Ein in allen Belangen verrücktes Jagdjahr liegt hinter den Mitgliedern des Hegerings St. Blasien, so lautete das Fazit von Hegeringleiter Bruno Kaiser in der Hauptversammlung. Es konnten unter anderem nicht die Jagdstrecken vom Vorjahr erreicht werden. Eine Ehrung für langjährige Mitgliedschaft stand ebenfalls auf der Tagesordnung der Hauptversammlung des Hegerings.

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Das trockene Jahr 2019 mit der Borkenkäferplage habe eine große Herausforderung für den Forst bedeutet, erklärte Hegeringleiter Kaiser. Hektarweise seien ganze Waldbestände dem Käfer zum Opfer gefallen. Dies hatte in Hinblick auf die großen Veränderungen des Waldbildes auch direkten Einfluss auf die Jägerschaft. Die Tatsache, dass durch die Käferholzaufarbeitung ununterbrochen im Wald gearbeitet worden sei, habe die Bejagung des Schalenwildes nicht begünstigt, erklärte Kaiser.

Jäger brauchen Ruhe

Er äußerte Verständnis für die Arbeiten, bat aber auch die Waldbesitzer um Verständnis, dass aufgrund der Beunruhigungen und Erschwernisse nicht überall die Jagdstrecken vom Vorjahr hätten erreicht werden können. Auch der fehlende Schnee im vergangenen Winter habe sich bemerkbar gemacht, da sich dadurch die Rotwildbejagung als schwierig erwiesen habe. Das Thema Wolf habe in jüngster Zeit Schlagzeilen gemacht, man dürfe gespannt sein, wie sich die Situation weiterentwickele, so Kaiser.

Die Zählung des Rotwildes sei wegen des schneearmen Winters und den daraus resultierend wenig Spuren im Schnee schwierig. Aber wenn es keine verstärkten Verbissspuren gebe, bleibe man ruhig, erklärte Stowasser. Den Privatwald betreffend bestätige Kaiser die fehlenden Bestandszahlen. Nach dem nächsten Jagdjahr könne man mehr sagen, zeigte er sich optimistisch. Was die einzelnen Jagdreviere betrifft, sei die Bejagung in einzelnen Revieren gut gewesen, in anderen nicht zufriedenstellend.

Nur wenige Auerhähne

In Sachen Gamswild konnten die Abschüsse teilweise erfüllt werden, teilweise aber auch nicht, berichtete der stellvertretende Vorsitzende des Hegerings, Uwe Meier. Als traurig bezeichnete Stowasser das Thema Auerwild, der Bestand sei im freien Fall. Derzeit habe man 170 Auerhähne gezählt und rechne mit ebenso vielen Hennen. Erforderlich seien aber 500 bis 600 erwachsene Tiere.

Es gab aber auch Erfreuliches zu berichten. So konnte nach Gesprächen mit angrenzenden Hegeringen Todtmoos im vergangenen Jahr dem Hegering St. Blasien zugeschlagen werden. In Höchenschwand wurde eine Hubertusmesse gefeiert, die von den Jagdhornbläsern mitgestaltet wurde.

Pflichten

Kreisjägermeister Bernhard Kallup wies auf die Pflicht der Jagdpächter zur Ergreifung von Schutzmaßnahmen bei Wiederaufforstungen ebenso hin wie auf Änderungen des Waffengesetzes. Rund 2000 Jagdscheinbesitzer werden im Landkreis Waldshut gezählt, hinzu kommen Tagesjagdscheine, fuhr er fort.

Eine besondere Ehre wurde Peter Jochmann zuteil. Er wurde für 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet.

Der Hegering St. Blasien umfasst Höchenschwand, den Höchenschwander Berg, Häusern, St. Blasien, das Albtal (bis Immeneich), Menzenschwand, Bernau und Todtmoos. Ihm gehören 92 Jäger, darunter 41 Jagdpächter, an.

Anmerkung der Redaktion: Diese Hauptversammlung hat noch vor dem amtlich angeordneten Verbot von Vereinsversammlung stattgefunden.