Ganz Menzenschwand war am Samstag in der Hand der Narren, als die Geißentäler Narrenzunft mit einem Jahr Verspätung ihr Jubiläum "55 plus 1" beging. Von Mittags bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags wurde mit mehreren Veranstaltungen, unter anderem Narrenbaumstellen und Nachtumzug, fröhlich gefeiert.

Schon am Mittag hatten die Geißentäler ihren Jubiläums-Narrenbaum zum Aufstellungsort getragen. Bild: Christiane Sahli
Schon am Mittag hatten die Geißentäler ihren Jubiläums-Narrenbaum zum Aufstellungsort getragen. | Bild: Christiane Sahli

Noch beim Aufbau des Festzeltes vor dem Kurhaus hatte so mancher sorgenvoll zum Himmel geblickt, denn es regnete in Strömen. Aber am Festtag schien dann die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. In die Jubiläumsfeierlichkeiten starteten die Narren mit dem Narrenbaumstellen. Gut 30 Meter lang war der im Menzenschwander Wald gewachsene Baum. „So einen schönen, geraden Baum findet man selten“, schwärmte eine Besucherin.

Baumstellen ganz ohne Maschinen

Angesichts der Größe des Baumes und des für eine sichere Verankerung im Boden erforderlichen tiefen Loches konnte der Baum nicht wie geplant vor dem Rathaus aufgestellt werden, wo verschiedenen Leitungen verlaufen. Als geeignet erwies sich ein Platz neben dem Winterhalter-Geburtshaus. Wer nun erwartete, dass das Narrenbaumstellen mit Hilfe von Maschinen schnell über die Bühne gehen würden, sah sich getäuscht. Denn die Lenzkircher Zimmermannszunft hatte das Baumstellen übernommen und kam ganz ohne Maschinen aus.

Stück für Stück in die Höhe

Mittels sogenannter Scheren wurde der Baum Stück für Stück aufgerichtet, knapp 20 Zimmerleute mussten kräftig anpacken, angefeuert von Narren und Zuschauern und zu Klängen der Lenzkircher Stadtmusik. Nach gut einer dreiviertel Stunde stand der Baum dann endlich. Angeführt von den Lenzkircher Musikern ging es anschließend zur Eröffnung des Narrendorfes, in dem während des Zunftmeisterempfangs für geladene Gäste fröhliches Treiben herrschte.

Nachtumzug durchs Dorf

Nach der Narrenmesse versammelten sich 25 Gruppen – Narrenzünfte aus der Region und Guggenmusiken – zum Nachtumzug durch das Dorf. Viele der Narren trieben ihre Späßchen mit den Zuschauern, so mancher wurde mit Konfetti „eingeseift“ oder im Gesicht bemalt. Als kleine „Entschädigung“ gab es dann meist einen Lutscher oder Bonbons. Eisig kalt war es inzwischen geworden, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Entlang der Umzugsstrecke waren mehrere Verpflegungsstände aufgebaut, an denen sich die Besucher stärken konnte. Und so mancher hatte ein Herz für die Umzugsteilnehmer und versorgte diese mit Getränken.

Nach dem Umzug strömten Narren und Besucher ins Kurhaus oder ins Festzelt, um sich erst einmal aufzuwärmen und zu stärken, sowohl Kurhaus als auch Festzelt platzen fast aus den Nähten. Im weiteren Verlauf des Abends heizten verschiedene Guggenmusiken und die Haslach Hallodris den Versammelten so richtig ein, es wurde ausgelassen das Tanzbein geschwungen und bis in die frühen Morgenstunden fröhlich gefeiert.

Im Kurhaus tanzten die Narren bis in die frühen Morgenstunden.
Im Kurhaus tanzten die Narren bis in die frühen Morgenstunden. | Bild: Christiane Sahli

Am Ende des Jubiläumsfestes konnten die Menzenschwander Narren um Narrenvater Kevin Schmidt, den jüngsten Narrenchef in der Region, auf ein überaus gelungenes Jubiläumsfest zurückblicken, für das es von allen Seiten viel Lob gab.