Seit Wochen gehen am Freitagvormittag große Massen hauptsächlich junger Demonstranten, oft Schülerinnen und Schüler, auf die Straße. Ihnen geht es um den Klimawandel. Doch die Klimabewegung „Fridays for Future“ spaltet die Ansichten der Menschen, gerade wegen des gewählten Zeitpunkts. Auch hiesige Schulleiter und Schüler äußern sich dazu.

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Häufig gehen die Emotionen hoch

„Auf Grund unserer geografischen Lage ist die Teilnahme daran nicht sehr groß. An einem normalen Freitag fährt kaum ein Schüler nach Freiburg“, erklärt Michael Becker, Schulleiter des Kollegs. Zahlenmäßig mehr, zwischen fünf bis sieben pro Klasse, seien es gewesen, als vor etwa einem halben Jahr in Waldshut die Demo stattgefunden habe. Gleichzeitig betont er: „Im vergangenen Jahr war ich auf vielen Treffen von Schulleitern und praktisch auf jedem zweiten wurde dieses Thema verhandelt und meistens gingen die Emotionen hoch“.

Michael Becker, Schulleiter des Kollegs St. Blasien verfolgt die Bewegung „Fridays for Future“.
Michael Becker, Schulleiter des Kollegs St. Blasien verfolgt die Bewegung „Fridays for Future“. | Bild: C. Liebwein

Demonstration versus Schulpflicht

Der Tenor sei meistens folgender gewesen: Erstens, man findet das Anliegen gut und freut sich eigentlich, dass die Jugendlichen wieder politisch aktiv werden, sich für ihr Anliegen einsetzen. „Andererseits“, sagt Becker, „gibt es die Schulpflicht und von der können wir nicht so einfach absehen“.

Regelbruch macht die Aktion wertvoll

„Folgender Gedanke ist mir auch noch wichtig“, unterstreicht er, „das Demonstrieren der Schüler wird ja gerade dadurch wertvoll, dass sie einen Regelbruch begehen, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, um zu zeigen, wie wichtig ihnen das Thema ist“. „Deswegen haben wir am Kolleg klar gesagt, es gibt dafür keine Beurlaubung, auch nicht durch die Eltern, sondern, das ist eine Verletzung der Schulpflicht und wird im Klassenbuch entsprechend notiert. Wir akzeptieren dann auch keine Entschuldigung“.

Jeder Schulleiter hat andere Handhabe

Es gebe Schulleiterkollegen, die seien da sehr streng. „Wir haben es im wesentlichen in das Belieben der Klassenlehrer gestellt“, fährt er fort. Er finde die Reaktionen der Klassenlehrer gut, die beispielsweise gesagt hätten, diejenigen, die gefehlt haben, müssen die Unterrichtszeit nachholen. Dafür treffen sie sich am Nachmittag und schauen dabei, was man für den Klimaschutz persönlich tun können. „Es gibt aber auch etliche Schüler, die die FfF-Bewegung gar nicht interessiert und sagen, ich stimme damit nicht überein“.

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„Ich denke, die Gründe für junge als auch ältere Menschen zu unseren FfF-Demos zu kommen, sind vielschichtig“, vermutet Constatin Berger, einer der Schülersprecher des Kollegs. Manche wollen einfach ein Teil dieser ganzen Bewegung sein, andere haben konkrete Ziele und sehen darin einen Weg, diese zu erreichen.

„Wieder andere, und dabei denke ich an die vielen auch älteren Erwachsenen, die am 20. September Seite an Seite mit jüngeren Generationen für den Klimaschutz demonstrierten, haben die Gefahr erkannt und setzen sich ein für ihre Kinder und Enkel, die einst direkt mit dem Klimawandel konfrontiert werden“.

Er selbst, ergänzt er, nehme aus der Motivation heraus an Kundgebungen teil, „dass wir noch stoppen können, was mit dem Klimawandel über die Menschheit kommt. Wir wollen nicht nur selbst im Kleinen, wie mit dem Verzicht auf Plastik, etwas erreichen, wir wollen der Regierung gegenüber zeigen, dass es unser Wunsch ist, dass etwas passiert“.

Auch Schüler sehen Bewegung differenziert

Etwas anders sieht es Léopold de Buman, letztjähriger Sprecher der Internatsschüler: „Ich selber bin kein Teilnehmer an der FfF-Bewegung“. Selber schätze ich das politische Engagement der vielen jungen Leute, jedoch versuche ich mit anderen Mitteln meine Meinung und Ideen zu vermitteln. „Bei der FfF-Bewegung fehlt mir das Produktive, das Innovative, das Gefühl wir könnten das Klima noch retten“. Die Antwort gegen den Klimawandel sei so simpel und würde Aufforstung lauten, ist er sich sicher.

Martin Schweikart, Schulleiter der Grundschule Häusern, sagt zu dem Thema: „Wir haben das Thema Klimaerwärmung in Zusammenarbeit mit den Eltern bei den Projekttagen unserer Schule im vergangenen Juli behandelt“. Dabei habe sich die Projektgruppe „Unsere Erde/Klimaretter“ mit den Ursachen und Folgen des Klimawandels befasst und das Thema am Präsentationstag der Schule vorgestellt. Zudem fand auch eine kleine Minidemo vor dem Rathaus statt.