Die Gesundheitslehre von Sebastian Kneipp verbinden die meisten Menschen mit kaltem Wasser. Dahinter steckt aber viel mehr – die Lehre fußt auf fünf Säulen, die Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung einschließen. Auch der Kneipp-Verein in St. Blasien trägt mit seinem Engagement dazu bei, dass die Idee lebendig bleibt.

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Über viele Jahre erarbeitete sich der 55-jährige St. Blasier Kneippverein mit jetzt etwas mehr als 50 Mitgliedern eine erfolgreiche Entwicklung und präsentierte viele Angebote. In die Blütezeit des Vereins fielen die Beteiligung am Straßenfest alle zwei Jahre für einen guten Zweck, man bot Autogenes Training an, veranstaltete Nacht- und Kräuterwanderungen sowie gut besuchte Vorträge von Ärzten und Kräuterkundigen und vieles mehr. „Jetzt sind wir Vereinsmitglieder größtenteils alt“, sagt die 86-jährige Inge Haine.

Den geschaffenen Kräutergarten betreibt mittlerweile die Stadt

An der Spitze des Vereins steht Bernd Grosser, Inge Haine ist seit 30 Jahren Schriftführerin. Bis heute ist das Erhalten einer Kneipp-Infrastruktur wie das der drei Wassertretbecken, Armtauchbecken und des Heilpflanzengartens für die Vereinsmitglieder wichtig. Wegen fehlender Leute waren die Mitglieder im vergangenen Jahr gezwungen, die Pflege des Kräutergartens, einst von den Kneippianern eingerichtet und betreut und der Stadt geschenkt, den Stadtgärtnern anzuvertrauen. Auch Sachbeschädigung an den jeweiligen Einrichtungen machten den Mitgliedern ihren freiwilligen Einsatz schwer.

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Die meisten Mitglieder haben ihren Lebensstil der Kneippschen Philosophie angepasst, gehen im Sommer morgens barfuß über die Wiese oder widmen sich Yogastunden. Gerade Yoga ist ein Standbein des Vereins. Eine natürliche Folge ineinandergreifender Übungen soll dabei den Körper mit Energie versorgen. „Man kann mit Yoga viel bewirken“, weiß Beatrice Müller, eine der fünf über den Kneippverein ausgebildeten Yogalehrerinnen und die Nachfolgerin von Gesundheitslehrerin und Initiatorin Marianne Dunkel. Gleichzeitig sei es erstaunlich, wie schnell bereits der erste Kurs in die Ruhe führt.

Yoga hilft, den Kopf frei zu bekommen

Je tiefer sie in die Yogawelt einstieg, so Müller, desto weiter entfernte sie sich von unwichtigen Dingen. „Yoga und Meditation helfen sich zu fokussieren und den Kopf frei zu bekommen. Dabei geht es darum, selbst zu erspüren, was uns guttut, die Achtsamkeit zu schulen und die heilende Wirkung für Körper und Geist.“ Yoga sei das Gefährt, um die Seele zu erreichen, konkretisiert sie. Und: „Wenn du deinem Körper zuhörst, dich mit ihm verbunden fühlst, merkst du, wozu du fähig bist.“

Es gibt auch eine Männeryogagruppe

Immer im Frühling und Herbst treffen sich Mitglieder, Nichtmitglieder, Yogafortgeschritteneund Anfänger für einen Block von zehn Stunden im Haus des Roten Kreuzes unter der Anleitung der Yogalehrerinnen Beatrice Müller oder Astrid Vogelbacher, praktizieren den Sonnengruß, machen die Körper- und Atemübungen. Seit 2013 gibt es auch eine reine Männeryogagruppe.

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Zu Beginn wärmen sich die Teilnehmer auf, es schließen sich Yogaübungen und Tiefenentspannung an. Im Zustand der Meditation lassen die Yogalehrerinnen ihre Teilnehmer sich mit ihrem Inneren verbinden. Der Geist soll dabei ruhig werden und die Haftung mit den Gedanken, mit denen er sich zuvor identifiziert hat, verlieren. Die Erfahrung, die übrig bleibt, soll die des reinen Daseins sein. Man kann auch im reifen Alter mit Yoga beginnen und es bis ins hohe Alter anwenden.