St. Blasien Alternative für den Notfallverkehr

Die Bauarbeiten am Modegeschäft „Schmidt Arkaden“ in St. Blasien beginnen bald. Wegen des Baustellenverkehrs soll die Luisenstraße für die Dauer der Arbeiten als Ausweichroute für Rettungswagen zur Einbahnstraße umfunktioniert werden.

Die Planungen für eine Großbaustelle mitten in der Stadt gehen voran – auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung drehten sich drei Punkte um das Vorhaben der VK Immobilien GmbH. Für das Modegeschäft „Schmidt Arkaden“ soll an der Hauptstraße/Bernau-Menzenschwander-Straße ein Erweiterungsbau entstehen.

Es werde eine beachtliche Baustelle werden, kündigte Ingenieur Hans-Jörg Meier, der für die Tiefbauplanungen zuständig ist, im Gemeinderat an – die Baugrube werde bis zu 14 Meter tief werden. Damit die Pläne richtig umgesetzt werden können, sind verschiedene Vorarbeiten und Genehmigungen nötig. Sehr wichtig sei es, Rettungsfahrzeugen die Zu- und Abfahrt zur Klinik St. Blasien und überhaupt zur Luisenstraße stets sicherzustellen. Dafür beantrage die VK Immobilien GmbH, die Luisenstraße während der Bauzeit als Einbahnstraße (stadtauswärts) für den Notfallverkehr zu öffnen.

Der Grund für den Antrag sei die enge Muchenländerstraße, die auch vom an der Klinik St. Blasien stationierten Notarzt genutzt werde. Große Materialmengen müssen abtransportiert und später wieder angeliefert werden, erläuterte Meier. Die Gefahr bestehe, dass die Straße (sie zweigt auf Höhe der Baustelle von der Hauptstraße ab) manchmal von Baustellenfahrzeugen blockiert wird. Die Luisenstraße solle dann als Ausweichstraße für Noteinsätze dienen, für den allgemeinen Verkehr aber gesperrt bleiben.

Kein Anlieger werde sich dagegen sperren, die Luisenstraße für den Notfallverkehr zu öffnen, sagte Thomas Mutter. Aber wie könne man verhindern, dass die ohnehin enge Straße von allen Verkehrsteilnehmern genutzt wird, fragte er. Man müsse auch dafür sorgen, dass die Luisenstraße nicht zugeparkt werde, fügte Ralf Weber an. Auch Peter Schneider sieht die Gefahr, dass die Ausweichstrecke beispielsweise durch den Lieferverkehr zum Engpass wird.

Um sicherzustellen, dass nur der Notfallverkehr die Luisenstraße nutzen kann, sollte man eine Schrankenlösung prüfen, sagte Weber. Notarzt, Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei könnten dann per Fernbedienung die Schranke für die Einsatzfahrt öffnen. Den Vorschlag unterstützte auch Thomas Mutter.

Schrankenlösung wird geprüft

Einstimmig sprach sich der Gemeinderat dafür aus, die Luisenstraße für die Dauer der Bauzeit von etwa einem Jahr für den Notfallverkehr zu öffnen. Beschlossen wurde, eine Schrankenlösung zu prüfen und die Einhaltung der Durchfahrtsverbote zu kontrollieren. Außerdem soll für den Fall von Beschädigungen ein beweissicherndes Verfahren vereinbart werden. Für die Stadt sollen keine Kosten entstehen.

Die tiefe Baugrube muss abgesichert werden, erläuterte Meier. Dafür sollen Verankerungen seitlich ins Erdreich getrieben werden. Weil aber rund um die Baustelle unterschiedliche Ver- und Entsorgungsleitungen verlaufen, beantragte die VK Immobilien GmbH, diese bei Bedarf für die Dauer der Bauarbeiten verlegen zu dürfen.

Dafür wolle die Stadt mit der Bauherrin einen Erschließungsvertrag abschließen, in dem auch ein Beweissicherungsverfahren und die Kostenübernahme festgeschrieben wird. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag einstimmig zu.

Rund 12 000 Kubikmeter Erd- und Felsaushub werde beim Ausheben der Baugrube anfallen, erläuterte Planer Meier. Steht der Neubau, benötige man davon rund 2300 Kubikmeter zum Wiederverfüllen. Um Kosten zu sparen, wolle man das Material möglichst nahe lagern. Deshalb beantrage die Bauherrin eine Fläche beim städtischen Wasserwerk als Zwischenlagerplatz für 2500 Kubikmeter Material bis etwa Ende 2019 nutzen zu dürfen. Dort soll das Aushubmaterial für das Wiederverfüllen vorbereitet werden. Dem Antrag stimmte das Gremium zu. Die Aufträge für den Tiefbau sollen bald vergeben werden, sagte Hans-Jörg Meier. Vor Baubeginn müssten manche Genehmigungen erteilt werden. Der Hochbau soll im Juni oder Juli 2018 starten.

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