St. Blasien (cr) Schon seit mehr als 30 Jahren hat die Adventliche Begegnung der CDU St. Blasien Tradition. In diesem Jahr war Kultusministerin Susanne Eisenmann zu Gast und hielt einen mit viel Applaus bedachten Vortrag unter dem Titel „Bildungspolitik im Fokus“. Der Stadtverband nahm das Treffen auch zum Anlass, Cornelia Maier, früher Gemeinderätin sowie Ortschaftsrätin in Menzenschwand, für 25 Jahre Mitgliedschaft zu ehren.

„Programmieren lernen, geht’s noch“, fragte Susanne Eisenmann mit Blick auf Bildungspläne für die Grundschule. „Lesen, Schreiben, Rechnen, darum geht es“, betonte die Ministerin, zudem sei es wichtig, die Konzentration zu schulen und Werte zu vermitteln. Sie plädierte dafür, auch die geschichtliche Bildung auf keinen Fall außen vor zu lassen, denn wer nicht wisse, was war, könne auch die Zukunft nicht adäquat gestalten: „Daran werden wir uns messen lassen müssen“. Was die Themen „Digitalisierung“ und „Umgang mit Medien“ angehe, habe sie den Eindruck, dass die Schüler eher zu viel als zu wenig Kontakt mit Medien hätten. Das Wichtigste könne man den Kindern in der Schule jedoch nicht beibringen, nämlich, wo der Ausknopf ist. Hier wie auch bei der Vermittlung von Werten verwies sie deutlich auf die Verantwortung der Eltern.

In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum verwies Pater Klaus Mertes, Direktor des Kollegs St. Blasien, darauf, dass an seiner Schule die Digitalisierung inhaltlich durchaus Thema sei, etwa bei der Frage, was es für das Menschenbild bedeute, wenn Roboter die Pflege Kranker übernehmen sollten. Die Ministerin stimmte ihm zu, dass ein solcher Umgang – im Gegensatz zur reinen Nutzung an sich – durchaus einen Mehrwert im Unterricht biete. Bei Berufsschülern könne dieser auch durch die digitale Darstellung einer mathematischen Kurve gegeben sein, wenn diese für besseres Verständnis sorge. Auf jeden Fall, so Eisenmann, hätten es die Erwachsenen selbst in der Hand, die Dinge in die richtige Perspektive zu setzten.

Für Schmunzeln im Saal sorge sie, als sie von ihren dreijährigen Nichten berichtete, bei denen es ihr so vorkomme, als seien sie schon mit der angeborenen Wischgeste zur Bedienung von Tabletcomputern und Smartphones auf die Welt gekommen. Die Faszination dieser Geräte liege aber daran, dass die Erwachsenen sie ständig auf dem Tisch liegen hätten und auf jedes Geräusch reagierten. Susanne Schwer, frisch im Amt als Schulleiterin der Fürstabt-Gerbert-Schule, gab sich als bekennende Befürworterin der Werkrealschule zu erkennen und wünschte sich eine klare Aussage zu deren Zukunft von der Ministerin, die sie auch bekam. „Wir kämpfen um jeden Standort und werden die, die wir haben, stärken“, betonte Susanne Eisenmann. Man müsse allerdings so ehrlich sein, zu erkennen, dass viele Eltern die Werkrealschule für eine Restschule hielten und daher mit den Füßen abstimmten.

In ihren Grußworten betonten die Bundestagsabgeordneten Thomas Dörflinger und Gabriele Schmidt sowie der Landtagsabgeordnete Felix Schreiner, das Thema Bildung sei eine Kernkompetenz der CDU, was sich auch an der Berufung von Susanne Eisenmann in ihr Amt zeige. Begleitet von den Harfenklängen der jungen Musikerin Jessica Neugebauer klang der offizielle Teil des Abends aus.