Die Arbeit geht den Freiwilligen des Sportvereins nie aus: Etliche Übungsleiter betreuen regelmäßig ihre jeweiligen Sportgruppen und auch sonst fallen viele Arbeiten an, die den Sportbetrieb möglich machen – zuletzt in der vergangenen Woche nach dem Hochwasser. Seit 100 Jahren bringen sich Menschen ein, um den Traditionsverein mit Leben zu füllen. Sein Jubiläum haben Mitglieder und geladene Gäste am Samstag im Kursaal gefeiert.

Bei so einem besonderen Geburtstag gab es auch einige Geschenke – Landrat Martin Kistler, Bürgermeister Adrian Probst, Wolf-Dieter Karle vom Badischen Sportbund (BSB) und Matthias Löffler vom Südbadischen Fußballverband (SBFV) gratulierten.

Auch Akrobatik gab es beim Jubiläumsabend zu sehen.
Auch Akrobatik gab es beim Jubiläumsabend zu sehen. | Bild: Sebastian Barthmes

Daran, dass der Verein zukunftsfähig bleibt, arbeiten die Mitglieder engagiert, sagte Vorsitzender Gerhard Kappenberger. Er erinnerte an den jüngsten Einsatz im Helmut-Hofmann-Stadion. Mit der Feuerwehr und Mitarbeitern des städtischen Bauhofs hätten die SV-Mitglieder Schlimmeres verhindert.

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Nun konnten sich die Festgäste, darunter etliche Ehrenmitglieder, ehemalige Vorsitzende und Gemeinderäte, zurücklehnen und ein mitunter tiefgründiges akrobatisches Unterhaltungsprogramm genießen: Die Company Blue aus Freiburg führte „ein Bilderbuch durch das Alltagsgeschehen“ auf, wie Moderator Wolfgang Endres sagte. Die Radakrobatin Ines Brunn zeigte, musikalisch begleitet von ihrem Mann Rolf Rothfuß, Kunststücke – der Atem stockte gelegentlich, wenn sich das Kunstrad gefährlich der Bühnenkante näherte. Musikalisch umrahmte Michael Neymeyer den Festabend.

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Nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs wollten die Menschen wieder ein stückweit Normalität erleben, sagte Landrat Martin Kistler. Dabei habe die Gründung des Sportvereins geholfen. Der Verein sei ein fester Bestandteil des sozialen Miteinanders und, wie alle Vereine, wichtig für die Kommunen. Mit seinen vielen Angeboten leiste der Sportverein einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit und er biete Jugendlichen die Möglichkeit, die Freizeit zu gestalten. „Vereine bieten mit die beste Form der Sozialisation“, sagte Kistler.

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Zum Verein, verriet der Landrat, habe er eine persönliche Beziehung, waren seine Großeltern doch viele Jahre SV-Mitglieder. Dass er sich als Fan des Fußballzweitligisten VfB Stuttgart outete, wird man ihm wohl verziehen haben, entbrannte die Begeisterung für die Schwaben doch während eines Trainingsaufenthalts in St. Blasien. Besondere Gäste waren nicht nur die Fußballprofis aus der Landeshauptstadt, sondern auch die damals amtierenden Fußballweltmeister aus Mexiko, die 1974 in St. Blasien trainierten.

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Sport sei viel mehr als Wettkampf, sagte Bürgermeister Adrian Probst. Sport bedeute in St. Blasien, dass man zusammenstehe und zusammenarbeite. Sport bedeute eine besondere Verbindung zwischen Menschen, sagte Wolf-Dieter Karle (Badischer Sportbund). Über Sprachgrenzen hinweg erleichtere er soziale Kontakte. Das Jubiläum bedeute „100 Jahre Tätigkeit für andere, 100 Jahre soziales Engagement“. Wichtig sei die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen und mit Schulen. Der Sportverein pflege diese, sagte Gerhard Kappenberger. Neben der Kooperation mit dem Skiclub und dem Tennisclub arbeite der SV St. Blasien seit rund 30 Jahren in verschiedenen Sportarten (Fußball, Volleyball, Basketball) mit dem Kolleg zusammen.

Geschenke

Geldgeschenke, eine Ehrenkachel (BSB), Ehrenbriefe des Deutschen Fußballbundes und des Südbadischen Fußballbundes erhielt der Sportverein. Praktisch war das Geschenk, dass Matthias Löffler dabei hatte. Er übergab dem Vorsitzenden ein Netz voller Fußbälle. Er denke an diejenigen, die nach dem schrecklichen Krieg die Vereinsgründung mit viel Idealismus vorangetrieben hätten, sagte Löffler.

Auftakt für die Zukunft

Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit des Vereins seien eine nachhaltige Vereinsführung und vor allem die Jugendförderung. Der SBFV-Vertreter lobte den SV St. Blasien für sein „innovatives Jugendcamp“, das er mit dem Skiclub und dem Tennisclub angeboten hat. „Das ist keine Schlussfeier“, sagte Wolfgang Endres. Vielmehr sei der Abend eine Auftaktveranstaltung für die Zukunft.