Sie sei selbst überrascht gewesen von der großen Vielfalt, die die Künstlerin mitgebracht habe, bekennt Maria Panina bei der Vernissage der jüngsten Ausstellung in ihrer Galerie, die sie mit dem Titel Blumen und Farben anderer Welten versehen hat. Tatsächlich offenbart die 1981 in Moskau geborene Polina Balakina in ihren Werken eine große Stilbreite, vor allem aber eine unbändige Freude am Ornamentalen, am Floralen und an leuchtenden Farben.

Zu malen angefangen habe sie während ihres Studiums in den Vereinigten Staaten im Jahr 1994, verrät Polina Balakina. Erste Schritte mit der Ölfarbe habe sie dann in Oxford gemacht, wo sie zwei Jahre lang am International Baccalaureate College Kunst und Business studiert habe. Danach absolvierte sie von 2000 bis 2007 ein Studium an der Universität für Moderne Kunst in Moskau, und zwar an der Fakultät für Design.

Dort lernte sie die Grundlagen des Bauhausstils kennen und wurde auch mit der russischen Tradition sowie der allgemeinen Geschichte der Malerei und Skulptur, mit den Kompositionsprinzipien in der Bildenden Kunst und mit der perspektivischen Darstellung vertraut gemacht. Schon während ihres Studiums begann sie zusammen mit ihrer Mutter in deren Betrieb mit der innenarchitektonischen Ausgestaltung von Wohnungen und ganzen Gebäuden, was neben ihren Studieninhalten sicherlich ihr großes Interesse am Dekorativen beflügelte. Seit 2012 wohnt und arbeitet sie in einem abgelegenen, 400 Jahre alten Bauernhof in der spanischen Provinz Katalonien und hatte seither mehrere Ausstellungen in Spanien und Frankreich.

Nach St. Blasien hat sie eine farbenprächtige, frühlingshafte Mischung von Arbeiten mitgebracht. Da breiten sich abstrakte, vollkommen geometrisch organisierte Linienstrukturen aus neben floralen Ornamenten, die ganz dem Jugendstil verhaftet scheinen und an Muster von Bordüren, Tapeten oder kostbaren Stoffen gemahnen. Andere geometrisch wirkende Kompositionen erwecken den Eindruck von fröhlich bunten Mandalas. Einige der in ornamentaler Blütenpracht erstrahlenden fantasievollen Rankenkreationen hat Polina Balakina ausgeschnitten und zwischen zwei Glasscheiben drapiert, so dass sie beinahe wie bemalte Fenster früherer Jahrhunderte wirken, oder sie unterfüttert ihre ornamentalen Muster mit fortlaufendem Text, als wären sie eine spezielle Form der Buchillustration.

Viele dieser Arbeiten sind einfach mit Buntstiften auf Papier gemalt, wirken aber, wie etwa ihre glitzernden und strahlenden Zebras, als bestünden sie aus ausgesprochen kostbaren Materialien, farbenprächtige Grafiken mit byzantinischen, afrikanischen, russischen oder spanischen Elementen. Daneben hat Balakina aber auch Stillleben, teilweise in Öl, ausgestellt, mit Motiven wie eine Reihe von Gläsern oder Keramiktöpfen, die eine andere Handschrift offenbaren.

Die Ausstellung „Blumen und Farben anderer Welten“ mit Gemälden von Polina Balakina ist zu sehen bis zum 3. Juni 2016 mittwochs bis freitags von 13 bis 18.45 Uhr und samstags von 11 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung unter der Telefonnummer 07672/480 50 40 oder 0170/408 25 05.