Mit zwei blauen Augen kam ein 19-jähriger Auszubildender davon, der sich wegen des unerlaubten Besitzes einer Waffe und des Führens eines Kraftfahrzeuges unter Einfluss eines berauschenden Mittels vor dem Amtsgericht St. Blasien verantworten musste.

Richterin Susanne Lämmlin-Daun stellte das Verfahren ein, der junge Mann muss einige Auflagen erfüllen. Seinen Führerschein darf er jedoch behalten.

Polizei ordnet Blutprobe an

An einem späten Abend im März war der 19-Jährige mit seinem Auto in Höchenschwand unterwegs. Bei einer Polizeikontrolle wurde festgestellt, dass er unter dem Einfluss berauschende Mittel stand. Die folgende Blutuntersuchung hatte einen deutlich überhöhten THC-Wert (Cannabis) angezeigt.

Eine verkehrsbedingte Fahruntüchtigkeit komme in Betracht, heißt es in dem Blutentnahmeprotokoll. Zudem wurde bei der Kontrolle ein Schlagring, der im Sinne des Waffengesetzes eine unerlaubte Waffe ist, sichergestellt.

Angeklagter räumt Taten ein

Der junge Mann räumte die ihm zur Last gelegten Taten in der Gerichtsverhandlung unumwunden ein. Er berichtete von fast täglichem Cannabiskonsum. Davon wolle er nun aber loskommen und habe daher bereits in Kürze einen Termin bei einer Suchtberatungsstelle.

Und: Im Rahmen seiner Ausbildung sei er auf seinen Führerschein angewiesen. Der Angeklagte mache einen offenen und ehrlichen Eindruck, übernehme Verantwortung und zeige Einsicht hinsichtlich des Konsums von Betäubungsmitteln, sagte der Vertreter der Jugendgerichtshilfe in der Verhandlung und sprach sich für die Anwendung von Jugendstrafrecht aus. Eine Führerscheinsperre werde eine fatale Auswirkung in Hinblick auf die Ausbildung des jungen Mannes haben, fuhr er fort.

19-Jähriger muss zur Suchtberatung

So sah dies auch Richterin Lämmlin-Daun trotz der Tatsache, dass der Angeklagte bereits früher strafrechtlich in Erscheinung getreten ist. Von der Verfolgung war damals abgesehen worden. Die Richterin stellte das Verfahren ein und erlegte dem Angeklagten sechs Kontakte zur Suchtberatungsstelle auf, zudem muss er eine Geldauflage in Höhe von 300 Euro erfüllen.

Von Sanktionen in Sachen Führerschein sah die Richterin ab. Sie habe beide Augen zugedrückt, erklärte sie. Und. „Sie sind mit zwei blauen Augen davongekommen, machen Sie was daraus“, gab sie dem jungen Mann mit auf den Weg.