Die Mitarbeiter waren am frühen Nachmittag informiert worden, auch Gesellschafter Ingmar Wegner war anwesend. Für die Stadt ist die Nachricht „ein Paukenschlag“, sagte Bürgermeister Adrian Probst. Die Klinik St. Blasien sei mit der BDH-Klinik in Waldkirch über die Möglichkeit im Gespräch, gemeinsame Patientenversorgung zu betreiben, sagte Geschäftsführer Hans-Werner Kuska. Es gehe also um eine mögliche Verlagerung der Klinik ins Elztal, nicht aber um eine Schließung, betonte er.

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Ob die Pläne umgesetzt werden können, liegt nicht nur an den beteiligten Unternehmen, sondern auch am Landeskrankenhausausschuss, erläuterte der Klinik-Geschäftsführer. Einen entsprechenden Antrag habe man gestellt, wann der Ausschuss darüber berät, sei aber noch nicht klar – Kuska geht von der Ausschusssitzung im Juni aus. Wird der Antrag positiv beschieden, könnte die Verlagerung im dritten oder vierten Quartal 2020 erfolgen. Mitarbeiter sollen die Möglichkeit erhalten, auch nach Waldkirch zu wechseln.

Schlafmedizin soll in St. Blasien bleiben

Den Standort St. Blasien wolle das Unternehmen aber nicht aufgeben, betonte er. So solle zum Beispiel die Schlafmedizin hier bleiben. Das Unternehmen habe Interesse daran eine Etage in einem geplanten Ärztezentrum zu mieten. Den Betrieb wirtschaftlich zu führen, sei vor allem für kleinere Einheiten schwer, sagte Hans-Werner Kuska. „Zwei Drittel der Kliniken in Deutschland machen Minus und wir gehören leider dazu“, sagte er.

Für ein kleines Unternehmen sei es eine große Belastung, die nötige Infrastruktur vorzuhalten. Die Nähe zur Schweiz mache es der Klinik zudem schwer, Fachpersonal zu finden. Die Klinik ist nicht verkauft und sie soll es auch nicht werden, macht Hans-Werner Kuska deutlich. Die Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben, es werden aber etliche verlagert werden.

Die Nachricht „überrascht mich eingeschränkt“, der knappe Zeitplan dagegen sehr, sagte Bürgermeister Adrian Probst, den Gesellschafter Ingmar Wegner am Nachmittag informiert hatte. Schon länger habe es Gerüchte über die wirtschaftliche Situation des Klinikunternehmens gegeben. Wichtig sei aber, dass die Mitarbeiter eine berufliche Perspektive erhalten – in Waldkirch und auch in St. Blasien. Damit spricht er das Vorhaben der Klinik an, die Schlafmedizin im geplanten Ärztezentrum an der Fürstabt-Gerbert-Straße unterzubringen.

Der Notarztstandort sei nicht gefährdet, sagte Adrian Probst, da er an die Stadt und nicht an die Klinik gebunden sei. Ohnehin sei vorgesehen, den Notarzt in einer neu zu bauenden Rettungswache unterzubringen. Für die Stadt St. Blasien bedeute es tatsächlich keinen großen Unterschied, ob die Klinik verlagert oder geschlossen wird, sagte Bürgermeister Adrian Probst. Die Inhaber hätten jetzt aber die Aufgabe, für das große und die Stadt prägende Gebäude eine Nachnutzung zu finden. „Die Stadt will den Prozess im Rahmen ihrer Möglichkeiten begleiten“, sagte er.