Seit Jahrzehnten gehört die Aufführung eines Theaterstücks zu den Höhepunkten des Pfingstprogramms im Kolleg St. Blasien. In diesem Jahr bringen rund 30 Schüler „Die Räuber“ von Friedrich Schiller auf die Bühne. Mit dieser Aufführung nehmen die Regisseure Klaus-Peter Schönfeld und Kerstin Layher Abschied.

Zum Inhalt des im 18. Jahrhundert spielenden Dramas: Der alte Graf von Moor zieht seinen Erstgeborenen Karl seinem jüngeren Sohn Franz vor. Fern von der Heimat lehnt sich Karl gegen die gesellschaftlichen Konventionen auf und gerät in Konflikt mit dem Staat. Dem daheim gebliebenen Franz gelingt es durch eine Intrige, Bruder und Vater zu entzweien. In seiner Verzweiflung über den Bruch mit dem Vater lässt sich Karl zum Hauptmann einer Räuberbande wählen. Das Zusammentreffen der Protagonisten führt letztlich zu einer ausweglosen Situation.

Für seine Abschiedsvorstellung hat sich Klaus-Peter Schönfeld, der demnächst in den Ruhestand geht, ein Stück von Schiller gewünscht. Die Wahl fiel auf „Die Räuber“, ein klassisches Stück zwar, dessen Thematik – verlorener Sohn, Ungerechtigkeit, Auflehnung gegen alles Alte – aber auch heute noch aktuell ist. Im Mittelpunkt stünden tief menschliche Frage, die jeden möglicherweise beschäftigen könnten, sagte der Regisseur.

Mit der Sprache des Werks kamen die Schüler zunächst nicht zurecht, man habe den Originaltext an bestimmten Stellen modernisiert, beschreibt Schönfeld die Anfangsschwierigkeiten der rund 30 Akteure auf der Bühne. Schüler von der siebten bis zur zwölften Klasse sind dabei, die Häfte zum ersten Mal. Aber auch auf viele „alte Hasen“, die schon über jahrelange Pfingsttheatererfahrung verfügen, können sich die Regisseure verlassen. Erstmals in diesem Jahr werden angesichts der vielen Darsteller die Nebenrollen an beiden Aufführungstagen unterschiedlich besetzt.

Seit Monaten bereiten sich die Akteure auf die Aufführungen vor, neben den Proben unter der Woche standen auch mehrere Ganztagsproben an Sonn- und Feiertagen an. Nun ist man auf der Zielgeraden, aber immer noch gibt es das eine oder andere zu verbessern. „Spielt mit, wenn einer etwas sagt, guckt ihn an, zeigt Reaktionen“, gab Schönfeld beispielsweise mit auf den Weg.

Wichtig war den Regisseuren, die Thematik in den Mittelpunkt zu stellen. So hat man sich auf Vorschlag von Kerstin Layher, die St. Blasien zum Schuljahresende aus privaten Gründen verlassen wird, für ein reduziertes Bühnenbild entschieden, bei dem schwarz, weiß und grau dominieren. Die Requisiten bestehen zumeist aus großen Würfen, die multifunktional eingesetzt werden können. Für die Schüler macht dieses reduzierte Bühnenbild das Agieren leichter, da sie sich, wie sich sagten, ohne Ablenkung auf das eigentliche Geschehen konzentrieren können. Auch die Kostüme entsprechen dem reduzierten Bühnenbild, alle Akteure tragen schwarze Hosen und graue Pullover mit der Aufschrift ihrer Rolle.

Unterstützt werden die Schauspieler von einer Bühnencrew, für die in bewährter Weise Altschüler Alexander Servas verantwortlich zeichnet.

Die Aufführungen finden am Samstag und Sonntag, 19. und 20. Mai, in der Pater-Alfred-Delp-Halle statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, es wird um eine Spende gebeten.