Begeisterten Applaus bekamen die Theaterfreunde Dachsberg für ihr diesjähriges Kohlenmeilertheater. „De Hochzitsmacher“ lautete der Titel des Stückes aus der Feder von Karin Steinebrunner, ergänzt von Conrad Schierenberg, der auch eben diesen Hochzitsmacher hervorragend zynisch und geldgierig darstellte.

Hochzeitsmacher Viktor (Conrad Schierenberg, Mitte) ist überzeugt, dass nur das Geld beim Heiraten zählt.
Hochzeitsmacher Viktor (Conrad Schierenberg, Mitte) ist überzeugt, dass nur das Geld beim Heiraten zählt. | Bild: Claudia Renk

„Am besten ist, man macht die Hochzeit mit den Eltern aus, ganz ohne Kinder. Die bringen mit ihren Gefühlen alles durcheinander“, erklärt Viktor gleich zu Beginn seinem Gehilfen (Barbara Schramm-Neumann). Und genau das hat er schon vor längerer Zeit getan: Marie (Nicole Philipp) soll nach dem Willen der Eltern Albert (herrlich trottelig dargestellt von Markus Berger) heiraten. Also ist Viktor nun wieder ins Dorf gekommen, um die Verbindung zu besiegeln. Marie weiß, dass da ein ihr unbekannter Bräutigam kommen soll, sie hat sich aber mittlerweile in Hans (Burkhard Siegfried) verliebt. Die beiden schwören sich ewige Treue, bevor Marie bei ihren Eltern (Christine Gaugler, Harald Nier) auf den Hochzitsmacher trifft, der gerade Albert in den höchsten Tönen angepriesen hat.

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Wie von Viktor befürchtet, bringt Marie mit ihren Gefühlen alles durcheinander, sie will den für sie ausgesuchten Bräutigam nicht und bekommt dafür mächtig Ärger mit ihren Eltern. Derweil erzählt Viktor im Gasthaus von der geplanten Hochzeit von Marie und Albert und reibt sich ob der anstehenden Bezahlung die Hände. Hans, der ebenfalls im Gasthaus eingekehrt ist, betont, wie wichtig die Liebe ist, und wird darauf von Viktor als Dummkopf bezeichnet. Was zähle, sei das Geld. 300 Gulden bietet er Hans, wenn dieser Marie freigibt für die Hochzeit mit Albert. Und zur Überraschung und Empörung der anderen Gäste im Wirtshaus stimmt Hans zu!

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Allerdings stellt er zwei Bedingungen: Niemand anders als der Sohn von Heinrich – Alberts Vater – dürfe Marie heiraten, und niemand dürfe nach der Hochzeit die 300 Gulden von Maries Vater zurückverlangen. Kaum hat er den Vertrag unterschrieben, wirft ihn der Wirt (Lothar Maier) wütend aus dem Gasthaus. Allerdings haben Hans und Viktors Gehilfe einen Plan ausgeheckt.

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Indessen hat auch Marie einen Plan: sie begegnet dem schüchternen, ungeschickten Albert, dem sie sofort gefällt. Ohne sich zu erkennen zu geben, lässt sie ihn schließlich schwören, dass er nicht die unbekannte Braut heiraten wird, sondern sie. Um die Verwirrung vollständig zu machen, kommt gerade zu der Zeit ein Zirkus ins Dorf, und Esmeralda, die Akrobatin (Yvonne Nier) bezirzt Albert. Sie überredet ihn sogar, für die Zirkusvorstellung in ein Bärenkostüm zu steigen, da der Mann, der sonst den Bären spielt, betrunken ist.

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Viktor hingegen versteht die Welt nicht mehr: Albert weigert sich plötzlich, die ausgesuchte Braut zu heiraten, seine Eltern (Anja Labentsch, Helmut Kaiser) sind außer sich. Und auch Marie, die erfahren hat, dass Hans sie vermeintlich für 300 Gulden verkauft hat, will trotzdem nicht Viktors Vertrag unterschreiben, der die Heirat mit Albert besiegeln soll. Mitten in den Streit zwischen Eltern und Kindern platzt Hans. Nach kurzer Zeit erkennt ihn Heinrich, der, wie sich nun herausstellt, nicht nur der Vater von Albert, sondern auch von Hans ist. Hans wurde von Heinrichs zweiter Frau, Alberts Mutter, in eine Pflegefamilie gegeben. Nun wird klar, warum Hans so leichtherzig die 300 Gulden angenommen hat, schließlich ist auch er Heinrichs Sohn.

Großer Tumult

Während Marie und Hans sich freuen und Eltern und Dorfbewohner staunen, stolpert plötzlich Albert im Bärenkostüm herein. Großer Tumult, die Dorfbewohner kreischen und fliehen, aber Albert bleibt nicht lange unerkannt und bekommt den geballten Zorn seiner Mutter zu spüren. Die Umarmung von Esmeralda macht den Ärger allerdings wett. Der begeisterte Applaus der Zuschauer galt nicht nur den Schauspielern, sondern auch Martin Angell, der das Stück live musikalisch umrahmte, Lothar Behringer, der für die Technik verantwortlich war, Karin Steinebrunner, die die Gesamtleitung hatte sowie allen Unterstützern vor und hinter der Bühne. Ein Wunsch wird sich allerdings nicht erfüllen: das lustige Stück noch einmal zu sehen. Wegen der Sommerferien wird es nicht gelingen, das ganze Ensemble noch einmal gemeinsam auf die Bühne zu bekommen.