Zu ihrem ersten Tourismusforum hat die Sparkasse St. Blasien eingeladen. Hans-Jörg Mair, Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH, referierte über das Thema „Das Ende des Tourismus so wie wir ihn kennen?“. Er hatte Tipps für die Gastgeber parat und stellte sich den Fragen der Versammelten.

Neue Chancen

Zahlreiche Gastgeber aus der Region, die Bürgermeister der Gemeinden des Geschäftsgebietes der Sparkasse St. Blasien und weitere Interessierte hatten sich zum ersten Sparkassen Tourismusforum eingefunden. Als Gastgeber sei man mit den Wünschen der Gäste konfrontiert und müsse sich neuen Herausforderungen stellen. Das biete aber auch neue Chancen, führte Gerhard Behringer, Vorsitzender des Vorstandes des Geldinstitutes, in das Thema ein.

Experte sieht gute Voraussetzungen

Der Südtiroler Hans-Jörg Mair, seit 2017 Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH, sieht im Schwarzwald gute Voraussetzungen, einen idealen Tourismus anbieten zu können. Denn der Aufenthalt in der Natur gehört mit dem Besuch kultureller Sehenswürdigkeiten zu den beliebtesten Aktivitäten im Deutschlandurlaub, dicht gefolgt vom Spazieren gehen. Der Schwarzwald sei auf der ganzen Welt bekannt und nach fünf Großstädten die beliebteste Urlaubsregion in Deutschland.Aber Bekanntheit und Beliebtheit seien nicht ausreichend, so Mair. Man befinde sich in einem Wandel weg vom Touristen und hin zum Einheimischen auf Zeit – jeder Gast wolle ein Einheimischer auf Zeit sein.

Digitalisierung spielt Rolle

Eine wichtige Rolle spiele für den Tourismus selbstverständlich auch die Digitalisierung, Investitionen in Internetwerbung steigen exponentiell an. Und die Entwicklung werde weitergehen, ist der Tourismusfachmann sicher. Man dürfte die Windmühlen nicht bekämpfen wie Don Quichotte, sondern müsse sie sich zunutze machen, gab Mair den Gastgebern mit auf den Weg.

Für den Erfolg eines Gastgebers ist auch das Angebot eines kostenlosen WLAN-Zugangs wichtig, wie es ihn zum Beispiel im Haus des Gastes in St. Blasien (Foto) gibt.
Für den Erfolg eines Gastgebers ist auch das Angebot eines kostenlosen WLAN-Zugangs wichtig, wie es ihn zum Beispiel im Haus des Gastes in St. Blasien (Foto) gibt. | Bild: Sebastian Barthmes

Es müsse möglich sei, auf der Website der gastgebenden Betriebe ein Zimmer innerhalb kurzer Zeit zu buchen, ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Urlauber auf Buchungsportale auswichen, so ein Rat von Mair. Und: „Seien Sie ein guter Gastgeber und sorgen Sie für kostenloses und funktionierendes WLAN in ihrer Unterkunft.“

„Haben Sie keine Angst, die Möglichkeiten sind da“, machte Mair den Gastgebern Mut. „Legen Sie ihr Hauptaugenmerk auf Ihr Produkt, sorgen Sie für die Zufriedenheit Ihrer Gäste und hören Sie auf die Gäste“, so der Rat des Schwarzwald Tourismus-Geschäftsführers. Mit einem guten Konzept, wenn der Gastgeber für das lebe, was er verkaufe, sei man auf dem richtigen Weg. Es gelte, sich zu fragen, wofür man stehe, was die eigene Passion sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Dann werde jede Investition im Schwarzwald erfolgreich sein, zeigte sich Mair überzeugt. Begeisterte Kunden würden zu den besten Markenbotschaftern, dies sei viel wichtiger als die Digitalisierung. Die Frage, auf welche Kulturgruppen man in Zukunft setzten solle, wollte Mair so nicht beantworten, es gelte vielmehr, auf bestimmte Stilgruppen, Gruppen mit einem bestimmten Lebensstil zu setzten, sagte er.