Bereits beim ersten Blick in das Hallengebäude von Manfred Leber wird klar: Das ist die Bühne für Liebhaber älterer Autogenerationen. Ob hellblauer Trabi 601 (Baujahr 1989), leuchtendgrüner Mercedes 250 SE Coupé (Baujahr 1965), oder tiefgrüner Unimog (Baujahr 1960) – hier stehen fahrbereite Besonderheiten, Schönheiten, Kabinettstücke aus duftendem Leder, Schwelgereien in Stahl, Chrom, glänzendem Lack – und Plaste. Manfred Leber ist gelernter KfZ-Mechaniker und erweiterte 1977 das elterliche Reiseunternehmen um eine Kfz-Werkstatt mit Tankstelle.

Manfred Leber ist stolzer Besitzer von drei außergewöhnlichen Autopreziosen von Kraft und Schönheit, hier ein Mercedes 250 SE Coupe.
Manfred Leber ist stolzer Besitzer von drei außergewöhnlichen Autopreziosen von Kraft und Schönheit, hier ein Mercedes 250 SE Coupe. | Bild: Cornelia Liebwein

Wer das zweigeschossige Gebäude betritt, wird vom Geist längst vergangener Zeiten eingeholt. Drei liebevoll restaurierte, elegante und sportliche Automobile erzählen Geschichten, so abwechslungsreich wie die Sammlung selbst. „1975 wurde der Trabi in der DDR von dessen anschließenden Besitzer bestellt und ihm 1989, beinahe 15 Jahre später, geliefert“, berichtet Leber. 12 683 Ostmark habe dieser damals dafür bezahlt. 30 000 Kilometer später hat ihn Leber im Jahr 1991 dem Busfahrer, inzwischen beim hiesigen Reiseunternehmen beschäftigt, für 12 000 DM abgekauft. Mit 27 Pferdestärken und, wenn es die kurvigen Schwarzwaldstraßen zulassen, mit 100 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit geht es übers Land.

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1997 wurde ein halbes Jahr getüftelt, um das Automobil nach einer umfassenden Funktionsprüfung, frisch eingestellten Ventilen und Vergaser mit neuem Gesicht und dem Gutachten dem TÜV vorzustellen. Denn in dieser Zeit hat Leber die attraktive Limousine mit Hilfe der Anleitung eines Bausatzes in ein schnittiges Cabriolet umgewandelt, dank einer Flex das Dach weggesägt und nach Bauplan Zusatzträger eingebaut. In der Fahrerkabine hatten die Jahre Spuren hinterlassen, sodass der neue Besitzer in einer Sattlerei die Sitze überziehen ließ. Demnächst wird das hellblaue Automobil mit dem H-Kennzeichen (für Oldtimer) geadelt. Um dieses Kennzeichen zu bekommen, muss das Fahrzeug nicht nur mindestens 30 Jahre alt, sondern auch in einem guten Erhaltungs- und Pflegezustand sein, erläutert Leber.

Manfred Leber aus Menzenschwand besitzt einen alten Unimog und auch einen edlen Mercedes-Oldtimer.
Manfred Leber aus Menzenschwand besitzt einen alten Unimog und auch einen edlen Mercedes-Oldtimer. | Bild: Cornelia Liebwein

Als der 73-Jährige jetzt mit dem Trabi vorfährt, hört man die besondere Musik, die im Inneren steckt. „Als seinerzeit der erste Trabi bei mir auf den Hof fuhr um zu tanken, habe ich ihm eine Tankfüllung Benzin geschenkt, so begeistert war ich von dem Gefährt“, erinnert sich Leber.

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In seiner Garage steht auch ein Mercedes SE Coupé, ebenso fachgerecht restauriert, technisch wie optisch hervorragend aufbereitet. 1977 ging dieses einzigartige Fahrzeug aus den Händen eines St. Blasier Geschäftsmannes in den Besitz des bodenständigen Menzenschwanders. „Das Auto war durchgerostet, hatte einen Motorschaden und war reparaturbedürftig“, erzählt Leber. Bei einer Generalsanierung zog er alle Register und restaurierte den automobilen Pflegefall piekfein. Der Rost verschwand, der Motor wurde in Stand gesetzt und viele weiteren Arbeiten erledigt. Kurzerhand sicherte sich Leber sogar die Ersatzteilversorgung mit einem dafür gekauften Auto.

Auch der 59 Jahre alte Unimog ist ein Hingucker in der kleinen Sammlung. Darüber, dass er ihn nach einem vorübergehenden Verkauf wieder zurückgekauft hat, ist Leber inzwischen mehr als erleichtert. Bevor Leber die Halle wieder verlässt, stülpt er wie immer die silbergrauen Schutzhüllen, die den Staub fernhalten, über die drei schönen Top-Klassiker – mit den Besonderheiten der Automobilgeschichte muss man vorsichtig umgehen.

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