Der heftige Regen der vergangenen Tage hat zu stark steigenden Pegelständen geführt. Am Montag waren rund 80 Einsatzkräfte verschiedener Organisationen im Einsatz, um sich um den Hochwasserschutz und einen Erdrutsch zu kümmern. In St. Blasien hat die Feuerwehr einen mobilen Hochwasserschutzdamm aufgebaut. Eine Familie musste ihre Wohnung kurzzeitig verlassen.

Die Feuerwehren aus Waldshut-Tiengen (Foto), Küssaberg und Murg haben Teile des mobilen Hochwasserdamms nach St. Blasien gebracht und an der Bernau-Menzenschwander-Straße aufgebaut. Bild: Feuerwehr St. Blasien
Die Feuerwehren aus Waldshut-Tiengen (Foto), Küssaberg und Murg haben Teile des mobilen Hochwasserdamms nach St. Blasien gebracht und an der Bernau-Menzenschwander-Straße aufgebaut. | Bild: Feuerwehr St. Blasien

„Seit Sonntag Abend sind wir im Einsatz“, sagt Feuerwehrkommandant Frank Bercher. Nach dem Hochwasser im Januar 2018 hatte die Feuerwehr einen Alarmplan erarbeitet, der nun gegriffen hat. Ziel sei es, gewisse Maßnahmen frühzeitig zu ergreifen – der Pegel, die Wetterprognosen sowie regelmäßige Kontrollen der Feuerwehr und des städtischen Bauhofes sind dafür die Grundlage.

30 Einsatzstellen

30 Einsatzstellen hatte die Feuerwehr im Laufe des Tages zu bewältigen, in etlichen Häusern waren private Pumpen in Betrieb, sagte Bürgermeister Adrian Probst. Bagger der Stadt und auch des Unternehmens, das für den Breitbandausbau verantwortlich ist, waren im Einsatz, um Brücken und andere Abläufe freizuhalten. Der Bauhof gab Sandsäcke aus. Die Lage sei, soweit das überhaupt möglich ist, unter Kontrolle, sagte Probst. Und: „Gott sei Dank ist die Lage weit weg von der im Jahr 2018.“

Nach dem Hochwasser im Januar 2018 war im Menzenschwander Hinterdorf eine Furt (Foto) im Rahmen des Hochwasserschutzes gebaut worden. Bild: Christiane Sahli
Nach dem Hochwasser im Januar 2018 war im Menzenschwander Hinterdorf eine Furt (Foto) im Rahmen des Hochwasserschutzes gebaut worden. | Bild: Christiane Sahli

Nachdem der kritische Pegel von zwei Metern am Montagmorgen überschritten wurde, hatte die Feuerwehrführung die entsprechenden Schritte eingeleitet und Alarm ausgelöst: Der Kreisbrandmeister, die Feuerwehrwehren aus St. Blasien, Murg, Küssaberg und Waldshut-Tiengen, das Technische Hilfswerk, Fachberater, die DLRG, das DRK kamen ins Feuerwehrgerätehaus.

Alle Hände voll zu tun hatten die Feuerwehr aus St. Blasien und anderen Kommunen, um in der Domstadt den Hochwasserschutz aufzubauen. Bild: Sebastian Barthmes
Alle Hände voll zu tun hatten die Feuerwehr aus St. Blasien und anderen Kommunen, um in der Domstadt den Hochwasserschutz aufzubauen. | Bild: Sebastian Barthmes

Entsprechend der Alarm- und Ausrückeordnung brachten die drei Feuerwehren aus dem Landkreis jeweils einem Teil des mobilen Hochwasserschutzdamms in die Domstadt – an der Bernau-Menzenschwander-Straße schützt er nun das Wohngebiet vor Überflutung. „Der Pegel von zwei Metern ist die kritische Marke, bei der die ersten Probleme anfangen“, sagte Frank Bercher. Im Laufe des Tages war der Pegel bis auf 2,45 Meter gestiegen, gegen 19 Uhr war er wieder auf 2,23 Meter gefallen. Permanent waren Angehörige der Feuerwehr in Menzenschwand, dem Albtal und in St. Blasien unterwegs, um die Situation stets im Blick zu behalten. Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes kontrollieren und säuberten Abflüsse.

Steigendes Grundwasser

Große Flächen waren in Menzenschwand überschwemmt, auch von zwei Brücken, die knapp überflutet wurden, war die Rede. In St. Blasien sorgte beispielsweise steigendes Grundwasser für Überflutung im Stadion. Die Unterführung unter der Umgehungsstraße war am Montagvormittag nicht mehr passierbar. Am Bötzberg bahnte sich das Wasser an unterschiedlichen Stellen und entlang von Häusern den Weg ins Tal. An der Friedrichstraße musste eine Familie evakuiert werden, weil das Wasser vom Hang kommend durch das Haus floss. Am Abend war die die Situation im Griff, das Wasser umgeleitet – die Familie konnte wieder in ihre Wohnung.