Hintergrund der Neuregelung ist die Tatsache, das die bisherige Regelung rechtlich nicht mehr zulässig ist. Bisher gab es nur drei Steuersätze, gestaffelt nach jeweils festgelegten Stufen an Mietaufwand.

Durch die neue Regelung orientiert sich die Zweitwohnungssteuer nun enger an der tatsächlich gezahlten Miete. Zugrunde gelegt wird für die Berechnung die jährliche Nettokaltmiete. Ist jemand Eigentümer seiner Zweitwohnung und vermietet sie nicht, wird eine Nettokaltmiete in ortsüblicher Höhe angesetzt. Berechnet wird diese nach einer geschätzten Quadratmetermiete, die auch vom Baujahr des Gebäudes abhängt.

Kämmerer Michael Spitz erläuterte, dass er auch die Steuersatzungen anderer Gemeinden angeschaut habe und im Zuge der Satzungsänderung auch einige Begriffe enger gefasst habe, etwa den der Hauptwohnung. Neu hinzugefügt wird der Satzung etwa der Passus, dass Nebenwohnungen im Hause der Eltern, also etwa ein Zimmer, das die erwachsenen Kinder beim Besuch der Familie nutzen, nicht als zu versteuernde Zweitwohnung gewertet werden.

Auch andere Wohnungen bleiben steuerfrei, etwa jene, die von öffentlichen oder gemeinnützigen Trägern zu therapeutischen oder erzieherischen Zwecken zur Verfügung gestellt werden. Auch für Wohnungen in Alten- und Pflegeheimen oder Behinderteneinrichtungen wird keine Zweitwohnungssteuer fällig. Wer verheiratet ist oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt und in St. Blasien ausschließlich aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung unterhält, muss für diese ebenfalls keine Zweitwohnungssteuer zahlen.

Die bisherigen Einnahmen aus der Zweitwohnungssteuer betrugen laut Spitz rund 50 000 Euro im Jahr. Mit der neuen Regelung würden die Einnahmen laut seiner Berechnung auf 58 000 Euro steigen, wenn die Anzahl der Zweitwohnungen gleich bleibt.

Der Gemeinderat stimmte der Änderung der Satzung geschlossen zu, sie tritt zum 1. Januar in Kraft. Wer jetzt schon Zweitwohnungssteuer zahlt, muss in der Regel nichts unternehmen, er bekommt einen entsprechenden Bescheid mit der neuen Steuer zugesandt. Steuerpflichtige sind verpflichtet, Änderungen, die die Berechnung der Steuer betreffen, der Verwaltung mitzuteilen.