Fünf Stunden Fastnacht in Bestform erlebten die Gäste der närrischen Bürgerversammlung mit Gaudi-Gericht am Freitag im ausverkauften Kursaal. Die Narrenzunft Gaudi-Hans hatte den Musiker Michael Neymeyer und den CDU-Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner angeklagt. Weitere Akteure zeigten außerdem eine gelungene Mischung närrischer Auftritte.

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Nach der Begrüßung durch Zunftmeister Patrick Müller gab es einen hochkarätigen Beitrag nach dem anderen. Moderiert wurde die närrische Bürgerversammlung von Sebastian Stein und Mario Allendörfer. Narrenzeitungsschreiber Rudi Bauer legte als Ordnungsrichter den Grundstein. Polternd forderte er „Silentium“ und eröffnete die Verhandlung zur „Gaudireformumverhandlung“. „Ab 11.11. nervten sie, der Gaudihans und die Marie. Doch, ob Teufel, Hexen oder Konfettischmeißer, alle werden plötzlich dreister“, spottete er.

Wieder trat Rudi Bauer als hervorragender Redner vors Publikum.
Wieder trat Rudi Bauer als hervorragender Redner vors Publikum. | Bild: Cornelia Liebwein

Zur Hochform lief auch Fastnachtsurgestein Martin Kaufmann auf. Im Tutu erklärte er mit etwas unbeholfenen Pirouetten die Widrigkeiten aus der Welt des Balletts. Gitarrist Hans-Peter Hofgärtner und seine „Wiber vom Berg“ wurden auf ihrer Tournee durchs Tal auch im Kursaal gefeiert. „Die Schenke lebenswichtig war, das war allen klar“, berichteten sie von den Domfestspielsoldaten. „Kräftig löschte man für einen sozialen Zweck den Durst, eine große Spendensumme kam heraus“. Feuer frei, hieß es auch für die großartigen Darbietungen der als Schlümpfe verkleideten Gaudi-Maries oder der Gaudi-Hansen und Zunfträte, wobei man zudem über den 60. Geburtstag der Gaudi-Marie sprach. Die Tanzgruppe „JMSMJ“ legte einen rasanten Tanz aufs Parkett.

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Dann drohte Michael Neymeyer und Felix Schreiner der Galgen. Dröhnend zerrte man sie wegen ihrer Missetaten vor das Gericht. Unfassbar war, was man ihnen vorwarf: „Bisch wohl oft sehr luschtig druf, häsch immer so kurz vor dem Suff, den ein oder anderen Witz druf, versausch din Witz dann au no selber, bisch und bliebsch en Spielverderber“, brachte man gegen Neymeyer vor. Und Schreiner musste sich anhören: „Unerhört wa i muss höre, Bundestagsabgeordneter, CDU-Kreisvorsitzender, CDU-Fraktionssprecher im Lauchringer Gemeinderat und meh. Wie kannsch du was beschließe, wenn du nie tusch penne“. Mag sein, dass sie schuldig waren, doch die auferlegte Strafe eines etwas holprigen Gesangs wusch sie rein.

Auch die Delinquenten Felix Schreiner und Michael Neymeyer wurden gefeiert.
Auch die Delinquenten Felix Schreiner und Michael Neymeyer wurden gefeiert. | Bild: Cornelia Liebwein

Die Mitglieder Gruppe „Spaltar“ wollten in den Stadtrat. Sieben von ihnen warfen ihren Hut in den Ring, um mit ihren Ideen zu „St. Blasien First“ die Bläsmer Politik in geordnete Bahnen zu lenken. Mit rauschendem Applaus bedankte sich das Publikum.