Die Bauarbeiten für die neue Kinder- und Jugendklinik in Freiburg beginnen gerade. Auf die Bedeutung des Neubaus machten Unterstützer des Projektes jetzt aufmerksam: Der Oberschenkelamputierte mehrmalige Paralympicssieger und Weltmeister im alpinen Skisport Alexander Spitz, unternahm mit einer Gruppe eine Radtour von Freiburg in seinen Heimatort Menzenschwand. Dort erhielt er zwei Spenden.

Aus eigener Erfahrung

Erfahrung mit einer schweren Erkrankung hat Spitz: Als Zehnjähriger erkrankte der heute 50-Jährige an Knochenkrebs, ihm musste ein Oberschenkel amputiert werden. In sein Zimmer in der Freiburger Klinik passten gerade mal ein Bett und ein Stuhl. Für ein Übernachten von Familienangehörigen war kein Platz. Mutter Waltraut musste immer wieder den Weg nach Freiburg zurücklegen, um ihren kranken Sohn zu besuchen, während ihre anderen fünf Kinder in Menzenschwand zurückblieben. Es sei aber sehr wichtig für den Erkrankten, dass die Familienangehörigen Zuversicht ausstrahlen, sagte Spitz – er habe unter der Trennung von seiner Familie sehr gelitten. Und da spielt das Umfeld in der Klinik eine ganz große Rolle, weiß Spitz aus eigener Erfahrung.

Raumkonzept der neuen Klinik

Solchen Erfahrungen und Bedürfnissen trägt das Raumkonzept der neuen Klinik mit Zimmern, die es Eltern ermöglicht, auch über längere Zeit bei ihren Kindern zu bleiben, gemeinschaftlichen Speiseräumen, Spielecken für die verschiedenen Altersstufen und vielem mehr Rechnung. Die Kinder sollen einen möglichst gewohnten Alltag erleben können. Der Klinikneubau liegt Alexander Spitz sehr am Herzen. Und so war es für ihn selbstverständlich, mit der Radtour die Bedeutung zu unterstreichen und das Projekt symbolisch zu unterstützen. Aber einfach auf das Rad setzen und losfahren war nicht möglich, er habe sich intensiv auf diese Herausforderung vorbereiten müssen, sagte Spitz. Und so war er immer wieder rund um Wesseling-Urfeld, wo er seit 20 Jahren lebt, mit dem Rad unterwegs. In der flachen Landschaft suchte er sich die wenigen Steigungen heraus, um sie immer wieder zu fahren. Eine monotone Angelegenheit, erinnert er sich, der Gedanke an Schwerstkranke habe ihn aber immer motiviert.

Auf den Weg nach Menzenschwand

Gemeinsam mit einigen Menzenschwandern, Bernauern, Vertretern des SC Freiburg, der das Projekt ebenfalls unterstützt, und Aktiven der „Initiative für unsere Kinder- und Jugendklinik Freiburg“ machte sich Spitz schließlich auf den Weg nach Menzenschwand – es war ein Weg, den seine Mutter während seines Krankenhausaufenthaltes immer wieder zurückgelegt hatte. Am Mittag kamen die rund 20 Radler an und sie wurden im Skistadion mit Beifall und Kuhglockengeläut empfangen.

Lob für Leistung der Radfahrer

Uwe Kaiser, stellvertretender Ortsvorsteher und Vize des Menzenschwander Skiclubs, begrüßte „unseren Weltmeister, unseren Olympiasieger, unser Ehrenmitglied und unseren Menzenschwander“ und würdigte die, wie er sagte, phänomenale Leistung der Radfahrer. Zu den Menschen, die den Krebs bekämpften, gehörten neben den Ärzten auch diejenigen, die trotz oder wegen der Krankheit das Leben annähmen und der Krankheit trotzen.

Übergabe von Spenden

Kaiser überreichte Spitz zwei Schecks von der Stadt und vom SC Menzenschwand über je 250 Euro. Junge Sportler aus dem Ort und Ministranten waren von Haus zu Haus gegangen, um weitere Spende für die Kinderklinik zu sammeln. Und noch etwas bekam Spitz: Eckehard Olschewski von der „Initiative für unsere Kinder- und Jugendklinik Freiburg“ überreichte ihm ein T-Shirt mit dem Supermannemblem.

Der Neubau der Kinderklinik ist nicht das einzige Projekt, für das sich Spitz einsetzt. Er ist zudem Botschafter der Deutschen Krebshilfe und in der „Bewegung gegen Krebs“ der Krebshilfe, des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Sporthochschule Köln aktiv. Bei den Paralympics war er Co-Kommentator des ZDF.