Die ersten Bildhauer sitzen wahrscheinlich schon im Flugzeug oder im Zug, oder sind gerade dabei, ihre bevorzugten Werkzeuge in den Kofferraum des Autos zu packen, wenn diese Zeilen erscheinen. Denn am Sonntag, 26. August, beginnt das Internationale Bildhauersymposium wie immer mit der offiziellen Begrüßung der Künstler in der Stadt St. Blasien.

Das könnte Sie auch interessieren

Zum Empfang und zur Begrüßung der Künstler am Sonntag, 26. August, um 17 Uhr im Haus des Gastes sind alle Interessierten eingeladen. Anschließend werden die Künstler in einem Rundgang ihre jeweiligen Arbeitsplätze aufsuchen. Dort geht es dann am Montag ab 10 Uhr los. Gearbeitet wird die ganze Woche jeden Tag, am Samstag, 1. September, werden dann die fertigen Werke sowie die Künstler um 15 Uhr auf dem St. Blasier Domplatz vorgestellt. Um 21 Uhr geht die Feuerskulptur dort in Flammen auf.

Das könnte Sie auch interessieren
  • Farbig stellt sich Reinhard Osiander sein Werk „Hochamt“ vor. Diese Skulptur besteht aus vier Stelen, auf denen Messdiener dargestellt werden, im Chorgewand, mit Kreuz und Weihrauchgefäß. Die Figuren will er bewusst grob und skizzenhaft arbeiten, die Bemalung und die Körperhaltung sollen der Gruppe ein feierliches, sakrales Auftreten geben. Durch das Zusammenstellen der vier Stelen solle der Eindruck einer Prozession oder eines Hochamts entstehen. „Ich spiele in meinen Arbeiten immer wieder Themen wie Heimat, Kindheit oder Familie an“, schreibt Osiander. 2016 war er bereits mit der Skulptur „Volkstanz“ in St. Blasien zu Gast. Osiander ist geboren in Bobingen (Bayern), absolvierte die Holzbildhauerausbildung in Berchtesgaden und studierte im Anschluss an der Hochschule für Künste in Bremen, wo er zeitweilig auch als Lehrbeauftragter tätig war.
„Who am I? – Wer bin ich?“ von Soheyl Reza Bastami.
„Who am I? – Wer bin ich?“ von Soheyl Reza Bastami. | Bild: Christe
  • „Who am I – Wer bin ich?“, fragt sich das Menschlein, das im Entwurf des iranischen Bildhauers SoheylReza Bastami in den ausgehöhlten Torso eines Menschen blickt. „Der Versuch der Selbsterkenntnis und eines wirklichen Selbstverständnisses hat vor langer Zeit begonnen, und das Lösen dieses Knotens ist vielleicht der schwierigste Teil des Lebens“, schreibt der Künstler. Menschen, die sich bemühen, Wissen über die Welt und sich selbst zu erlangen, so heißt es in seiner Biografie, seien überwiegend Thema seiner Arbeit. Die Bildhauerei hat er sich selbst beigebracht, nachdem er in seiner Heimat Grafikdesign studiert hatte. Bereits 2017 war Soheyl Reza Bastami in St. Blasien zu Gast, seit 2015 hat er an Symposien in Dänemark, Deutschland, Italien und der Schweiz teilgenommen.
„Lebensabschnitte“ von Susanne Assum.
„Lebensabschnitte“ von Susanne Assum. | Bild: Susanne Assum
  • Susanne Assum ist in diesem Jahr zum ersten Mal in St. Blasien dabei. „Lebensabschnitte“ nennt die Künstlerin aus Murnau ihren Entwurf. „Ein Baum wächst ringförmig. Um sein Alter zu bestimmen, bedarf es keiner schriftlichen Nachweise, man kann es an Hand seiner Ringe zählen“, schreibt sie dazu. Bei ihrer Skulptur sind die einzelnen Ringe gleichsam freigelegt, in der Mitte ist die dickste Stelle, nach außen verjüngt sich das Werk. „Als Innerstes steht der Kern, golden leuchtend als Zeichen des Lichtes, des Beginnes eines Lebens“, heißt es weiter zum eingereichten Entwurf. Dieser werde umhüllt von den weiteren Ringen, von denen jeder stärker und kräftiger sei als der vorherige. Der Lebenszyklus, so Susanne Assum, wird in Abschnitte aufgeteilt. Die Skulptur wird auch mit Farbe gestaltet werden.