Es hat alles gepasst – das Wetter, die Laune des Auktionators und am Schluss die Kauflust des Publikums. 14 der 16 Kunstwerke, die in der vergangenen Woche in den Straßenwerkstätten entstanden, sind verkauft worden – die Stadt hat 31 700 Euro eingenommen.

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Noch bevor das erste Kunstwerk aufgerufen wurde, hatte Hansy Vogt schon erste Autogrammwünsche erfüllt, Fans winkten ihm zu, filmten und fotografierten. Und der Unterhaltungsprofi erfüllte wohl auch die Erwartungen, die die Organisatoren und vermutlich die Mehrheit im Publikum hatten: Die Versteigerung wurde zu einer kurzweiligen und mit vielen Gags gespickten Show, die aus Sicht aller Beteiligter sehr erfolgreich gewesen sein dürfte.

Das höchste Gebot liegt bei 3800 Euro

Vier Skulpturen wurden für 3000 Euro oder mehr verkauft, drei Werke erstanden die Käufer zum Mindestgebot (1300 Euro). Das teuerste Kunstwerk war der „Kubusturm mit sitzender Person“ von Karin Hofer, der Käufer muss nun 3800 Euro überweisen.

Das höchste Gebot gab es für die Skulptur „Kubusturm mit sitzender Person“ von Karin Hofer aus der Schweiz.
Das höchste Gebot gab es für die Skulptur „Kubusturm mit sitzender Person“ von Karin Hofer aus der Schweiz. | Bild: Sebastian Barthmes

Hansy Vogt war ständig in Aktion, sprach die Bieter an und motivierte sie zu höheren Geboten, er interviewte die Käufer, mischte sich auch mal spontan unter das Publikum, um mit einem der Künstler oder einem Zuschauer zu sprechen. Manchen Skulpturen hatten offensichtlich viele Freunde im Publikum, schnell folgten die Gebote aufeinander, für andere Werke musste sich Hansy Vogt stärker ins Zeug legen, bis er schließlich doch mit dem Hammerschlag das Geschäft perfekt machen konnte.

Der Auktionator hat eilig

Eilig hatte es der Auktionator beispielsweise beim Werk „Vom selben Ursprung“ von Christel Andrea Steier, der künstlerischen Leiterin des Symposiums. Zunächst hatten keine Bieter ihre Karten in die Höhe gehalten und Vogt wollte schon fast das nächste Kunstwerk aufrufen. Scheinbar spontan bot dann ein Urlauber aus Iserlohn bei Dortmund und erhielt den Zuschlag für das Mindestgebot.

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Einen Platz habe er noch keinen im Blick, sagte der pensionierte evangelische Pfarrer danach auf der Bühne, und er wisse auch noch nicht, wie er das große Kunstwerk nach Hause transportieren sollte. Er habe aber einfach für die Skulptur bieten müssen, die drei Chromosomen darstellt und die Gemeinsamkeit von Mann und Frau unterstreichen will. Sie sei vom Gebot ihres Mannes nicht überrascht worden, sagte die Frau des Käufers später. In den vergangenen Tagen habe er bereits großes Interesse gezeigt und sich auch schon mit der Künstlerin unterhalten. Viel könne man in der Skulptur sehen, sagte der Käufer, zum Beispiel erkenne er in dem großen roten X ein sich umarmendes Paar.

Die Feuerskulptur „Ornamente“ von Pia Gabriel und Leto Meyle ging am Samstagabend vor einem großen Publikum in Flammen auf.
Die Feuerskulptur „Ornamente“ von Pia Gabriel und Leto Meyle ging am Samstagabend vor einem großen Publikum in Flammen auf. | Bild: Sebastian Barthmes

Nur zwei Kunstwerke (“Balance“ von Alex Ara und „Der Schlaf der Chrysalis“ von Michelina Consalvo) fanden keine Käufer. Die „Archaische ägyptische Harfe“ von Mariam Radwan wurde nach Ende der Auktion von einem Kunstliebhaber zum Mindestgebot gekauft. Die meisten Werke bleiben in der Region. Nach dem Zuschlag unterschrieben die Käufer auf der Bühne gleich den Kaufvertrag.