die Hülle der Infostelle sollte zum Anhalten bewegen, hielt Bürgermeister Probst dagegen. Die Ideenskizzen hätten durch die vorgeschlagene Bauart durchaus eine Verbindung zum Biosphärengebiet. Den Inhalt müsse man nun erarbeiten, das sei aber der zweite Schritt. Auch Christoph von Ascheraden konnte eine Verbindung zwischen den gezeigten Entwürfen und der Biosphäre herstellen. Die Infostelle müsse aber Information und Schutz besser verbinden. Einen modernen Entwurf würde er dem traditionell angehauchten vorziehen.