Ihren Schulabschluss haben Schüler der Hauptschule, der Werkrealschule und der Realschule bereits fest im Blick – Ende April wird es soweit sein. Aber schon jetzt befasst sich die Schulleitung der Fürstabt-Gerbert-Schule mit dem Ablauf der Prüfungen: Landesweit gibt es Simulationen, um für den Notfall gewappnet zu sein.

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Der Fall hatte für Aufregung gesorgt: Im vergangenen Jahr war es in Bad Urach zu einer Panne gekommen, die Deutschprüfung an den Realschulen musste in ganz Baden-Württemberg verschoben werden. Der Fall sei der Grund gewesen, ein Notfallverfahren zu erarbeiten, sagt Benedikt Reinhard vom Kulturministerium in Stuttgart auf Anfrage. Wenn es also in Zukunft passiert, dass Prüfungsaufgaben gestohlen oder sonst wie bekannt werden, sollen über eine Onlineplattform noch am eigentlichen Prüfungstag Ersatzaufgaben zur Verfügung gestellt werden. Dieser Ablauf werde nun getestet, erläutert der Ministeriumssprecher. Mithilfe von Simulationen „will man Probleme ausschließen“, sagt Reinhard. Nach einem bestimmten Verfahren erhalten die Schulleitungen Zugang zu verschlüsselten Dateien mit den Ersatzaufgaben.

Verschobene Prüfung bedeutet zusätzliche Aufregung

Die Notfalllösung sei aus Sicht der Schulleitung sinnvoll, sagt die Rektorin der Fürstabt-Gerbert-Schule, Susanne Schwer. Prüfungen bedeuten für die Schüler eine Ausnahmesituation, sie haben sich vorbereitet und sie sind aufgeregt, erläutert sie. Müsse eine Prüfung verschoben werden, bedeute das zusätzliche Aufregung. Das Notfallverfahren sieht nun vor, dass die Schulleitung mehrere Stunden vor Prüfungsbeginn telefonisch und über das Intranet erreichbar ist. Tritt dann tatsächlich der Notfall ein, müsse sie die entsprechenden Daten herunterladen, die Aufgaben für jeden Schüler ausdrucken, die Formatierung und beispielsweise auch Maßstäbe überprüfen und an die Prüfer ausgeben. Von St. Blasien aus wird auch die Waldorfschule in Dachsberg im Notfall versorgt.

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Während die normalen Aufgaben für das Abitur auch schon digital an die Schulen übermittelt werden, erhalten Haupt-, Werkreal- und Realschule die Prüfungsaufgaben weiterhin direkt im Schulamt. Bis zum Prüfungstag müssen sie sicher verwahrt werden, erläutert Reinhard. Die Vorschriften für den Umgang wurden nach der Panne in Bad Urach verschärft.

Prüfungen müssen wiederholt oder abgesagt werden

In der Vergangenheit mussten immer wieder Prüfungen verschoben oder wiederholt werden, weil Aufgaben oder ganze Tresore gestohlen worden waren. In der Folge mussten auch Abschlussfahrten an Schulen in Baden-Württemberg abgesagt werden – 2018 hatte das Land an sieben Realschulen Eltern Kosten (22 000 Euro) für stornierte Klassenfahrten infolge der verschobenen Deutschprüfung ersetzt. Das sei ausnahmsweise geschehen, sagt Reinhard. Ohnehin empfehle das Land, keine Abschlussfahrten vor dem möglichen Nachholtermin zu planen.

Für sie bedeute das neue Notfallverfahren, dass sie für neun Prüfungen (jeweils drei an den drei Schularten) lang vor Unterrichtsbeginn im Rektorat parat stehen muss, erläutert Rektorin Schwer. Das Verfahren sei aber „viel besser, als einen ganzen Prüfungstag zu verschieben“.